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tara - 23.09.2006, 10:20
Reinkarnation im frühen Christentum
Ein Auszug aus dem Buch
"REINKARNATION" von Ronald Zürrer
(ISBN 3-907824-01-6)
Origenes von Alexandria
Aus den vorangegangenen Zitaten wird erneut deutlich, daß das Wissen um die Karma- und Reinkarnationsgesetze zur Zeit Jesu noch selbstverständlich war und wohl auch zum urchristlichen Gedankengut gehörte. Wir müssen uns daher an dieser Stelle fragen, wie es dazu kam, daß dieses Wissen später verlorenging. Und wenn wir zur Beantwortung dieser Frage die Geschichte des Reinkarnationsgedankens im Frühchristentum untersuchen wollen, so müssen wir uns zunächst auch über die folgende wichtige Tatsache, die heute oft vergessen wird, im klaren sein:
Das frühe Christentum kannte in den ersten Jahrhunderten nach Jesus noch keine festen Lehrsätze (Dogmen), wie sie heute als unumstößliches Fundament der katholischen Kirchenlehre gelten. Als Glaubensgrundlage dienten in erster Linie die Originalhandschriften des Neuen Testaments, wobei zu beachten ist, daß es darin noch keine systematische Aufstellung irgendwelcher Lehren und keine aus formulierten Abhandlungen über irgendwelche Grundsätze in Religion und Philosophie gab, sondern nur fragmentarische Erzählungen mit geringem Bemühen um eine chronologische Ordnung sowie kurze Gespräche und Briefe. Daneben galten auch die etwas systematischeren Schriften der Kirchenväter oder Kirchenlehrer als maßgeblich, welche jedoch die unterschiedlichsten Themen behandelten und dabei durchaus nicht in allen Punkten übereinstimmten.
Unter dem Begriff der Kirche wurde auch noch keine feste Organisation oder Institution verstanden, sondern sie stellte vielmehr eine lockere Gruppe oder Gemeinschaft derer dar, die bestrebt waren, die von Jesus und seinen Anhängern verkündete Botschaft zu verstehen und dementsprechend zu leben. Wichtig ist ebenfalls die Tatsache, daß es im Urchristentum noch keine Trennung in eine griechische und eine römische Kirche gab und daß die ersten großen Kirchenlehrer allesamt dem griechischen Kulturkreis entstammten und der im Entstehen begriffenen christlichen Lehre folglich zuweilen eine deutlich griechische Prägung gaben. (Die Streitigkeiten zwischen der römischen und der griechischen Kirche führten erst später, im Jahre 1054, zum großen Schisma, d.h. zur Kirchenspaltung in die griechisch-orthodoxe und römisch-katholische Kirche.)
In den ersten Jahrhunderten nach Jesus war die Entwicklung der Kirchenlehre also maßgebend bestimmt von den theologischen Lehrsätzen, die von den führenden Kirchengelehrten in speziellen Kirchenversammlungen festgelegt wurden. Doch je mehr sich das aufstrebende Christentum in den kommenden Jahrhunderten zu einer wirtschaftlich und politisch mächtigen Weltreligion entwickelte, desto mehr gingen auch viele der ursprünglichen Grundgedanken verloren, und an ihre Stelle traten oft eher "weltliche" Überlegungen - um es gelinde auszudrücken. Es ist daher augenscheinlich, daß uns grundlegende theologische Untersuchungen unweigerlich ins Urchristentum führen, denn die ersten Christen waren, wie sich zeigen wird, nicht nur zeitlich "näher bei Christus".
Diesen Sachverhalt möchten wir in der Folge am Beispiel der wohl herausragendsten und einflußreichsten Persönlichkeit des Urchristentums illustrieren: Origenes von Alexandria (185-254), dessen Name gerade im Zusammenhang mit dem Reinkarnationsgedanken immer wieder genannt wird - und dies zurecht.
Origenes ist der erste und einer der größten Gelehrten und Bibelkenner, die das Christentum je gekannt hat. Er war ein Wissenschaftler, der alle weltlichen Ehren der damaligen griechischen Bildungswelt errungen hatte, und er ist außerdem der einzige, der die Lehre des Christentums auch literarisch in Form eines geschlossenen philosophischen Systems darstellte. Um alle seine Aussagen auf ein breites biblisches Fundament abzustützen, erstellte er sich eine umfassende Textausgabe des Alten Testaments (die "Hexapla"), so daß er seine Lehren immer auf diese Grundlage beziehen konnte. Er beherrschte neben der griechischen Sprache auch Hebräisch (die Sprache der alttestamentarischen Urtexte), und erlernte darüber hinaus sogar eigens die Muttersprache Jesu, Aramäisch, um auch die Texte jener im Original lesen zu können, die Jesus persönlich gekannt und sein Leben und seine Lehren schriftlich festgehalten hatten. Origenes kann also, ohne Übertreibung, als Universalgelehrter von Weltrang bezeichnet werden. Er ist "Zeuge höchsten christlichen Wissens und dessen überragender Lehrer. Seine literarische Hinterlassenschaft stellt bis ins 20. Jahrhundert die umfassendste und tiefste Erschließung der Bibel dar." (aus der Einleitung des Buches "Origenes der Diamantene" von Robert Sträuli, 1987). Origenes war zudem der Leiter der berühmten Katechetenschule von Alexandria (im heutigen Ägypten), wo sich auch die größte Bibliothek des Altertums befand, mit der umfangreichsten Schriftensammlung der gesamten damaligen Welt. Viele Fachkenner sind sich darüber einig, daß sich mit größter Wahrscheinlichkeit dort auch zahlreiche vedische Originaltexte in Sanskrit befanden, denn es herrschte bereits damals ein reger kultureller und philosophischer Austausch zwischen den Gelehrten der griechischen, persischen und indischen Hochkulturen. Diese höchst bedeutende Bibliothek wurde indes im Jahre 389 von einem christlichen Glaubensfanatiker, dem Patriarchen Theophilus, in Brand gesteckt.
Durch diese bedauernswerte Tat wurde wertvollstes Wissen unwiederbringlich zerstört, was die historische Forschung heute erheblich erschwert. Es ist jedoch wichtig zu beachten, daß aufgrund dieser Tatsache keiner der späteren Kirchengelehrten nach Origenes solche Voraussetzungen für seine wissenschaftliche Arbeit hatte wie Origenes - auch nicht jene, die später versuchten, seine Lehren zu widerlegen.
Kurzum: Origenes hatte also Kenntnis sämtlicher verfügbaren Originaldokumente des Christentums, sowohl der heiligen Schriften der Juden als auch der Evangelien und Apostelbriefe und der heute als apokryph («unecht») bezeichneten Schriften, und er verfügte außerdem über fundiertes Wissen der griechischen, persischen und vermutlich auch der vedischen Philosophie. Er hatte Pythagoras, Platon und Plotin gelesen und war ein persönlicher Schüler des großen Gelehrten Ammonius Sakkas aus Alexandria (175-242), des Begründers der neuplatonischen Lehre.
Die umfassende Gelehrsamkeit des Origenes auf theologischem Gebiet veranlaßte den damaligen Bischof von Alexandria, Demetrius, diesen einmaligen Sachkenner auf Missionsreisen zu schicken, insbesondere wenn es darum ging, Meinungsstreitigkeiten unter Theologen zu widerlegen. Wie erwähnt, vertraute er Origenes auch die Leitung der blühenden Katechetenschule an, verlieh ihm also ein kirchliches Lehramt.
Der gleiche Bischof Demetrius aber war später auch der erste, der Origenes der Irrlehre bezichtigte, wobei seiner Handlungsweise jedoch offensichtlich ein rein egoistisches Motiv, nämlich gekränkte Eitelkeit und Neid, zugrunde lag: Als die Bischöfe in Caesarea (Palästina), wo sich Origenes längere Zeit zu Lehrzwecken aufhielt, diesen aufgrund seiner Beliebtheit und Gelehrsamkeit zum Presbyter (Priester) weihten, sah Demetrius darin einen Eingriff in seine Rechte und veranlaßte in Origenes' Abwesenheit die Aberkennung seiner Priesterwürde und seine Verbannung (dies im Jahre 231). Dieser "Fall Origenes" ist in der christlichen Kirchengeschichte wahrscheinlich das erste Beispiel eines Konfliktes zwischen einem unabhängigen christlichen Gelehrten und der Autorität der über ihm stehenden kirchlichen Behörde - das erste Beispiel also für den Kampf um die Wahrheit gegen den Kampf um die Macht im hierarchischen System. Leider, so muß man allerdings sagen, bei weitem nicht das einzige und letzte.
In den folgenden Jahrhunderten wurden die Lehren dieses größten aller Kirchengelehrten, der zu seinen Lebzeiten keinen Sachkenner gleichen Ranges gekannt hatte, immer wieder der Häresie (Ketzerei) bezichtigt. Dennoch vertraten einige führende Theologen auch nach Origenes' Tod weiterhin seine Ansichten, so daß die theologischen Streitigkeiten um seine Lehren mit einem für die heutige Zeit unvorstellbaren Fanatismus ausgetragen wurden.
Weil, vor allem in Palästina, bis ins 6. Jahrhundert (also 300 Jahre nach seinem Tode) teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände unter den betroffenen Mönchsgruppen herrschten, übergaben einige Origenes-Gegner dem im Jahre 542 in Palästina weilenden päpstlichen Gesandten Pelagius eine Klageschrift an den herrschenden Kaiser Justinian I. in Konstantinopel (Byzanz). Diese Schrift wie auch andere Motive führten in der Folge dazu, daß die Lehren des Origenes offiziell aus der aufstrebenden christlichen Kirche verbannt wurden. Wir werden im Anschluß noch auf den genauen Verlauf der Beseitigung seiner Lehren zu sprechen kommen. Vorerst wollen wir aber diese sogenannt "ketzerischen" Ansichten, die zu derartig tiefgehenden Streitigkeiten und zu solch blutigen Auseinandersetzungen in der frühchristlichen Geschichte führten, etwas genauer betrachten.
Origenes' Lehre
Origenes verfaßte insgesamt rund 2000 Schriften, die später leider alle größtenteils zerstört wurden. Seine bis in die heutige Zeit überlieferten Werke lagen zudem lange Zeit nicht im Original, sondern nur in der lateinischen Übersetzung des Rufinus von Aquileja vor, der in der Einleitung selbst zugibt, daß er bei der Übertragung vom Griechischen ins Lateinische gezwungen war, gewisse Korrekturen im Sinne der kirchlichen Dogmen vorzunehmen. Erst vor wenigen Jahrzehnten wurden in Ägypten einige Originale von Origenes' Schriften gefunden, die sich in der Tat von der Übersetzungen des Rufinus an wichtigen Stellen teilweilse deutlich unterscheiden. Dennoch können wir anhand der überlieferten Textstellen die Grundzüge seiner Lehre skizzieren: Origenes lehrte, daß es eine Rangordnung unter den Wissenschaften gebe, an deren Spitze nicht mehr die Philosophie, sondern vielmehr die Theologie, die Wissenschaft über Gott, zu stehen habe: "Wenn die Söhne der Weltweisen von Geometrie, Musik, Grammatik, Rhetorik und Astronomie sagen, sie seien die Mägde der Philosophie, so können wir von der Philosophie in ihrem Verhältnis zur Theologie dasselbe sagen." Folglich verlangte er von den Theologen, sämtliche verfügbaren alten philosophischen und wissenschaftlichen Schriften zu kennen und durchzuarbeiten und allem ein gerechtes Ohr zu leihen, wofür er selbst das beste Beispiel gab.
In seinen Lehren nimmt Origenes denn auch eine weitgehende, ja für die Kirchenmacht zu weit gehende Verschmelzung christlicher mit neuplatonischen Gedanken vor. In seinem Hauptwerk "De principiis" (Von den Grundlehren) beschrieb er, gleich den Neuplatonikern, das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen (d.h. den Seelen) wie jenes zwischen der Sonne und dem Glanz, der von ihr ausstrahlt - ein Vergleich übrigens, der sich, wie erwähnt, bereits im vedischen Visnu Purana (1.22.53) findet. Jesus steht dabei als Gottes Sohn in gleichem Abstand von beiden zwischen Gott und den Menschen als Vermittler.
Weiter lehrte Origenes, daß die gesamte Schöpfung - also sowohl die unvergängliche spirituelle Welt als auch die zeitlich begrenzte körperliche (materielle) Welt - von Gott geschaffen wurde und daß "kein Wesen existiert, das nicht von Ihm sein Dasein erhalten hätte". Mit anderen Worten, alle Vernunftwesen (von Origenes Logika genannt) gehen ewig aus Gott hervor und sind demzufolge selbst auch ewig, da sie mit Gott verwandt sind. Im Urzustand waren alle Logika nichtmaterielle Wesen und gaben sich der unmittelbaren Schau ihres gemeinsamen Vaters hin.
Interessant ist an dieser Stelle auch der Vergleich des zusammenhängenden Welt-, Gottes- und Menschbildes des Origenes mit den entsprechenden Aussagen der Bhagavad-gita, die ihm, dem großen Gelehrten, aller Wahrscheinlichkeit nach bekannt war:
Gott sprach: Ich bin der Ursprung sowohl der spirituellen als auch der materiellen Welt. Alles geht von Mir aus. Die Weisen, die dies vollkommen verstanden haben, beschäftigen sich in Meinem hingebungsvollen Dienst und verehren Mich von ganzem Herzen. (Bg. 10.8)
Alle Lebensformen werden durch Geburt in der materiellen Natur ermöglicht, und Ich bin der samengebende Vater. (Bg. 14.4)
Die individuellen Unterschiede zwischen den "himmlischen, irdischen oder unterirdischen Wesen", so lehrte Origenes, sind erst durch den Fall, das Wegfallen von Gott, entstanden. Grund und Ursache dieses Falles sind demnach nicht im Schöpfer zu suchen, sondern in den Lebewesen selbst, da, wie er schreibt, "die Ursache der Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit unter den einzelnen Geschöpfen von ihren eigenen Bewegungen herrührt, die teils lebhafter, teils träger sind, entsprechend ihrer Tugend und Schlechtigkeit, nicht aber aus ungleicher Behandlung durch den Ordner der Welt." Auch hier ist die Parallele zur vedischen Lehre der drei Erscheinungsweisen (Gunas) unübersehbar:
Die materielle Natur besteht aus drei Erscheinungsweisen - Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit. Wenn das Lebewesen mit der Natur in Berührung kommt, wird es durch diese Erscheinungsweisen bedingt. (Bg. 14.5)
Man sollte verstehen, daß die materielle Natur und die Lebewesen anfanglos sind. Ihre Umwandlungen und die Erscheinungsweisen der Materie sind Produkte der materiellen Natur. Die Natur gilt als die Ursache aller materiellen Ursachen und Wirkungen, wohingegen das Lebewesen die Ursache der verschiedenen Leiden und Genüsse in dieser Welt ist. So folgt das Lebewesen in der materiellen Natur den Wegen des Lebens und trifft mit Gut und Schlecht in den verschiedenen Lebensformen zusammen. (Bg. 13.20-22)
Gemäß Origenes ist bestimmend für den Ort, an dem sich ein Vernunftwesen aufgrund seiner "eigenen Bewegung" befindet, sein eigener freier Wille, den ihm der Schöpfer als größtes Geschenk mitgegeben hat und durch den es der Seele möglich ist, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Er schreibt:
Denn der Schöpfer gewährte den Intelligenzen, die er schuf, willensbestimmte, freie Bewegungen, damit in ihnen eigenes Gut entstehe, da sie es mit ihrem eigenen Willen bewahrten. Doch Trägheit, Überdruß an der Mühe, das Gute zu bewahren, und Abwendung und Nachlässigkeit gegenüber dem Besseren gaben den Anstoß zur Entfernung vom Guten.
Auch bei einem anderen großen Kirchengelehrten, dem frühen Dalmatier Hieronymos (347-419), dessen größte Leistung die erste lateinische Bibelübersetzung (die "Vulgata") war, vereinigen sich klassisch-griechische und biblische Überlieferungen. In seinen "Epistulae" heißt es:
Alle körperlosen und unsichtbaren vernünftigen Geschöpfe gleiten, wenn sie in Nachlässigkeit verfallen, allmählich auf niedere Stufen herab und nehmen Körper an je nach Art der Orte, zu denen sie herabsinken: zum Beispiel erst aus Äther, dann aus Luft, und wenn sie in die Nähe der Erde kommen, umgeben sie sich mit noch dichteren Körpern, um schließlich an menschliches Fleisch gefesselt zu werden... Dabei wechselt der Mensch seinen Körper ebensooft, wie er seinen Wohnsitz beim Abstieg vom Himmel zur Erde wechselt.
Und in einem Brief an Demetrius schreibt Hieronymos, daß "die Reinkarnationslehre unter den ersten Christen als geheime, den Laien nicht offenbarte Überlieferung behandelt und nur den Auserlesenen erklärt wurde."
Aus diesen Zeugnissen geht hervor, daß sowohl Origenes als auch andere bedeutende frühchristliche Theologen, Philosophen und Kirchenlehrer - so zum Beispiel auch Justinus der Märtyrer (100-165), Tatian (2. Jhd.), Clemens von Alexandria (150-214), Gregorios von Nyssa (334-395), Synesios von Kyrene (370 413) oder auch der Hl. Augustinus (354-430) und der Bischof Nemesios von Emesa (um 400-450) - die Ansicht vertraten, daß die Seelen der Menschen schon vor der Entstehung der materiellen Welt vorhanden waren. Mit anderen Worten, all diese frühen Kirchenlehrer waren von der später so umstrittenen Präexistenz der Seele vollständig überzeugt. Diese wiederum ist, wie bereits dargelegt, eine wichtige Voraussetzung für die Reinkarnationslehre und wird außerdem durch die folgende Bibelstelle bestätigt:
Das Wort des Herrn erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. (Jer 1,4-5)
In "De principiis" vertritt Origenes denn auch ganz direkt die Prinzipien von Karma und Reinkarnation. Es heißt dort beispielsweise:
Wenn man wissen will, weshalb die menschliche Seele das eine MaL dem Guten gehorcht, das andere Mal dem Bösen, so hat man die Ursache in einem Leben zu suchen, das dem jetzigen Leben voranging. Jeder von uns eilt der Vollkommenheit durch eine Aufeinanderfolge von Lebensläufen zu. Wir sind gebunden, stets neue und stets bessere Lebensläufe zu führen, sei es auf Erden, sei es in anderen Welten. Unsere Hingabe an Gott, die uns von allem Übel reinigt, bedeutet das Ende unserer Wiedergeburt.
Und an einer anderen Stelle schreibt er:
Aufgrund einer Anziehung an das Böse nehmen bestimmte Seelen Körper an, zunächst einen menschlichen. Nachdem ihre Lebensspanne als Mensch dann abgelaufen ist, wechseln sie aufgrund irrationaler Begierden in einen Tierkörper über, von wo sie auf die Ebene von Pflanzen sinken. Aus diesem Zustand erheben sie sich wieder, indem sie die gleichen Stufen durchlaufen, und kehren zu ihren himmlischen Orten zurück.
Nach Origenes besteht also letztlich der Sinn und Zweck allen Lebens innerhalb der materiellen Welt darin, daß sich die Seelen durch viele Inkarnationen hindurch läutern und veredeln, bis alle, durch Befolgen der Gebote Jesu und durch ihre Liebe und Hingabe zu Gott, schließlich wieder in die ewige Gemeinschaft Gottes gelangen:
Denn Gott lenkt die Seelen nicht nur im Hinblick auf die, sagen wir, fünfzig oder sechzig Jahre dieses irdischen Lebens, sondern auf die unendliche Ewigkeit; denn Er hat die geistige Substanz unvergänglich gemacht und Ihm selbst verwandt, und die vernünftige Seele ist nicht von der Heilung ausgeschlossen, als wäre sie auf das Leben hier auf Erden beschränkt... Diese [Rückkehr zu Gott] muß mam sich aber nicht als ein plötzliches Geschehen vorstellen, sondern als ein allmähliches, stufenweise im Lauf von unzähligen und unendlich langen Zeiträumen sich vollziehendes, wobei der Besserungsprozess langsam den einen nach dem anderen erfaßt; einige eilen voraus und streben rascher zur Höhe, andere folgen in kurzem Abstande, und wieder andere weit hinten; und so gibt es zahllose Stufen von Fortschreitenden, die aus der Feindschaft zur Versöhnung mit Gott kommen, und am Ende steht der "letzte Feind", welcher der "Tod" genannt wird, und der ebenfalls vernichtet wird, auf daß er nicht länger ein Feind sei.
Diese letzte Aussage bezieht sich auf die Bibelstelle 1 Kor 15,26, die Origenes wie folgt erklärt:
Die Vernichtung des letzten Feindes ist aber so zu verstehen, daß nicht seine von Gott geschaffene Substanz vergeht, sondern seine feindliche Willensrichtung, die nicht von Gott, sondern von ihm selbst stammt. Er wird also vernichtet, nicht um künftig nicht zu sein, sondern um künftig nicht mehr "Feind" und "Tod" zu sein.
Auch gemäß der vedischen Theologie besteht die einzige Möglichkeit für die Seele, aus dem Kreislauf der Seelenwanderung auszubrechen - also "den letzten Feind, welcher der Tod genannt wird" zu bezwingen -, darin, daß sie sich von ihrer feindlichen Gesinnung Gott gegenüber abwendet und sich Ihm wieder zuwendet:
Diejenigen, die Mich verehren, die all ihre Tätigkeiten Mir weihen, Mir ohne Abweichung hingegeben sind, sich im hingebungsvollen Dienst beschäftigen und immer über Mich meditieren, indem sie ihren Geist fest auf Mich richten - sie befreie Ich sehr schnell aus dem Ozean von Geburt und Tod. (Bg. 12.6-7)
Die Beseitigung des Wissens um die Reinkarnation
Wie gesagt ist es höchst bedauerlich, daß das Gesamtwerk der Lehren Origenes' nicht mehr in vollem Umfang und im Original vorliegt, sondern aus den Schriften anderer, die teilweise seine Gegner waren, rekonstruiert werden mußte. Die Zeugnisse des Wissens um Karma und Reinkarnation sind jedoch trotzdem noch so zahlreich, daß es verwundert, daß und wie es gelingen konnte, sie später bis in die heutige Zeit als bedeutungslos hinzustellen oder zu verschweigen.
Hier finden wir ein Beispiel dafür, wie viel die institutionalisierte Kirche im Laufe der Zeit vom ursprünglichen Gedankengut wegschnitt und abtrennte, um ihr eigenes, enges, selbstgeschaffenes Lehrgebäude zu errichten. Ja, sie beraubte das Christentum, dessen Verwalter sie zu sein behauptet, um Teile des grundlegenden Wissens über die Zusammenhänge, die den Unterweisungen Jesu Christi für die Menschheit erst Sinn geben. Und die herausgebrochenen Teile dieses Fundaments wurden dann notdürftig mit blinden Dogmen ersetzt.
Bei der exakten Untersuchung dieser Sachverhalte steht die heutige historische Wissenschaft vor dem Problem, daß zahlreiche Glaubensfanatiker der Vergangenheit oftmals bedenkenlos historische Zeugnisse vernichtet und verfälscht haben und ihre Meinungsgegner nicht nur mit geistigen, sondern vor allem mit politischen oder kriegerischen Mitteln bekämpften. Der aus einem solchen Kampf hervorgegangene Sieger pflegte dann seine Anschauung als die alleingültige Wahrheit zu verkünden. Will man daher heute feststellen, ob die Lehre der Reinkarnation tatsächlich im Urchristentum enthalten war, muß man auch die politischen Hintergründe jener Zeit aufhellen.
Wie wir bereits ausführten, hatte das frühe Christentum in der Zeit des Origenes noch keine festen Dogmen gekannt, und unter dem Begriff der Kirche wurde noch keine feste Institution verstanden. Die Entwicklung der Kirchenlehre war also hauptsächlich von gewissen theologischen Lehrsätzen bestimmt gewesen, die an Kirchenversammlungen festgelegt worden waren. Erst nachdem das Christentum im 4. Jahrhundert römische Staatsreligion geworden war, entstanden die ersten Dogmen, wobei der Entstehung dieser kirchlichen Glaubenssätze bekanntlich keine innere Systematik zugrunde lag. Sie wurden nicht als allgemeingültige Glaubenswahrheiten verfaßt, sondern waren ursprünglich Leitsätze zur Abwehr gewisser Glaubensauffassungen, die mit kirchlichen Interessen nicht übereinstimmten und daher zu Irrlehren erklärt werden mußten.
Offiziell nach dem Konzil zu Nicaa (das erste große Konzil der Kirchengeschichte) im Jahre 325 - aber, wie anzunehmen ist, auch schon vorher - begann die bewußte Abänderung oder gar Ausmerzung mißliebiger oder unverstandener Stellen in den Schriften des Neuen Testaments. Von kirchlichen Behörden eigens zu diesem Zwecke ernannte Corrctores wurden bevollmächtigt, Schrifttexte im Sinne dessen zu "korrigieren", was nach Ansicht der Machthaber als richtig galt. Es ist wahrscheinlich, daß in jener Zeit zahlreiche Stellen des Neuen Testaments, welche die Reinkarnationslehre betrafen, entfernt wurden.
Diese Praxis wurde auch durch die folgenden drei ökumenischen Konzilien nicht aufgehalten - Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalcedon (451). Im Gegenteil, diese arbeiteten Jesus Christus immer klarer als den einzigen Erlöser unseres Zeitalters heraus und stellten jedem "wahren" Christen die Befreiung aus der Sterblichkeit des materiellen Körpers alleine durch das Annehmen Christi und seiner Kirche! - in Aussicht. Dadurch wurde natürlich die Lehre der Reinkarnation zusehends verdrängt, da sie für den "wahren" Christen nicht mehr zutreffend (und auch nicht mehr erwünscht) war, bis sie schließlich auf dem nächsten, dem fünften Konzil (Konstantinopel, 553) endgültig abgeschafft wurde.
Liest man die Geschichte der Konzilien und der Entstehung der Dogmen nach, muß man zudem feststellen, daß diese vielfach von heftigen Auseinandersetzungen über den rechten Glauben begleitet war. Hierbei ging es meist nicht so sehr um die Grundsätze der Religion oder um das Wohl der Gläubigen, als vielmehr um die Führungsrolle und den Einfluß der Kirche. Da es sich also letztlich um eine politische Entscheidung handelte, welche Auffassung sich durchsetzte, muß man davon ausgehen, daß in den Dogmen in erster Linie eigennützige kirchliche Interessen ihren Niederschlag fanden. Die spätere Erklärung, bei der Entstehung der Dogmen habe der heilige Geist mitgewirkt oder sie seien gar von Gott offenbart, ist unter diesen Voraussetzungen wenig glaubwürdig.
In diesem Umfeld müssen wir auch die Beseitigung des Wissens um die Reinkarnation betrachten, deren Verlauf im folgenden kurz dargestellt werden soll. Aus vielfältigen, zum Teil machtpolitischen und zum Teil egoistisch-menschlichen Gründen waren also nach dem Tode des Origenes zahlreiche theologische Streitigkeiten um seine Lehren entbrannt, insbesondere auf dem Gebiet der Eschatologie, der "Lehre von den letzten Dingen". Und weil Origenes als die überragende Gestalt der frühen Kirche überall anerkannt wurde - er galt als die Autorität schlechthin, und Gegner wie Befürworter beriefen sich auf ihn -, verknüpfte man das Wissen um die Reinkarnation immer mehr mit seinem Namen.
Der Streit und die innerkirchlichen Intrigen um Origenes wurde im Verlauf der darauffolgenden Jahrhunderte immer heftiger und forderte immer dringender eine endgültige Entscheidung. So kam es in der Mitte des 6. Jahrhunderts schließlich zu einem folgenschweren Ereignis, welches in der Konsequenz die Verdrängung und Beseitigung der Reinkarnationslehre aus dem institutionalisierten Christentum auslöste.
Die Synode zu Konstantinopel (543)
Auf Drängen des byzantinischen Kaisers Justinian I. (527-565) wurde im Jahre 543 in Konstantinopel eine Synode der Ostkirche einberufen, die das erklärte Ziel hatte, die theologischen Differenzen um die Lehren des Origenes (der 300 Jahre zuvor gelebt hatte!) ein für allemal zu beenden. Diese Lehren wurden, ohne Rücksicht auf die Haltung des damaligen römischen Papstes Vigilius, durch die Synode mit neun Anathemata (Bannflüchen) belegt, wobei der für die Frage der Seelenpräexistenz und der Reinkarnation entscheidende erste Bannfluch lautet:
Wenn einer sagt oder meint, die Seelen der Menschen seien präexistent gewesen, insofern sie früher Geistwesen und heilige Mächte gewesen seien, es habe sie aber Überdruß ergriffen an der Schau Gottes und sie hätten sich zum Schlechten gewendet, darum sei die göttliche Liebe in ihnen erkaltet ... und seien zur Strafe in Körper hinabgeschickt worden - der sei anathema (verflucht).
Außerdem wurden (im neunten Bannfluch) auch all diejenigen verflucht, die nicht glauben würden, daß es eine ewige Bestrafung der Dämonen und gottlosen Menschen gebe. All diese Verfluchungen geschahen auf die äußerst persönlich motivierte Anweisung von Kaiser Justinian (und dessen intriganter Gemahlin Theodora), der sich selbst als Oberherrn der Kirche verstand. Über diesen zwielichtigen Kaiser schreibt der Historiker Georg Ostrogorsky in seiner "Geschichte des byzantinischen Staates" (in: "Handbuch der Altertumswissenschaft", 1963):
Auch als Christ blieb Justinian Römer, und die Idee einer Autonomie der religiösen Sphäre war ihm völlig fremd. Päpste und Patriarchen behandelte er als seine Diener. In derselben Weise wie er das Staatswesen leitete, dirigierte er auch das Kirchenleben, in jede Einzelheit der Kirchenverfassung persönlich eingreifend. (S. 65)
Noch deutlicher drücken es B. Altaner und A. Stuiber in "Patrologie - Leben, Schriften und Lehre der Kirchenväter" (1966) aus:
Mit terroristischer Politisierung der Theologie versuchte Justinian, die geistigen Anreger der Vergangenheit und Gegenwart zu verketzern, hatte aber auch den Ehrgeiz, selbst als theologischer Schriftsteller zu glänzen. (S. 513)
Und Hermann Bauer schreibt in "Der Einfluß Ostroms" (1982):
Umso leichter hatte es Kaiser Justinian, da in Rom Papst Vigilius residierte, der wegen der Ostgotengefahr auf militärische Hilfe des Kaisers angewiesen war und darüber hinaus eine Marionette der Kaisergemahlin Theodora war, der er das Papstamt (537) letztlich verdankte. Die Persönlichkeit des Kaisers, die allgemeine Kriegssituation im oströmischen Reich und dazu die drohende Gefahr, in Palästina durch origenistisch gesinnte Mönchsgruppen noch einer zusätzlichen innenpolitisch-religiösen Kriegsfront gegenüberzustehen, diese Gründe gaben das politische Motiv zur Beseitigung des Wissens um die Reinkarnation.
Ein weiteres Motiv gab Justinians ehrgeizige und herrschsüchtige Frau Theodora. Sie war (nach Procopius) die Tochter eines Bärenwärters im Amphitheater von Byzanz gewesen. Ihren kometenhaften Aufstieg zur Herrscherin des Reiches begann sie als Kurtisane. Um mit ihrer schändlichen Vergangenheit ganz zu brechen, ließ sie später als sittenstrenge Kaiserin 500 ihrer ehemaligen Berufsgenossinnen mißhandeln und martern. Da sie nach den Gesetzen des Karma (die Origenes in seinen Schriften "De principiis" und "Contra Celsum" unmißverständlich bejaht hatte) in einem späteren Leben für diese Greueltaten hätte büßen müssen, wirkte sie nun beim Kaiser darauf hin, die Wiedergeburtslehre einfach abzuschaffen. Von der Wirksamkeit dieser Aufhebung durch einen "göttlichen Beschluß" muß sie ganz und gar überzeugt gewesen sein.
Aus welchen fragwürdigen Motiven auch immer - Tatsache ist, daß an der Synode der Ostkirche im Jahre 543 Origenes' Lehren verdammt wurden. Die Bannflüche wurden daraufhin unter dem unnachgiebigen Druck Kaiser Justinians von sämtlichen Patriarchen unterzeichnet, einschließlich Papst Vigilius', der 544 eigens zu diesem Zwecke fast gewaltsam nach Konstantinopel gebracht wurde. Mit ihrer Unterzeichnung reihte die Kirche den bedeutendsten und herausragendsten Theologen des frühen Christentums, Origenes, aus rein weltlichen Gründen unter die ketzerischen Irrlehrer. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß in der Folge in den kirchlichen Dokumenten aufs neue alles entfernt oder verändert wurde, was gegen diese dogmatischen Lehrsätze sprach. Die heutige Geschichtsforschung muß sich also auf Stellen stützen, die offenbar übersehen wurden.
Das Konzil zu Konstantinopel (553):
Ein historischer Irrtum
Origenes' Lehre von der Präexistenz und der Reinkarnation der Seele wurde dann zehn Jahre später, also 553, durch das fünfte ökumenische Konzil zu Konstantinopel nochmals verurteilt, wobei inhaltlich ungefähr dieselben Bannflüche wie zehn Jahre zuvor ausgesprochen wurden. Dadurch wurde die Reinkarnationslehre offiziell zur "heidnischen Irrlehre" erklärt und rechtmäßig abgeschafft, und somit ist es jedem gläubigen und kirchentreuen Christen seitdem strengstens verboten, an die Reinkarnation zu glauben... - Dies jedenfalls glauben bis zum heutigen Tage praktisch alle Kirchenhistoriker sowie auch der überwiegende Teil der weltweiten Christenheit.
Tatsächlich aber fiel das urchristliche Wissen um die Reinkarnation im Jahre 553 einem fatalen historischen Irrtum zum Opfer. Denn die vermeintlich offizielle Verfluchung der Wiedergeburtslehre war, wie oben beschrieben, lediglich auf eine persönlich motivierte Machtdemonstration des byzantinischen Kaisers Justinian zurückzuführen.
Entweder gingen bedeutende Teile der Konzilsakten, die den Fall Origenes betrafen, durch "Zufall" verloren oder wurden später aus irgendwelchen Gründen gefälscht, oder aber - was wahrscheinlicher ist - es wurde an den acht offiziellen Konzilssitzungen über Origenes und seine Verfluchung gar nicht verhandelt! Denn die Sitzungen befaßten sich laut Protokoll lediglich mit dem Streit um drei von Justinian als Ketzer bezeichnete Gelehrte (den sogenannten "drei Kapiteln"), gegen die der Kaiser schon vier Jahre zuvor ein Edikt erlassen hatte. Von Origenes jedoch ist keine Rede. Auch die folgenden Päpste Pelagius I. (556-561), Pelagius II. (579-590) und Gregorius (590-604) reden vom fünften Konzil, ohne Origenes auch nur zu erwähnen. Doch obwohl über Origenes in den Konzilssitzungen offenbar nicht verhandelt wurde, findet sich im 11. Canon des Konzils der folgende Bannfluch:
Wer nicht verflucht... Origenes samt seinen gottlosen Schriften und alle anderen Häretiker, welche verflucht sind von der heiligen katholischen und apostolischen Kirche..., der sei verflucht.
Vermutlich wurde dieser seltsame Bannfluch von Kaiser Justinian vor Eröffnung des Konzils den Patriarchen vorgelegt, die dann zur Unterzeichnung genötigt wurden.
Interessant ist auch, daß Papst Vigilius bewußt an keiner einzigen Sitzung teilnahm, obwohl er sich auf Geheiß des Kaisers während der fraglichen Zeit (5. Mai bis 2. Juni 553) in Konstantinopel aufhielt. Aus diesem Grunde stand dem Konzil nicht wie üblich der Papst vor, sondern der Patriarch von Konstantinopel, Eutychius, ein treuer Diener Kaiser Justinians. Ebenfalls interessant ist, daß von den anwesenden 165 Bischöfen nur einige wenige aus den Westländern zugelassen waren, während die anderen eine Teilnahme unter diesen Voraussetzungen ablehnten. Das heißt: Das Konzil zu Konstantinopel war praktisch eine ganz persönliche Versammlung Kaiser Justinians, auf dem er mit seinen von ihm abhängigen Vasallen (gegen den Protest des Papstes und der römischen Bischöfe) die Lehre von der Vorexistenz der Seele willkürlich mit Fluch und Bann belegte und damit der ursprünglich christlichen Lehre der Reinkarnation die Grundlage entzog.
(Aufgrund der Tatsache, daß sich Papst Vigilius geweigert hatte, am Konzil zu Konstantinopel teilzunehmen, wird von einigen fortschrittlichen katholischen Gelehrten neuerdings bezweifelt, ob dieses Konzil und die damaligen "Beschlüsse" überhaupt für die Katholiken kirchenrechtliche Gültigkeit besitzen, ob, mit anderen Worten, die Lehre von der Reinkarnation nicht nach wie vor ein Teil des kirchlichen Gedankengutes sei...)
Das vierwöchige Konzil endete am 2. Juni 553, aber erst am 8. Dezember 553 unterzeichnete Papst Vigilius unter dem unnachgiebigen Druck des Kaisers und aus Angst vor der Exkommunikation (!) und vor der Ernennung eines Gegenpapstes schließlich die Konzilsakte - vermutlich ohne etwas über die vorherigen Abmachungen gegen Origenes zu wissen. "Alles in allem also eine höchst zweifelhafte Angelegenheit. Von Rechtmäßigkeit keine Spur!", schreibt Rudolf Passian in seinem Buch "Wiedergeburt - Ein Leben oder viele?" (S. 223).
Wer sich in kurzer Form über die Art, wie man Glaubensdifferenzen zu Zeiten der ersten fünf ökumenischen Konzilien auszutragen pflegte, informieren möchte dem sei die kleine Schrift von Dr. iur. Robert Kehl, "Ein sonderbarer Heiliger Geist", empfohlen. Kehl fordert von den Kirchen, "wenn sie wieder glaubwürdig werden wollen", eine klare Distanzierung von jenen Konzilien und den dort (vor dem Hintergrund von Terror und Intrigen) gefaßten Beschlüssen.
Der Reinkarnationsglaube ist nicht unchristlich
Der dubiose Bannfluch Kaiser Justinians 300 Jahre nach Origenes' Tod ist von der Kirche bis heute offiziell nicht revidiert worden. Im Gegenteil setzte sich die Überzeugung, der Fluch sei ein Teil der gültigen Konzilsbeschlüsse, trotz aller Ungereimtheiten im Laufe der Jahrhunderte allmählich im Denken der Kirche fest. Dennoch bleibt es eine Tatsache, daß das vermeintliche Verbot der Reinkarnationslehre, wenn wir es genauer betrachten, nichts weiter ist als ein Geschichtsirrtum ohne jede ökumenische Gültigkeit.
Oder anders ausgedrückt: Es ist den Christen nicht offiziell verboten, an Reinkarnation zu glauben! - Die Reinkarnationslehre ist dem Christentum durchaus nicht fremd, wohl aber dem Kirchentum...
Denn später wurde die Reinkarnationslehre von der Kirche im Konzil zu Lyon (1274) und im Konzil zu Florenz (1439) erneut aufs schärfste verurteilt. Daraufhin wurden die Anhänger dieser Lehre unerbittlich verfolgt und oft sogar hingerichtet. Das in diesem Zusammenhang wohl berühmteste Beispiel ist der bereits in Kapitel 5 erwähnte italienische Gelehrte und ehemalige Dominikanermönch Giordano Bruno (1548-1600). Für sein philosophisches Bekenntnis zur Lehre der Seelenwanderung brachte man ihn im Jahre 1592 vor das christliche Inquisitionsgericht, das ihn nach langer Gefangenschaft schließlich zum Feuertode verurteilte. Am 17. Februar 1600 wurde er auf dem Campo dei Fiori in Rom öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Als Gründe für diese Praxis wurden angegeben, daß der Reinkarnationsgedanke im Widerspruch zu verschiedenen christlichen Dogmen der Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen) stünde, so zum Beispiel zum Dogma der Auferstehung des Leibes oder zur Grundlehre, daß sich in diesem einen Leben das Heil oder Unheil des Menschen entscheide und daß die Seele unmittelbar nach diesem einen Erdenleben in den ewigen Himmel oder in die ewige Hölle gehe. Außerdem beinhalte sie von der Kirche verurteilte Meinungen wie die der anima separata (vom Leib unabhängige Seele) oder der Präexistenz der Seele.
http://www.bhakti-yoga.ch/FACTS/ReinkFrChr.html
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grüße
tara
tara - 23.09.2006, 10:36
Theologisches und Dogmatisches
Origenes' Gottesbegriff ist ein vollkommen abstrakter – Gott ist eine vollkommene Einheit, unsichtbar und unkörperlich und überschreitet alle materiellen Dinge, und folglich unbegreiflich und unverständlich. Er ist gewissermaßen unveränderbar und überschreitet Raum und Zeit. Aber seine Macht wird durch seine Güte, Gerechtigkeit und Klugheit begrenzt; und, obwohl völlig frei von Zwängen, begrenzten ihn seine Güte und Allmacht, sich zu offenbaren.
Diese Offenbarung, die nach außen gewandte Selbstemanation Gottes, wird – so Origenes – auf verschiedene Weisen ausgedrückt; der Logos sei nur einer von vielen Logoi. Die Offenbarung war die erste Schöpfung Gottes (vgl. Prov. 8.22), um eine schöpferische Verbindung zwischen Gott und der Welt zu schaffen; solch eine Vermittlung sei notwendig, weil Gott als eine unveränderliche Einheit, nicht die Quelle einer vielfältigen Schöpfung sein könne.
Der Logos ist die vernünftige schöpferische Grundregel, die das Universum durchdringt. Da Gott sich ewig manifestiert, ist auch der Logos gleichsam ewig. Er bildet eine Brücke zwischen der Schöpfung und dem Ungeschaffenen, und nur durch ihn als dem sichtbaren Repräsentanten der göttlichen Weisheit macht der unbegreifliche und nicht körperliche Gott sich bekannt. Die Schöpfung kommt zur Existenz allein durch den Logos, und Gottes nächste Annäherung an die Welt ist das Gebot, zu schaffen. Während der Logos im Wesentlichen eine Einheit ist, umgreift er eine Vielfalt von Begriffen, die Origenes platonisch benennt "Wesen der Wesen" und "Idee der Ideen."
Die Verteidigung der Einheit Gottes gegen die Gnosis führte Origenes dazu, an der Unterordnung des Sohnes unter dem Vater festzuhalten; die Lehre der ewigen Schöpfung entstand später. Origenes hob deutlich die Unabhängigkeit des Logos sowie die Unterscheidung von Wesen und Substanz Gottes hervor. Die Bezeichnung "wesensgleich dem Vater" verwendete er nicht. Er sei bloß ein Bild, ein nicht mit Gott zu vergleichender Reflex; wie einer unter anderen "Göttern", allerdings von höchstem Rang.
In der Logos-Theorie hebt Origenes die Menschlichkeit Christi deutlich hervor: Der Vater (1. Logos) sei größer als der Sohn (2. Logos). Im Arianer-Streit (Konzil von Nizäa 325) versuchen ihn beide Seiten in ihrem Sinne zu zitieren.
Die Lehre vom Logos und Kosmos
Das Wirken des Logos wurde von Origenes platonisch als die Weltseele verstanden, in der Gott seine Allmacht manifestiert. Seine Schöpfung war der göttliche Geist als unabhängiges Wesen; und die geschaffenen vernünftigen Wesen waren Teilreflexe des Logos, die, da sie zum vollkommenen Gott als ihrem Verursacher umkehren mussten, gewissermaßen Vollkommenheit anstrebten; wobei der Willensfreiheit ungeachtet der göttlichen Vorsehung eine wesentliche Rolle zukam. Der Logos, ewig schöpferisch, formt endlose Reihen begrenzter, verständlicher, sich voneinander unterscheidender Welten, fasste die stoische Lehre eines Universums auf, die biblische Lehre des Anfangs und des Endes der Welt, er begriff die sichtbare Welt als Stadien eines ewigen kosmischen Prozesses.
Das Sein des Menschen wird als vorübergehende Angelegenheit angesehen, aber seine höhere Natur wird im Bild des Schöpfers geformt. Die Seele teilt er in das Vernunftgemäße und das Vernunftwidrige, wobei das letzte Sein materiell und vorübergehend ist, während das Ehemalige, das nicht körperliche und immaterielle Leben die Willensfreiheit und das Vermögen zum Neuaufstieg zum reineren Leben besitzt. Der ethische Einfluss dieses kosmischen Prozesses ist unübersehbar. Die Rückkehr zum ursprünglichen Sein durch den göttlichen Grund ist der Gegenstand des gesamten kosmischen Prozesses. Durch die Welten, die in ewiger Reihenfolge aufeinander folgen, ist der Geist in der Lage, zum Paradies zurückzukehren. Gott richtete das Universum so ein, dass alle einzelnen Werke zusammen auf ein kosmischen Ziel ausgerichtet sind.
Hinsichtlich der Anthropologie des Origenes ist der Mensch umschlossen vom Bild Gottes, indem er Gott nachahmt; und ist durch gute Werke in der Lage, wie Gott zu werden, wenn er zuvor seine eigene Schwäche erkennt und alles der göttlichen Güte anvertraut. Ihm wird durch Wächterengel, und besonders durch den Logos Hilfe zuteil, der durch Heilige und Propheten wirkt.
Christologie
Den Höhepunkt dieser stufenweisen Offenbarung bildet die universale Offenbarung Christi. In Christus erscheint Gott, der bisher nur als der Herr in Erscheinung trat, als der Vater. Die Inkarnation des Logos war außerdem notwendig, da er nicht anders dem sinnlichen Aufnahmevermögen des Menschen verständlich würde; aber der innewohnende Logos blieb ein Mysterium, das nur durch seine Analogie dargestellt werden konnte, das in den Heiligen innewohnt. Origenes spricht von einem "bemerkenswerten Körper" und nach seiner Ansicht wurde der Leichnam Jesu von Gott in einen ätherischen und göttlichen Körper umgewandelt, womit er sich dem Doketismus näherte, den er ansonsten ablehnte. Seine Vorstellung von der Seele Jesu ist gewissermaßen unsicher und schwankend. Er fragt, ob sie nicht ursprünglich mit Gott, aber vollkommen war und seine Emanation sei, und auf sein Gebot hin einen materiellen Leib angenommen habe. Er sah die Lösung der Schwierigkeit darin, dass er auf das Mysterium der göttlichen Regierungsgewalt über das Universum verwies.
Logischer erklärte er die materielle Natur der Welt, sie sei eine bloße Episode im geistlichen Entwicklungsprozess, deren Ende die Vernichtung alles Materiellen sei. Diese (die Welt?) werde zu Gott zurückkehren, wo alles wieder sei in allem. Die Lehre der Auferstehung des Leibes unterstützte er durch die Erklärung, dass der Logos die Einheit des menschlichens Wesens beibehält, indem er seinen Körper in neue Formen ändert und so die Einheit und die Identität der Beschaffenheit in der Harmonie mit der Lehre eines endlosen kosmischen Prozesses festhält. Der Logosbegriff des Origenes erlaubte ihm keine definitive Aussage über das Erlösungswerk Jesu. Da die Sünde als Mangel an reiner Erkenntnis nur als negativ angesehen war, war das Werk Jesu im Wesentlichen Beispiel und Unterweisung, und sein menschliches Leben eher etwas Beiläufiges. Origenes sah den Tod Jesu als Opfer an und setzte ihn mit anderen Fällen einer Selbstopferung für das allgemeine Gute gleich. In dieser Hinsicht war die Übereinstimmung des Origenes mit der Lehre der Kirche eher oberflächlich.
Eschatologie
Die idealisierende Tendenz des Origenes, die geistlichen Angelegenheiten allein als real zu betrachten, war grundlegend für sein gesamtes System, und führte ihn dazu, den vordergründigen Chiliasmus (siehe: Eschatologie), eines Sinnlichen Jenseits zu bekämpfen; er brach jedoch nicht mit den eindeutigen himmlischen Hoffnungen und den Darstellungen des Paradieses, die in der Kirche überwogen. Origenes stellt eine aufsteigende Reinigung der Seelen dar, bis sie, gereinigt von allen Schatten des Bösen, dem Gott-Vater von Angesicht zu Angesicht sehend, die Gottes Wahrheit kennen würden, so wie der Sohn ihn kannte. Seine Vorstellung entsprach dabei weitgehend dem platonisches Konzept eines Fegefeuers, das die Welt des Übels reinigen und folglich zur kosmischen Erneuerung führen würde. Durch eine weitere Spiritualisierung konnte Origenes Gott selbst als dieses verzehrende Feuer namhaft machen. Im Verhältnis wie die Seelen von Sünde und Unwissenheit befreit wurden, werde die materielle Welt überschritten, bis, nach unendlichen Äonen, am schließlichen Ende, Gott alles in allem sein sollte und die Welten und die Geister zur Erkenntnis Gottes zurückkehren sollten.
Ewige Strafen, wie sie in der später vorherrschenden Vorstellung einer Hölle vorkommen, kannte Origenes nicht. Selbst der Teufel wird irgendwann mal erlöst. Diese als Apokatastasis panton bezeichnete Lehre wurde später von der Katholischen Kirche verworfen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Origenes
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grüße
tara
emanuel - 30.09.2006, 01:30
reinkarnation
hallo tara!
mit interesse habe ich heute dein thema „origenes“ gelesen und auch deine ausführungen dazu. zuerst war ich etwas verwundert, dass du darauf keine antwort erhalten hast, doch dann wurde es mir klar, dieses thema ist so anspruchsvoll, es erlaubt nur die möglichkeit ganz und gar zuzustimmen oder es abzulehnen, und doch gibt es noch eine andere möglichkeit.
in einer großen anzahl der punkte konnte ich mich ohne weiteres mit den ansichten und auslegungen einverstanden erklären, von origenes, zürrer und tara.
aber dann sind doch bedeutende unterschiede zu tage getreten.
die reinkarnation,
das leben nach dem tod,
die bezeichnung sohn gottes,
das sollen die schwerpunkte sein, die wir dazu behandeln wollen und dabei die unterschiede aufzeigen.
ich bin emanuel,
ich sage,
die reinkarnation, die gibt es nicht. aber das was es gibt ist so nahe bei dieser beschreibung, dass es zu der annahme kommen kann, es gibt sie.
das leben nach dem tod hat eine form und einen zustand, der sich von unserem irdischen leben wesentlich unterscheidet, es ist also nicht notwendig beim begriff himmel von einem ort der irgendwo extra angesiedelt ist zu sprechen. dazu gehört auch, der mensch hat zwei leben, das uns allen bekannte irdische leben und das leben im jenseits. das leben an und für sich ist einer dauernden entwicklung und vorwärtsbewegung unterworfen. dabei gilt für das jenseits, wir müssen dafür bereit sein. auch dort finden wir die weiterentewicklung und können in der begleitenden form nachholen, was wir glauben versäumt zu haben. nach einer entsprechenden entwicklung und entfaltung der neuen möglichkeiten ist es üblich bestimmte aufgaben zu bewältigen. mit der dazu notwendigen energie die im zwischenseelischen bereich gewonnen wird ist dies zu bewältigen und wird in einer viel schnelleren zeit durchgeführt, als wir es heute für möglich halten. dazu kommt logischerweise die überwindung der zeit wie wir sie heute kennen und verbunden mit der analyse von tatsächlichen und möglichen entwicklungen die daraus entstehende abschätzung der folgen daraus. das klingt bestimmt etwas überzogen, aber so ist es.
in diesen zusammenhang erleben wir mitunter den kontakt mit diesen weiterentwickelten menschlichen lebensformen und sprechen dabei von reinkarnation und engeln und auch von djinns. besonders deshalb, da diese verbindung nicht dauernd auf „unserem kanal“ gleich bleibt, sondern wechselt und verschiedene formen annehmen kann. wir menschen versuchen immer wieder eine situation mit herkömmlichen begriffen zu erklären, mit ihr ins reine zu kommen.
die bezeichnung sohn gottes erfordert eigentlich mehr raum, als wir hier zur verfügung haben, aber um die relation mit der sogenannten reinkarnation aufzuzeigen sollen die wichtigsten punkte angesprochen werden:
1) die wirkliche auferstehung und die überwindung des todes wurde in der besten form in der samaritergeschichte dargestellt. eine nahtoderfahrung die zum fundament für die entwicklung der glaubensrichtung wurde. jesus das opfer, simon vater der samariter, nach einem steinigungsritual. herausgestrichen wurde das erst am ende der mission und diente dazu die apostel zu prüfen, die sich als solche ausgaben und es nicht sind. für den sinn der angelegenheit selbst eher bedeutungslos.
2) wie kommt man vom opferlamm zum sohn gottes? In der folge der ereignisse war da eben diese vision mit dem vater, der als das erkannt wurde, was über die person abrahams hinaus ging und die zeit der pflanzen und tiere umfasst, und über den irdischen menschen hinaus gehen wird, also eine nahestehende übergeordnete lebensform, so wie es sich der mensch nach der abhanden gekommenen animalischen dominanz einzurichten pflegte. und dabei hatte ER genau diese funktion für seine jünger – überragend.
darum waren sie auch zu dank verpflichtet, nach der auf hypnotischer basis durchgeführten weitergabe der zuvor erwähnten vision. womit sie jedoch reichlich wenig anzufangen wussten. aber die absolute gewißheit der realen kommunikationsmöglichkeit war damit für sie damals gegeben. eine bestimmtheit die durch nichts und niemand erschüttert werden konnte.
zum schluss noch ein wort zum begriff ewigkeit. die dauer im jenseits ist so unendlich lang, dass wir den technischen hilfsausdruck ewigkeit dafür verwenden. bis nach der stillung des materiellen auch der geistige teil des lebens befriedigt ist.
aber es kann genau so gut eine art feuerwerk sein mit dem letzten energierest oder ein schlaffes ende nach dem verweigern der energieaufnahme.
und ein :)
tara - 30.09.2006, 10:46
hallo emanuel :)
halt , halt :lol:
ich bin aus der sparte der östlichen philosophien (buddhismus hinduismus usw.) und da gibt es die widergeburtslehre , karmalehre davon ausgegangen hat es mich natürlich sehr fasziniert/interressiert das es im frühen christentum genauso eine widergeburtslehre gab , die dann sozusagen (bei den konzilien) verboten wurde .
nur hat diese frühchristliche widergeburtslehre einen anderen aufbau (gnosis)
jetzt möchte ich von dir wissen welcher richtung du angehörst und wie genau diese widergeburtslehre aussieht .
bleib bitte einmal nur bei der widergeburt und erklär es mir genau !
was du mir da erklärst ist mir ganz neu .
es gibt in der gnosis viele richtungen und da müssen wir/ich uns einmal orientieren .
fangen wir einmal da an
die reinkarnation, die gibt es nicht. aber das was es gibt ist so nahe bei dieser beschreibung, dass es zu der annahme kommen kann, es gibt sie.
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du hast zwar schon etwas erklärt , ich brauche das aber genauer :)
grüße
tara
emanuel - 30.09.2006, 11:24
Zitat: du hast zwar schon etwas erklärt , ich brauche das aber genauer
verstehe, also die fernöstlichen sind dein hauptgebiet.
ehrlich gesagt habe ich damit keine praxisnahe erfahrung, jedoch ist mir vom yoga zumindest die tägliche entspannung und atemübung geblieben.
bei mir gibt es zwei technische erfahrensmöglichkeiten, etwas als falsch oder richtig zu erkennen. wenn ich bei mir beginnen soll, dann habe ich wie jeder andere auch meinungen und vorstellungen, einschätzungen. ist das total falsch, dann beschleicht mich eine eigenartiges besonderes gefühl, so ähnlich aber nicht das gleiche wie ein schlechtes gewissen.
dem steht gegenüber, wenn ich mir eine person oder sache konzentriert betrachte, dann kann es vorkommen dass ich innerlich lauf aufschreie: "das ist ja falsch!"
bei den fernöstlichen religionsformen und den möglichkeiten der wiedergeburt war der zweite mechanismus in kraft.
heute vertrete ich eine meinung, die zwar von der stufenentwicklung der seele im jenseits spricht - und so könnte es auch gemeint sein - denn es ist nicht jedermanns sache, ohne hilfsmittel damit umzugehen.
auf ein ziel ausgerichtet zu sein, ohne nahbaren gott der plötzlich weit weg geschoben wird. das ziel ist aber wichtig!
oder eine weiterentwicklung der seele zu verstehen, ohne die möglichkeit der abstufenden und aufbauenden menschlichen gesellschaft.
abgesehen davon habe ich gesagt, es gibt so etwas wie zwei leben, was ohnehín wieder eine hilfestellung ist, denn es gibt nur eines in symbiose mit zwei enden und dann eines auf mentaler ebene mit einem ende.
es kommt nicht von ungefähr, sondern ist so etwas wie eine mutation.
auch wieder ein schocker, für den der nicht darauf vorbereitet ist.
mal ehrlich, die reinkarnation wie sie beschrieben wird, ist sie nicht auch die möglichkeitsform einer mutation?
und ein :snoop:
tara - 30.09.2006, 11:41
abgesehen davon habe ich gesagt, es gibt so etwas wie zwei leben, was ohnehín wieder eine hilfestellung ist, denn es gibt nur eines in symbiose mit zwei enden und dann eines auf mentaler ebene mit einem ende.
mal ehrlich, die reinkarnation wie sie beschrieben wird, ist sie nicht auch die möglichkeitsform einer mutation?
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ja es gibt nur eines (leben) das einen evolutionären weg geht .
es ist natürlich möglich das die weiterentwicklung der seele in einer jenseitigen welt stattfindet ....
grüße
tara
emanuel - 01.10.2006, 10:57
hallo tara
auf diese zeilen habe ich dir gestern schon geantwortet, aber die technik hat durchgedreht.
Zitat: ja es gibt nur eines (leben) das einen evolutionären weg geht .
es ist natürlich möglich das die weiterentwicklung der seele in einer jenseitigen welt stattfindet ....
das ist der springende punkt.
in den betrachtungen über origenes war ich der meinung, es wird meine ansicht beschrieben. so deckungsgleich war die erklärung. aber dann ist er bei der beschreibung der sogenannten osterauferstehung und gottesschaft im christlichen glauben derart von der wirklichkeit abgewichen mit genau der gleichen präzision in die irre gesteuert. da habe ich mir gedacht, ein wirkliches beispiel was passieren kann, wenn die richtigen grundlagen fehlen.
den nagel mit dem hammer eingeschlagen und dann mit dem gleichen hammer das frühstücksei geöffnet.
zumindest ist eines deutlich geworden, eine direkte verbindung mit der gewünschten ebene konnte er nicht herstellen. erstens war es ihm verwehrt eine nahtoderfahrung zu haben. aber auch die praktizierte hilfe in der form der askese und des fastens, was nichts anderes ist als eine ersatzhandlung auf diesem gebiet, die zum gleichen erfolg führen soll, war bei ihm nicht zielführend. trotzdem hat er auf einem gebiet wesentliche dinge gefunden beziehungsweise erarbeitet.
ganz ähnliche einschätzungen finden wir heute, wenn wir die formen der begleitenden seelen in den unterschiedlichsten entwicklungsstufen als engel erklärt finden und die angeblich weniger ausgeformten davon als djinn dargestellt werden und mitunter eine verneinende antwort auf gedankenstrukturen und fragen sein können und als solche nicht erkannt wurden. was noch schwerer wirkt wenn man sich der tatsache bewußt ist, diese kommunikation gibt zumeist eine vielfache und harmonische lösungsmöglichkeit. das heißt, eine antwort findet in zum beispiel mindestens drei verschiedenen bereichen der fragestellung ihre anwendungsmöglichkeiten und richtigkeit. dadurch unterscheiden sie sich von all den anderen und zumeist auch als suggestivfragen verwendbaren anwortsmöglichkeiten, die mit ja oder nein getauscht werden können.
dazu sind diese sogenannten antworten von engeln in reimen und versmaßen gehalten der unterschiedlichsten art und haben zumeist die empfänger allein dadurch als etwas überirdisches beeindruckt und es wurden mit gebeten und liedern vergleiche angestellt.
oder einfacher, es sind demonstrative entwicklungsstufen.
die genügend freiraum lassen um die eigene persönlichkeit zu entwickeln oder ganz bestimmte dinge und ereignisse fest beim namen nennen können.
darum kann ich mit absoluter sicherheit sagen, diese mitteilung aus dem lukasevangelium ist ganz falsch:
26 Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,
27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.
28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!
29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?
30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden.
31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,
33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß?
35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.
36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, daß sie unfruchtbar sei.
37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.
Und der Engel schied von ihr.
dieser text ist nie und nimmer der originaltext einer vision!
berücksichtigen wir dabei, dass wir einen reim nicht mehr nachvollziehen können, da er doch in einer anderen sprache gesprochen sein könnte, so ist doch genug material vorhanden, um zu erkennen, es handelt sich nicht um eine qualifizierte visionäre mitteilung.
es fehlt die entscheidungsfreiheit der handelnden person.
die möglichkeit selbst einzutreten oder eine andere person für eine bestimmte aufgabe zu befassen. ferner sind darin spätere tatsachen festgehalten wie der name, der auch ohne bezug eine andere möglichkeit offen lassen würde, wenn es eine sprachliche vision gewesen wäre.
ferner haben menschliche wunschvorstellungen in so einem qualifizierten text rein gar nichts verloren, wie es die davidsche königsthronschaft im gegebenen text darstellt.
auch die zwingende verbindung mit einer ähnlichen und doch ganz anderen begebenheit ist an den haaren herbeigezogen.
wir müssen uns also nur fragen, war gar nichts und ist alles nur romantische darstellung oder hat eine ausschmückung stattgefunden?
ich vertrete die ansicht, es war so ähnlich wie im markusevangelium berichtet wurde. die vision hatte der mann josef, jedoch nicht sprachlich, sondern in einer lichtvision, eine gestalt die in sein leben treten wird, und die frau maria darstellte.
ganz ähnlich jener vision, die viel später petrus aufweisen konnte, mit seinem paulus, der wesentlichen einfluß haben sollte auf seine gefangenschaft in jerusalem, und in der ersten phase ganz anders ausgelegt wurde und zu nicht geringer verwirrung in glaubensfragen führen sollte.
ja, so ist das mit den wirklichen "engeln",
und solche die es noch werden wollen.
und ein :schirm:
tara - 01.10.2006, 14:50
hallo emanuel :)
erstens war es ihm verwehrt eine nahtoderfahrung zu haben. aber auch die praktizierte hilfe in der form der askese und des fastens, was nichts anderes ist als eine ersatzhandlung auf diesem gebiet, die zum gleichen erfolg führen soll, war bei ihm nicht zielführend.
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ja das hab ich mir auch schon gedacht , daß diese streng asketischen meditationen eine künstliche nahtoderfahrung herbeiführen , nur ist denke ich , das nicht so einfach zu erreichen .
dazu sind diese sogenannten antworten von engeln in reimen und versmaßen gehalten der unterschiedlichsten art und haben zumeist die empfänger allein dadurch als etwas überirdisches beeindruckt und es wurden mit gebeten und liedern vergleiche angestellt.
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das ist aber interressant , engel drücken sich in reimen aus :)
was ist eigentlich ein engel genau ?
grüße
tara
tara - 01.10.2006, 15:00
hallo emanuel :)
erstens war es ihm verwehrt eine nahtoderfahrung zu haben. aber auch die praktizierte hilfe in der form der askese und des fastens, was nichts anderes ist als eine ersatzhandlung auf diesem gebiet, die zum gleichen erfolg führen soll, war bei ihm nicht zielführend.
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ja das hab ich mir auch schon gedacht , daß diese streng asketischen meditationen eine künstliche nahtoderfahrung herbeiführen , nur ist denke ich , das nicht so einfach zu erreichen .
dazu sind diese sogenannten antworten von engeln in reimen und versmaßen gehalten der unterschiedlichsten art und haben zumeist die empfänger allein dadurch als etwas überirdisches beeindruckt und es wurden mit gebeten und liedern vergleiche angestellt.
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das ist aber interressant , engel drücken sich in reimen aus :)
was ist eigentlich ein engel genau ?
grüße
tara
emanuel - 01.10.2006, 15:59
engel?
Zitat: was ist eigentlich ein engel genau ?
habe ich schon gesagt, aber ich wiederhole mich gerne:
es gibt keine engel.
auch keine reinkarnation.
beides sind auswirkungen der unterschiedlichsten entwicklungsstufen der menschlichen seelen. lebender und verstorbener.
und ein :ang:
tara - 01.10.2006, 23:34
hallo :)
ich denke das tiere pflanzen und auch (für unsere sinne ) unbelebte materie eine seele besitzen die sehr wohl auch mit den menschlichen seelen komunizieren können !
und vielleicht gibt es auch körperlose geistwesen die wir erst wahrnehmn können wenn wir selber körperlos geworden sind (für solche gedanken bin ich vollkommen offen)
habe ich schon gesagt, aber ich wiederhole mich gerne:
es gibt keine engel.
auch keine reinkarnation.
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nun ja das ist ansichtssache .
für mich ist reinkarnation die einzige logische erklärung für die unterschiedlichen schicksale die die menschen haben (widergeburt mit der auswirkung selbererarbeiteten karmas)
grüße
tara
emanuel - 02.10.2006, 12:15
reinkarnation
Zitat: für mich ist reinkarnation die einzige logische erklärung für die unterschiedlichen schicksale die die menschen haben
dagegen betrachte ich es allein als eine immer wiederholende steigernde entwicklung aus der pflanze, dem tier und besonders aus dem menschen heraus. dazu gehört vor allem die trennung von männlich und weiblich, oder auch die entstehung des gehirnes, das ein platz im materialistischen ist und dem geist mehr entfaltungsmöglichkeiten bietet bereits im irdischen dasein.
entstanden zwischen pflanze und tier und von außen wesentlich beeinflußt. also können wir in etwa abschätzen mit unseren möglichkeiten, wo die entwicklung heute bereits angelangt ist.
aber ich bin gerne bereit die bestehenden formen von engeln und reinkarnation gelten zu lassen.
die funktionen sind ohnehin ähnlich, lediglich die grundstruktur der herkunft oder die genauer durchgeführte praxis unterscheidet sich von meiner darstellung.
der unterschied in meiner betrachtung ist, es handelt sich dabei um eine komplexe menschliche angelegenheit, und die scheinbar notwendige göttliche hilfestellung der geschaffenenen personifizierung kann ich so weit wie möglich von mir wegschieben, wie ich nur will.
und im gleichen augenblick bin ich von diesem mythos ganz und gar gefangen.
und ein :cafe:
emanuel - 02.10.2006, 12:40
reinkarnation?
ich weiß es gibt heute fachleute auf dem gebiet der reinkarnation, die schwören darauf, es gibt diese rückführung in ein früheres leben.
dagegen bin ich in der glücklichen lagen, heute, weder irgendein christliches glaubensbekenntnis unterschreiben zu müssen, noch mit der auffassung der reinkarnation einverstanden zu sein.
dennoch kann ich dir personen, daten und ereinisse nennen vor allen aus der urchristlichen vergangenheit. von deren erfahrung ich besonders aus der vielfältigkeit der antwortmöglichkeiten nicht von reinkarnation, sondern von kommunikation sprechen darf.
und ein :jump:
tara - 02.10.2006, 23:34
dagegen betrachte ich es allein als eine immer wiederholende steigernde entwicklung aus der pflanze, dem tier und besonders aus dem menschen heraus. dazu gehört vor allem die trennung von männlich und weiblich, oder auch die entstehung des gehirnes, das ein platz im materialistischen ist und dem geist mehr entfaltungsmöglichkeiten bietet bereits im irdischen dasein.
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ich denke du meinst die evolution der arten wie sie die heutige wissenschaft sieht (?)
aber das ist eben nur die materielle weiterentwicklung .
als geistige weiterentwicklung sehe ich eben karma u. reinkarnation an .
beide entwicklungen sind voneinander abhängig und fördern sich .
warum sollte der geist nicht auch einer evolution unterliegen ? (das sind eben meine vorstellungen von der welt , beweisbar ist da ja nichts)
dennoch kann ich dir personen, daten und ereinisse nennen vor allen aus der urchristlichen vergangenheit. von deren erfahrung ich besonders aus der vielfältigkeit der antwortmöglichkeiten nicht von reinkarnation, sondern von kommunikation sprechen darf.
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wie würde da eine weiterentwicklung des geistigen aussehen , wenn man nur einmal auf der erde geboren wird ?
nun ja du sagtest es ja schon , im jenseits gehts weiter und sogar in zeitraffer .
aber warum nur ein erdenleben ?
der unterschied in meiner betrachtung ist, es handelt sich dabei um eine komplexe menschliche angelegenheit, und die scheinbar notwendige göttliche hilfestellung der geschaffenenen personifizierung kann ich so weit wie möglich von mir wegschieben, wie ich nur will.
und im gleichen augenblick bin ich von diesem mythos ganz und gar gefangen.
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warum soll das alles nur für den menschen gelten ?
immerhin haben die wissenschaftler festgestellt das unsere genetische strucktur mit den tieren sehr ähnlich ist und sogar mit den pflanzen verwandt , wenn , dann ist es eine angelegenheit des gesammten planeten , die erde selber miteingeschlossen , immerhin ist es "mutter erde"
lieber emanuel , du solltest mehr deine vorstellungen und ansichten genauer erklären , vielleicht auf eine einfachere art , ich kann dir manchmal nicht richtig folgen , weil du ein wissen vorraussetzt das ich nicht habe und deine sprache etwas kompliziert ist :)
grüße
tara
Thomas - 03.10.2006, 00:17
Tja, ihr zwei Lieben, so unterschiedlich sind doch die Positionen garnicht..
Hinduisten und Buddhisten galusben an eine Reinkarnation - genaugenommen, glauben die Anhänger der ausgeprägten Buchreligionen auch daran.... Denn wenn man den Grundsatz nimmt, das der Verstorbene sich im "Totenreich" seiner irdischen Versäumnisse und Anhaftungen bewusst wird - dann ist das nichts anderes als die Reflektion der Lebensführung, wie wir sie aus den Beschreibungen des Alten Testamentes, des Neuen Testamentes, des Qur` an mit der Umschreibung des "Gerichtes" auch kennen.
Buddhisten und Hinduisten glauben -ohne greifbaren Beweis - an eine dann folgende Wiedergeburt auf der Erde. Juden, Christen, Muslime, Baha` i glauben - auch ohne greifbaren Beweis - an eine Fortexistenz in den geistigen Welten Gottes. Und gerade bei uns Baha` i beachte man: Wir glauben daran, das es viele geistige Welten Gottes gibt. Verknüpfe ich nun meinen Baha` i-Glauben mit der Reinkarnationslehre meiner buddhistischen und hinduistischen Freunde, so heisst das: auch in den Geistigen Welten Gottes finden je nach "Reifegrad" des Menschen Übergänge in andere Welten statt - und schon sind Buddhisten und Baha` i garnicht mehr soweit voneinander entfernt....Und auch Jesus könnte so empfunden haben, als er seinen bedeutungsvollen-vieldeutigen Satz sprach: "In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen...."
emanuel - 03.10.2006, 02:29
Zitat: Und auch Jesus könnte so empfunden haben, als er seinen bedeutungsvollen-vieldeutigen Satz sprach: "In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen...."
ich hefte mich da mit vorliebe an die betrachtung mit den blumen und den bienen und dem honig, weil es doch sehr einleuchtend ist. gemeint ist wachsen, blüte und weitergabe der eigenen lebensfähigkeit. verbunden mit einen tick ins mentale.
na und jetzt werde ich das pferd von rückwärts auszäumen, was im normalfall schon sehr gefährlich sein kann. der satz da oben kann aus zwei situationen herkommen, wenn wir verstanden haben, der himmel ist ein zustand und kein ort.
zum einen bedeutet es einfach die ausbildungsstätte der essener, jenes höhlensystem in dem die gesuchte hauptvision stattgefunden haben könnte. was in einem rahmen der entspannung gar nicht so weit hergeholt sein dürfte.
daneben macht sich aber noch ein anderer aspekt bemerkbar. wenn es darum geht für jemanden der mit einer dunklen klebrigen masse aktiv in berührung gekommen ist, erfordert dies eine art reinigung in der meinung alter religionsauffassungen. da klammert man sich dann an den symbolismus und entwickelt mitunter einen prototypen, der dazu dient, eigenes zu bereinigen. ebenso werden andere personen aus der geschichte mit beschuldigungen bedacht und zum schluß wird sogar die qualifizierteste person aus den eigenen reihen mit vorwürfen diskreditiert. also wird doch wohl für das bruderherz auch noch ein plätzchen übrig sein?
na, und die wahrheit ist näher als man denkt, so etwas wie eine künstliche intelligenz, ganz zu schweigen von dem licht extern oder intern, holen wir es mit den gedanken doch mühelos ein.
und ein :xma:
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