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Dani - 21.09.2006, 23:12
Mädchen sind neue Bildungselite
Die Karrierechancen von Mädchen und Jungen in Deutschland driften auseinander. Junge Frauen haben bei der Schulbildung die Männer überholt. Während 55 Prozent der jungen Mädchen zwischen 12 und 25 Jahren Abitur anstreben, sind es bei ihren männlichen Altersgenossen lediglich 47 Prozent. Eine zunehmende „Bildungslücke“ zwischen den Geschlechtern konstatiert die 15. Shell Jugendstudie, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Vor allem junge Männer aus einkommensschwachen Schichten erwiesen sich als bildungsfern. „Frauen sind bald die neue Bildungselite in Deutschland. Männer sammeln sich in Haupt- und Sonderschulen, bleiben zurück“, prognostiziert Klaus Hurrelmann, Projektleiter der Studie.

„Junge Männer aus unteren sozialen Schichten müssen sich warm anziehen. Vor allem, weil die jungen Frauen Erfolge auf ‚leisen Sohlen’ erzielen, nicht durch Konkurrenz-Hahnenkämpfe. Sie passen sich an, suchen und nutzen ihre Chance“, sagt der Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld, „Bald haben wir 15 bis 20 Prozent abgehängte junge Männer, die benachteiligt sind“, warnt der Sozialwissenschaftler. Dann sei Männerförderung angesagt. Denn die benachteiligten jungen Männer könnten ein Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit aufbauen, das auch auf die politische Einstellung durchschlagen könne. Diese jungen Männer seien noch einem traditionellen Geschlechterbild mit dem Mann als Ernährer im Mittelpunkt verhaftet, wenig flexibel.

„Das Rollenspektrum für junge Mädchen hat sich erweitert, für junge Männer ist dies nicht adäquat geschehen“, bewertet Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Berlin die Ergebnisse der Studie. Doch einen Krieg der Geschlechter sieht die CDU-Bundespolitikerin nicht heraufziehen, weil die Mädchen aufholen und gleich gut seien wie die Jungen. Allerdings müsse man sich mehr um die Jungen kümmern.

Noch allerdings bestimmen Männer in der Wirtschaft die Richtung: Der Platzvorteil der Mädchen, ihr gesteigertes Bildungsengagement, setzte sich noch nicht im Arbeitsleben fort, so Hurrelmann: „Doch er wird sich niederschlagen und Unternehmen tun gut daran, sich bereits heute darauf einzustellen.“



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