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emanuel - 24.10.2006, 15:10
Katholische Beichte
Katholische Beichte
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
Die Beichte ist das mündliche Eingeständnis einer schuldhaften Verfehlung, gewöhnlich während eines Gesprächs unter vier Augen mit einem Beichtvater. Die Beichte kann in verschiedenen Formen bei vielen Religionen und auch im Alltag abgelegt werden. Es handelt sich dabei um eine Art von Aufarbeitung von belastender Vergangenheit.
In christlichen Kirchen unterscheidet sich die Beichte (auch Sakrament der Versöhnung) dadurch von anderen Seelsorgegesprächen, dass sie auf
eine formelle Sündenvergebung hinzielt, gewöhnlich mit den Worten Deine Sünden sind dir vergeben oder Ich spreche dich los von deinen Sünden.
Geschichte
Die Beichte entwickelte sich neben dem öffentlichen Sündenbekenntnis in der frühen Kirche als Privatbeichte, die oft bei Einsiedlern oder Mönchen stattfand, die sehr differenziert auf den Einzelnen eingehen konnten.
Erst etwa vom 9. Jahrhundert an wurde diese Form der Beichte eine feste kirchliche Institution, die in der katholischen und orthodoxen Kirche zu den sieben Sakramenten gezählt wird.
Das Zweite Vatikanische Konzil, das vom 11. Oktober 1962 - 8. Dezember 1965 im Vatikan stattfand, und die damit einhergehende Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche betonten wieder mehr die Heilswirkung dieses Sakramentes und legte deshalb Wert darauf, dass dieses Sakrament als "Feier der Versöhnung" verstanden wird.
Katholische Kirche
Voraussetzungen
In der katholischen Kirche versteht man unter Beichte entweder das Sündenbekenntnis als solches oder den Gesamtvorgang der Spendung des Bußsakramentes. Für die gültige Beichte müssen fünf Voraussetzungen gegeben sein:
Gewissenserforschung, Reue, guter Vorsatz, Bekenntnis und Wiedergutmachung.
• Die Gewissenserforschung zielt vor der eigentlichen Beichte darauf ab, sich der Sünden und ihrer Umstände bewusst zu werden.
• Die Reue ist der wichtigste Teil der Beichte. Man unterscheidet zwischen der vollkommenen Reue (aus Liebe zu Gott) und der unvollkommene Reue (aus dem Wunsch nach dem Himmel oder aus Angst vor der Verdammnis). In Verbindung mit der formgerechten Beichte ist jede der beiden Arten Reue auch allein hinreichende Mit-Voraussetzung für die Vergebung der Sünden.
• Der gute Vorsatz muss darin bestehen, in Zukunft alle schweren Sünden zu meiden.
• Für eine gültige Beichte ist das Bekenntnis aller schweren Sünden (sog. Todsünden) nötig, deren man sich seit der Taufe erinnert und die noch nicht durch eine sakramentale Beichte vergeben worden sind. Eine Sünde ist dann schwer, wenn ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache, mit klarem Bewusstsein und in freier Entschiedenheit übertreten worden ist. Es wird auch geraten, weniger schwere, so genannte lässliche Sünden zu bekennen.
• Die Wiedergutmachung besteht zum Einen darin, begangenes Unrecht soweit irgend möglich zu begleichen, beispielsweise muss Gestohlenes zurückgegeben werden. Zum anderen soll die Bußleistung im Gebet helfen, die Folgen der Schuld in Solidarität mit der Kirche abzutragen.
Somit können Pönitenten bei folgenden Kriterien keine Lossprechung bekommen:
• Wer keine Reue über seine Sünden empfinden will.
• Wer die nächste Sünde nicht meiden will, oder die Gelegenheiten zur Sünde.
• Wer seinen Feinden nicht verzeihen, fremde Ehre nicht wiederherstellen oder anderes Unrecht nicht begleichen will, obwohl er es könnte.
Lossprechung
Wesentlich bei der Beichte ist die sakramentale Absolution (Lossprechung), die in der katholischen Kirche nur durch einen geweihten Priester in Gegenwart des Pönitenten (d.h. des Beichtenden) erteilt werden kann (Telefonbeichte und Internet-Beichte sind nicht erlaubt). Einige Sünden, welche mit einer dem Apostolischen Stuhl reservierten Exkommunikation verbunden sind, können nur nach Rückfrage (Rekurs) des Beichtvaters beim zuständigen hierarchischen Vorgesetzten losgesprochen werden. Im Fall der Abtreibung haben gemäß Beschluss der Österreichischen und Deutschen Bischofskonferenz alle Beichtväter die Vollmacht zur Absolution auch von der damit verbundenen Exkommunikation. Die Lossprechungsformel lautet: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Pönitent antwortet mit "Amen".
und ein :)
emanuel - 24.10.2006, 15:28
hallo ihr lieben!
für mich stellt die beichte, besonders die in der katholischen kirche ein instrument dar,
das zur gemeinschaftsbildung beitragen soll.
um ein wesentliches mehr, als es das gebet tut. wobei gesagt werden muss, ein gebet sollte das gespräch mit gott sein, und dennoch ist es die grundform der gemeinschaftsbildung zwischen den menschlichen gläubigen.
die beichte, also das bekennen und die absicht des hinten anhaltens solcher taten
stellt meiner meinung so etwas wie die veredelung dieses vorsatzes dar,
eine gemeinschaft auf freundschaftlicher basis zu führen.
nun geschieht auf dieser welt nichts ohne grund, sogar der zufall hat seine begründung.
also können wir davon ausgehen, eine solche besondere form des gebetes und die ausreifung in der heute vorliegenden form hat ihren ursprung sowohl im engsten kreis des urchristentums, aus dem sie auch abgeleitet wurde und ebenso dessen weitere entwicklung lassen uns parallelen in der darauf folgenden gestaltung des christentums abseits vom judentum erkennen.
hier einerseits von der befreiung der erbsünde zu sprechen und der alle möglichen eigenschaften anzudichten,
und anderseits ein instrument in die liturgie einzuführen, mit dem eine fortführung falscher verhaltensweisen zur stabilisierung dieser gemeinschaft geboten werden,
das erweckt mir den eindruck der kontraproduktivität.
wie gesagt, ein mittel und eine weiterentwicklung des gemeinschaftsbildenden gebetes aus einer situation heraus,
mit der ein einsamer alpensenner oder ein insulaner im pazifik sehr wenig anfangen kann.
und ein :magic:
tara - 24.10.2006, 16:44
hallo emanuel
eine formelle Sündenvergebung hinzielt, gewöhnlich mit den Worten Deine Sünden sind dir vergeben oder Ich spreche dich los von deinen Sünden.
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kein mensch kann einen anderen menschen von seinen sünden lossprechen !
was getan wurde ist geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen :!:
man kann nur das getane bereuen und versuchen es wieder gutzumachen (wenn das überhaupt möglich ist)
menschen sind fehlerhaft und ein priester genauso !
er braucht sich nicht einbilden bei gott mehr bewirken zu können , als ein anderer mensch .
ich finde solche methoden echt lächerlich :roll:
grüße
tara
emanuel - 24.10.2006, 17:32
Zitat: ich finde solche methoden echt lächerlich
in der funktion selbst hast du bestimmt recht.
wenn es sich aber um eine weiterentwicklung handelt und als gemeinschaftsbildend fungiert, dann müssen wir erkennen, ob nun innen oder aussen, die beichte stärkt zwar ein gemeinschaftsgefühl in der gesellschaft selbst, aber sie trennt gleichzeitig von anderen menschlichen gemeinschaften.
immer das ziel im auge habend, die religionen müssen sich so vereinigen, wie es die UNO oder die Olympichen Spiele vorgeben.
wenn nicht werden sie irgend wann einmal von einer teilorganisation wie der UNESCO zum weltkulturerbe ernannt.
aber ich glaube da ist zu beginn viel mehr passiert.
ausgehend davon:
"ich werde euch den zeigen, vor dem ihr euch fürchten müsst!"
im schatten der werbung mit den techniken die schon vor 2000 jahren gang und gäbe waren und nicht zuletzt eingang in militärische überlegungen gefunden haben und dort genau so angewendet wurden.
zum beispiel die überwindung des todes von mindestens drei personen wird uns erzählt, von denen zwei zu blöd gewesen sind daraus eine erfahrung abzuleiten, bis auf einen, der dritte, der damit etwas anzufangen wusste.
vergleiche mit den zwei weltkriegen und gleicher situationen von 10.000 menschen oder sogar mehr bieten sich hier an.
dabei muss gesagt werden, in dem zuletzt genannten vergleich sind die einzelnen erfahrungswerte nicht spurlos an uns vorübergegangen.
wurde nun erkannt wie weit diese möglichkeit führt, obwohl man sich ihrer bedienen musste in ermangelung anderer möglichkeiten die uns zum beispiel heute offen stehen,
dann kann ich mir gut vorstellen, dass hier ein bekenntnis stattgefunden hat: ja, wir haben dies verwendet. um gleichzeitig das gegenmittel der gemeinschaft zu erkennen, womit dagegen etwas unternommen werde konnte.
am markantesten ist doch das beispiel, was man einem menschen alles vorführen kann und er dies für wahr hält, wenn wir nur an brot und wein denken.
gewiss werden sich bei solchen überlegungen einigen die haare einzeln senkrecht aufstellen, das ist mir schon klar.
aber das funktionieren der suggestion und was damit angestellt werden kann ist offensichtlich.
es geht über den ursprung der beeinflussung hinaus, die mit dieser möglichkeit sowohl das friedliche ruhige genau so wie das agressive kräftige fördern kann.
und ein :blume1: :flow: :blumegrin:
emanuel - 24.10.2006, 17:58
eines ist im zusammenhang mit den betrachtungen des urchristentums wichtig, darf auf keinem fall übersehen werden:
sie haben fast immer sogenannte zweierwege benutzt.
das heisst hier sei der wichtigste genannt,
in den forderungen an das jenseits wurde eine weiträumige lange zielsetzung gesteckt,
aber auch die alternative einer sofortigen verwirklichung der erwartungen aus dem jenseits wurde nicht ausser acht gelassen.
und ein :bb1:
tara - 25.10.2006, 07:43
aber das funktionieren der suggestion und was damit angestellt werden kann ist offensichtlich.
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ein wahres wort ! :roll:
grüße
tara
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