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Luki - 07.08.2006, 12:15
Rotes Kreuz: Schwule dürfen nicht Blut spenden
Habe heute den gestrigen Standard überflogen und folgendes gefunden:
Wer schwul ist und daraus kein Geheimnis macht, darf laut Rotem Kreuz kein Blut spenden. Begründung: die Spender weisen ein "erhöhtes Risikoverhalten" auf.
Da sieht man wieder einmal deutlich, welche Einstellung die österreichische (politische) Öffentlichkeit hat: schwarz-konservativ, christlich-scheinheilig. Mal ehrlich, da ruft das Rote Kreuz noch vor 2 Wochen per Medien auf, man soll Blut spenden gehen, weil die Lager fast leer sind, und dann so was! Angenommen es gibt nur mehr einen Beutel "Schwulenblut" in Schwarzach, und der Pfarrer hat einen Unfall. Würde der dann lieber verbluten? - Wohl kaum.
Ich bin selbst zwar etwas seltsam berührt von Homosexuellen, weil ich das ganz einfach als, ich möchte einmal sagen 'normabweichend' ansehe, aber ich akzeptiere diese Leute so wie sie sind. Aber anscheinend ist diese Einstellung bis heute noch in der Öffentlichkeit keine Selbstverständlichkeit.
...im 21. Jahrhundert... und morgen stellen wir dann einen Scheiterhaufen vorm Kirchenplatz auf...
Anmerkung:
Die Tatsache, dass nur 28,6 Prozent der Personen, die sich letztes Jahr mit HIV infiziert haben, homosexuell waren, wird vom Roten Kreuz einfach übersehen!
Angaben aus: Der STANDARD, 5./6. August 2006, Seite 11
tompei - 10.08.2006, 13:21
Das Kreuz mit der Statistik
Weniger um meinen moralischen Standpunkt im Bezug auf dieses Thema kundzutun, sondern einfach, weil der Mathematiker in mir wieder einmal seine Stimme erhoben hat, muss ich jetzt eine Formalrechnung ausführen, um den Sachverhalt hier wieder ins richtige Licht zu rücken. Leider konnte ich keinerlei vernünftige Zahlen über Blutspendeberechtigte und Homosexuelle in Österreich finden, also wird fiktiv gerechnet.
(1)Wir nehmen an, die Menge der Blutspendebefähigten Österreicher beträgt 6000000.
(2)Wir nehmen weiters an, das sich diese Menge zu gleichen Teilen in Männer und Frauen teilt.
(3)Wir nehmen an, dass 10% dieser Männer schwul sind, also 300000.
(4) Wir entnehmen dem Standartartikel die Zahlen
(a) 453 Neuinfektionen,
(b) 28,6% (ca.130) davon durch homosexuellen Kontakt
(c) 42% (ca. 190) davon durch heterosexuellen Kontakt
(d) weil der Rest fehlt teilen wir die Menge nur in Schwule und
Nichtschwule, also 28,6% und 71,4% (323).
Nun folgern wir, dass nach 130/300000*100 = 0.04333333 das statistische Risiko einer Neuinfektion für einen Schwulen im vergangenen Jahr ca 0.043% betragen hat.
Die restliche Schnittmenge von 5,7 Millionen teilen wir nun die 323 Infektionen zu und erhalten als Ergebnis ein statistisches Risiko von 0.0057%. Als Faktor ergibt sich aus den beiden Zahlen ca 7.5mal höheres Risiko einer Neuinfektion für Schwule im Jahr 2005.
Rechnen wir im zweiten Szenario mit den 42%, die ja bei der Spendermeng von 18 - 65 Jahren (Laut ÖKR) vielleicht garnicht so unzutreffend ist ergibt das einen Faktor von ca. 13.
Beweisführung: Die Chance von einem schwulen Blutspender eine positive Probe zu erhalten ist also über den Daumen 10 mal grösser als für den Rest der Bevölkerung. Damit kann man in meinen Augen die WHO Richtlinie rechtfertigen, kein Spender aus Risikogebieten für Malaria oder Hepatitis fühlt sich bei Ausschluss diskriminiert.
Und Schokolade und Cola gibts bei Lidl schon um eine Euro, also was solls. De Schwulen miassn jo wirklich nit bei jedem Hundsdaschlogn dabei sein. Und da sind wir jetzt bei meinem kritischen Einwand. Etwas divenhaft find ich die Jungs halt schon, wenn sie bei so einem Sachverhalt gleich wieder auf die Diskriminierungstränendrüse drücken müssen.
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