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Jakob - 30.10.2006, 19:14
Dringender Aufruf zur Mithilfe !!!
Hallo Leute,
die Familie in Koblenz braucht dringend unser aller Unterstützung. Bitte helft mit diese Grausamkeit zu verhindern.
http://www.koblenz-bleiberecht.de/
mit solidarischen Grüßen
Jakob
Initiative Zuflucht
c/o Werner Huffer-Kilian
St. Josefstrasse 20
56068 Koblenz
Tel. 9737780
Koblenz , 29. Oktober 2006
Pressemitteilung
Kinder haften für Ihre Eltern
Nach den neuesten Aussagen aus dem Innenministerium, die uns noch am Donnerstag in einem Gespräch mit der Koblenzer Ausländerbehörde bestätigt wurden, steht fest: die kurdische Familie Yildirim soll nach der Entscheidung des Innenministeriums entweder freiwillig ausreisen oder wird abgeschoben. Die hier in Koblenz geborenen Kinder, die weder türkisch sprechen noch das Land kennen, sollen mit ihren Eltern gehen.
Da es die Familie ablehnt, Gelder aus dem Rückführungsprogramm des Landes anzunehmen und dann freiwillig auszureisen, wird der Einsatz von Polizeikräften und die damit verbundene gewaltsame Abschiebung immer wahrscheinlicher. Es scheint nur noch eine Frage von Tagen, wann unsere Ordnungskräfte zum Einsatz kommen.
Den Behörden dargelegte Rechtsauffassungen auf der Grundlage des Grundgesetzes, der UN-Kinderrechtskonvention u.a. wurden als unrealistisch und problematisch zurückgewiesen, humanitäre Gründe nicht anerkannt. Vielmehr wird der Familie Asylmissbrauch und arglistige Täuschung der Behörden vorgehalten. Obwohl wir seit über einem Jahr fast täglich mit der Familie im Kontakt sind, konnten wir diese kriminelle Energie nicht erkennen. Im Gegenteil mussten wir die Schwächen, die Ängste und Beklemmungen, die Unsicherheiten und das Unvermögen der Eltern, die quasi Analphabeten sind, sehen und verstehen lernen.
Wir können uns eine solche brutale Aktion unseres Staates, wie es eine Abschiebung darstellt, nicht vorstellen. Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere Behörden in scheinbarer Erfüllung des Ausländerrechtes schwere Schuld insbesondere an den Kinderseelen auf sich laden. Dieses Ausländerrecht schafft wahrlich Tragödien.
Wir appellieren an alle Ordnungskräfte, ihren möglichen Einsatz anlässlich einer solchen Aktion vor ihrem Gewissen und auf Verfassungstreue zu prüfen. Wir können nur wiederholen, dass alle Behörden völkerrechtlich laut UN-Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet sind, das Kindeswohl vorrangig zu behandeln.
Wir appellieren an Herrn Ministerpräsident Beck und seinen Innenminister, für Menschlichkeit und Kinderfreundlichkeit in unserem Land ein Zeichen zu setzen und die Kinder mit ihren Eltern in ihrer Heimat Koblenz zu lassen!
Das Kindeswohl muss Vorrang haben, sonst haben wir keine Zukunft!
Werner Huffer-Kilian,
Moderator Initiative Zuflucht
Jakob - 31.10.2006, 19:47
Familie wurde heute zur Abschiebung verhaftet !
--- AUFRUF AN ALLE BÜRGER IN RHEINLAND – PFALZ ---
Polizei überfällt brutal Kirche in Koblenz!
Ein Großaufgebot der rheinland-pfälzischen Polizei hat heute Morgen in der Koblenzer Innenstadt die Räume der Kirchengemeinde St. Peter überfallen. Nach dem gewaltsamen Eindringen verhafteten sie die Familie Yildirim. Diese hatte dort seit dem 11. Okt. Kirchenasyl gefunden. Über 30 Koblenzer Bürgerinnen und Bürger konnten den gewaltsamen Eingriff in die Bürgerrechte nicht verhindern. Brutal ging die Polizei gegen die Demonstranten vor, eine Teilnehmerin wurde durch Schläge verletzt. Mit Hilfe der Bürgerinitiative „Initiative Zuflucht“ und dem „Unterstützerkreis der Familie“ hat die 5-köpfige Familie, die seit über 10 Jahren in Deutschland in Kettenduldung lebt, Asyl in dem Pfarrhaus gefunden. In der Türkei wegen angeblicher Kontakte zur PKK verfolgt, hatte sie auf abenteuerlichem Weg Deutschland erreicht. Alle drei Kinder (10, 7 und 4 Jahre alt) sind in Deutschland geboren, sprechen die deutsche Sprache und zwei Kinder besuchen die Grundschule. Am 6. September tagte in der Angelegenheit der Familie auch die Härtefall-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz. Sie lehnte es ab, die Familie als Härtefall anzunehmen. Man will einen Standardfall nicht zu einem Härtefall stilisieren, so eine Aussage aus dem rheinland-pfälzischen Innenministerium. Außerdem wirft man Herrn Yildirim vor, den Aufenthalt in Deutschland durch die Vielzahl der Asylanträge schuldhaft verlängert zu haben. Auch der Ministerpräsident Kurt Beck hat hier keine Hilfe zugesagt. „Gerade er, der so oft als „Landesvater“ für die demokratischen Rechte der Bürgerinnen und Bürger eintreten möchte, hätte sicher etwas für die Familie tun können. Gilt sein Demokratieverständnis nur für sein eigenes Profilinteresse?“, so fragt Gert Winkelmeier. Der Bundestagsabgeordnete Gert Winkelmeier protestiert auf das Heftigste gegen das Vorgehen der Polizei. „Ich werde mich, soweit es in meinen Kräften steht, für das Bleiberecht der Familie Yildirim einsetzen. Ferner werde ich prüfen lassen, in wie weit das Vorgehen der Polizei rechtens ist und welche Maßnahmen gegen das brutale und körperverletzende Eingreifen einzuleiten sind. Ich fordere alle politisch Verantwortlichen auf, sich unverzüglich gegen die Abschiebung der Familie einzusetzen.“
Gert Winkelmeier, MdB
Nähere Informationen unter: www.koblenz-bleiberecht.de
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