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Re: Integration beginnt bei Information
Anonymous - 11.08.2006, 09:25
Integration beginnt bei Information
Asalaam alaikum
Wir - CH/Frau verheiratet mit Aegypter - fragen uns immer mehr, wo die Unterschiede in der behördlichen Integrationshilfe in Zürich zu finden sind - wir sind überrascht, dass eine sehr grosse Differenz zwischen der möglichen Integrationshilfe der Stadt Zürich sowie des Kantons Zürichs besteht.
Wir möchten unsere Erfahrung kurz beschreiben und sind froh um eure Bemerkungen dazu - es ist uns ein Anliegen, die Verfahren etwas zu durchleuchten denn nicht zuletzt geht die Integration auch über einen Behördenweg, welcher mehr abschreckt als wir uns das auch in ganz nüchternen Momenten vorgestellt hatten.
Unsere Erfahrungen:
Die Stadt Zürich verfügt über eine webpage mit folgendem link:
http://www.stadt-zuerich.ch/internet/sd/home/auslaender.html
Unter dieser Adresse können sich internetgewohnte Ausländer gut und umfassend orientieren über Sprachkurse und vieles mehr. Diese webpage gibt eine gute erste Information und heisst den Ausländer willkommen - ein sehr schöner Gedanke der Stadt Zürich. Denn - wie es so richtig heisst, wer schon mal da ist, sollte sich auch integrieren KOENNEN und DUERFEN.
Ganz anders siehts beim Kanton Zürich aus und leider leben wir beide nicht in der Stadt :-( - der Kanton Zürich lässt uns - ein binat. Ehepaar mit Bezug auf Informationen zur Integration so ziemlich im Stich.
Zwar führt uns die Homepage des Kantons Zürich schnell zum Migrationsamt - aber auf deren Webpage finden wir wiederum keine Hinweise - im Vergleich zum Webauftritt der Stadt Zürich - welche Hilfe und Information anbietet. Es gibt zwar eine Integrationsbeauftrage des Kantons Zürich und wir haben auch einen Bericht gefunden:
http://www.justiz.zh.ch/internet/ji/de/direktion/organigramm/integrationsbeauftragte/beratungsstellen.html
aber auf diesem Bericht ist u.E. keine einzige Beratungsstelle für arabische muslimische Migranten aufgeführt. Fazit, entweder gibts da keine Probleme oder wir werden ignoriert. Offenbar ist die Integrationsstelle des Kantons Zürich noch in den Kinderschuhen - was uns jedoch wundert, denn bei der Stadt, da läuft schon was.
Beispielsweise die Arbeitssuche, die ist äusserst deprimierend trotzdem auf niedrigstem möglichen Niveau gesucht wird. Auch von der Gemeinde wird man überhaupt nicht beraten - denn die Frau hat ja einen gut bezahlten Job und man wird kaum zum Sozialfall - sondern ganz klar ausgegrenzt. Nicht viel besser gehts beim RAV - wer die Idee hat, das RAV helfe bei der Stellensuche wird mal als Neuzuzügler in der Schweiz ganz schnell ernüchtert. Zwar hatten wir grosses Glück, indem das RAV eine Verfügung zum Besuch einer Sprachschule - für uns gratis und sehr effektiv - Danke RAV - erliess, aber bei der Stellensuche, da sind wir ganz allein auf uns angewiesen und das ist ein recht grosses Problem. Denn - wo soll man suchen, wo hat man überhaupt Möglichkeiten, dies alles ist für neu in der Schweiz lebende Ausländer eine fast unlösbarers Problem - wenn man nicht einfach Glück hat und irgendwo fast zufällig was findet.
Ein Schlüsselerlebnis war für uns ein Anruf bei der Migros - da besteht zur Zeit gerade ein Personalstopp für Hilfsarbeiten - aber die sehr nette Dame des Personaldienstes der Migros teilte mir mit grossem jeweils mit dem Integrationsamt der Stadt Zürich zusammenarbeiten - denn sie fände die Integration über eine Arbeitsstelle äusserst wichtig. Wieder einmal ein 0-1 für den Kanton Zürich.
Wo bitte sind denn unsere Politiker - ich bin aktive Wählerin - welche sich immer wieder für die Integration der Ausländer einsetzen. Ja wenn man so wenig Infos erhält, selber stundenlang rumtelefonieren muss um nur mal den Weg zum RAV zu finden - welcher einem nicht angeboten wird - ja da fällt einem die Integration irgendwann mal sehr schwer. Dass es heute schwierig ist, Arbeitsstelle zu finden - vor allem als Muslim und Araber, da machen wir uns gar nichts vor - ist uns beiden klar, dass es so markante Unterschiede in der Handhabung gibt zwischen Stadt und Kanton - dafür haben wir KEIN Verständnis und das prangern wir deutlich an.
Fareeda & Mohamed
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