iphpbb - Forenarchiv: Archivbeitrag des Forums Untitled
Verfügbare Informationen zu "2006 Irving, John - Garp und wie er die Welt sah"

  • Qualität des Beitrags:
  • Beteiligte Poster: Krümel - Karthause - marilu - Pippilotta - Salome - Anonymous
  • Forenurl: Klick
  • Forenbeschreibung: Das Literaturblog
  • aus dem Unterforum: Das Jahr 2007 und 2006
  • Antworten: 74
  • Forum gestartet am: Mittwoch 19.04.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: 2006 Irving, John - Garp und wie er die Welt sah
  • Letzte Antwort: vor 2 Jahren, 1 Monat, 13 Tagen, 9 Minuten
Alle Beiträge und Antworten
Krümel - 07.08.2006, 13:02
2006 Irving, John - Garp und wie er die Welt sah
Kapitel 1 bis 6

Krümel - 25.08.2006, 21:11

Ich musste, ich konnte nicht mehr, ich war soo neugierig, und hab jetzt reingeschnüffelt :oops:

Ich bin total hin und weg :hurra: :love:
Was für ein Humor (entkennen, Peter Krank), ach einfach göttlich :D
Überhaupt finde ich die Art wie es geschrieben ist, so aus Garps-Sicht köstlich, dadurch kann es ja nur ironisch kommen.

Da haben wir uns was Feines ausgesucht :D
Karthause - 25.08.2006, 22:09

@Krümel
Die Vorfreude ist doch eigentlich die schönste Freude. Ich werde morgen wohl noch nicht beginnen können. Wir haben schon begonnen unsere Garage zu sanieren. Morgen bekommen wir noch Hilfe von 2 Maurern. Da werde ich wohl nicht zum Lesen kommen. Am Abend werde ich zum Stadtfest gehen, also sieht es morgen nicht gut aus für Garp.
marilu - 26.08.2006, 12:39

Vor einer Stunde begonnen und schon mitten im 1. Kapitel. Ich lese die englische Version, weil ich nach "Hotel New Hampshire" fetsstellte, dass die Bücher im Original noch besser sind.

Über Garps Empfängnis ist noch kein Wort gefallen, dafür aber vieles über Jennifer Fields Vergangenheit und Lebenseinstellung. Wie heißt das Haus ihrer Eltern denn auf deutsch? Wurde "Dog's Head Harbor" übersetzt?
Ich finde den Namen sehr ungewöhnlich...
Zitat:
Als Jennys Angriff auf den Soldaten geschildert wurde, ist mir leicht schummerig geworden. :oops: Sie wußte zwar genau, was sie tat, aber der Gedanke an das viele Zitat: Blut reichte schon aus, dass sich mir der Magen drehte.

Wirklich unglaublich, dass sie so abgebrüht ist, Zitat: den Soldaten nach ihrer Attacke verarzten zu wollen... :shock:

Sehr toll finde ich, die Kommentare von Garp, in denen er das Verhalten seiner Mutter kommentiert, obwohl er zu diesem Punkt der Geschichte noch nicht mal gezeugt, bzw. "angedacht" ist. :mrgreen:
Diese Einschübe bewirken immer ein Schmunzeln ob des trockenen Humors, der so geschaffe wird.

Ein Satz ist mir aufgefallen, den ich zitiere, weil ich gespannt bin, ob Jenny sich so verhalten wird, wie sie es als kinderlose Frau von sich selbst verlangt:


Seite 16 hat folgendes geschrieben: She felt if she ever had children she would love them no less when they were twenty than when they were two; they might need you more at twenty she thought.
Pippilotta - 26.08.2006, 13:39

Ich bin auch mitten im 1. Kapitel und bin auch schon ganz hingerissen!

Dog's Head Harbour behielt Gott sei Dank auch in der Übersetzung den Namen bei, jede Übersetzung wäre wohl lächerlich geworden.

Ich bin auch schon sehr gespannt, wie nun Jenny zu Garp kam :roll: !

@Karthause: Bei mir wrid es nur langsam vorangehen, weil ich nebenbei unbedingt Tim Parks fertiglesen will!
Krümel - 26.08.2006, 14:39

Ich stecke jetzt im zweiten Kapitel, und bin total begeistert von diesem Humor. Echt Klasse! Dabei kann man das trübe Wetter wirklich vergessen :D

Lasst Euch überraschen, wie Jenny die Empfängnis anstellt :lol: Echt cool. Ein weiblicher Steppenwolf könnte man meinen.

Klasse Buch!
Krümel - 26.08.2006, 23:10

Nun habe ich das dritte Kapitel beendet, und kann eigentlich nur bedauern, dass ich höchstwahrscheinlich nicht den ganzen Witz verstehe, schade. Was ich damit meine, wenn ich z. B. zu einem Amerikaner sagen würde: Helmut Kohl mochte nur ganz hellhäutige Frauen, und drum blieb Hanelore lieber drinnen. (Ich weiß, das wäre super gemein, aber es trifft das was ich sagen möchte :wink: )
Die Sache mit Percy, ich fand das spitzfindig witzig, ich weiß aber leider nicht, ob dort nicht noch sehr viel mehr hinter steckt. Dazu fehlt mir dann wieder Hintergrundwissen.

Also ich bin restlos begeistert, so macht lesen Spaß :D
Salome - 27.08.2006, 07:06

Mein erster Eindruck (ich bin am Anfang des 2.Kapitel) ist auch ein ausnehmend guter.
Wenngleich ist nicht, wie ihr, gleich in Euphorie verfalle. :lol:
Dies liegt mit Sicherheit daran,daß dies mein erster Irving ist und Ihr sicher schon wisst,dass einen nur gutes erwarten kann.
Jenny ist eine witzige,merkwürdige Person,bei der man nie richtig weiss woran man ist; und das finde ich spannend und gut.Ich mag aussergewöhnliche Charaktere.
Wie sie nun zur "Besamung" kommt,ist die grosse Frage,auf deren Beantwortung ich mich freue.
Irvings Stil gefällt mir,dieser subtile Humor ist klasse.
Zitat: Am besten hat mir ja die Szene mit den Frauenduschen gefallen,dem der Verlust der Wohnung folgte. :gröhl:
Auf jeden Fall lesenwert....
Krümel - 27.08.2006, 12:49

Das ist jetzt auch erst mein zweiter Irving, Salome.
Und meiner Meinung nach sind die beiden Bücher grundverschieden. "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist ein sehr ernster Roman, und Garp finde ich äußerst ironisch, wobei der Kern auch sehr ernst gemeint ist.

Was mir jetzt auffällt, ist, dass Irving außergewöhnliche Figuren zeichnet, nicht alltäglich, aber sehr lebendig und nachvollziehbar. Sie haben alle ihre individuellen Macken (Homer, Dr. Larch und hier Garp und Jenny). Und das trägt seine Romane wohl. Nie sind sie in einer Form platt und gewöhnlich (Herr Jensen), sondern sie haben alle eine Persönlichkeit.

Was mir noch an Irving gefällt, ist, dass er lange Wälzer schreibt, habe ich gestern bei der Recherche entdeckt. Ich liebe es, wenn gute Bücher lang sind. Gute Pralinen genießt man eben besonders gerne, wenn sie lang sind :wink:
marilu - 27.08.2006, 13:19

Salome hat folgendes geschrieben: Mein erster Eindruck (ich bin am Anfang des 2.Kapitel) ist auch ein ausnehmend guter.
[..]
Wie sie nun zur "Besamung" kommt,ist die grosse Frage,auf deren Beantwortung ich mich freue.


Eine formale Frage:
ist die Empfängnis in der deutschen Version ein eigenes Kapitel? Bei mir gehört es noch in das 1. Kapitel hinein. Das wäre ja blöd wegen der Kapiteleinteilung in diesem Thread...
Die englische Ausgabe hat insgesamt 19 Kapitel.
marilu - 27.08.2006, 13:34

Zitat: Jenny ist eine witzige,merkwürdige Person,bei der man nie richtig weiss woran man ist; und das finde ich spannend und gut.Ich mag aussergewöhnliche Charaktere.

Geht mir genauso!
Und bei John Irving merkt man, wie gern er erzählt (auch wenn sich bestimmte Motive durch alle Romane ziehen, weshalb ich seine Romane z. B. nie hintereinander weg lesen könnte). Bei "Garp" sind mir bereits folgende Motive aufgefallen:

- die Angst vor einem frühen Tod (wie bei "Owen Meany")
- die drohende Erziehung in einer Mädchenschule (Wie bei "Bis ich dich finde")
- die Absonderlichkeit der Haputfiguren, die immer ein wenig abseits stehen (in all seinen Büchern)
- Jenny als Krankenschwester (das Doktor- / Krankheitsmotiv kommt überall vor)

Ich bin jetzt bei Garps

Zitat: Abenteuer mit dem Taubenfang.

Mir ist ja fast das Herz stehen geblieben. :shock:
So ein süßer, lieber Junge! Da will er nur helfen und endet dann in einer solch scheußlichen Situation!

Krümel hat folgendes geschrieben: Was mir jetzt auffällt, ist, dass Irving außergewöhnliche Figuren zeichnet, nicht alltäglich, aber sehr lebendig und nachvollziehbar. Sie haben alle ihre individuellen Macken (Homer, Dr. Larch und hier Garp und Jenny). Und das trägt seine Romane wohl. Nie sind sie in einer Form platt und gewöhnlich (Herr Jensen), sondern sie haben alle eine Persönlichkeit.

--> Manche Leser nervt das wohl und wird von diesen als langatmig betrachtet. Aber ich liebe es auch, wie jede Figur eine Hintergrundgeschichte erhält, auch wenn sie nur kurz auftritt. Teilweise geht das so weit, dass diese Hintergrundstory länger ist als der eigentliche Handlungsabschnitt in dem Buch... :mrgreen:
Krümel - 27.08.2006, 13:59

marilu hat folgendes geschrieben: Eine formale Frage:
ist die Empfängnis in der deutschen Version ein eigenes Kapitel? Bei mir gehört es noch in das 1. Kapitel hinein. Das wäre ja blöd wegen der Kapiteleinteilung in diesem Thread...
Die englische Ausgabe hat insgesamt 19 Kapitel.

Meine auch, marilu.

Dieser Abschnitt umfasst: Das Bostoner Mercy Hospital, Blut und Blau, Was er später einmal werden wollte, Abschlußprüfung, In der Stadt, in der Mark Aurel starb und Die Pension Grillparzer
marilu - 27.08.2006, 14:59

[quote="Krümel"
Dieser Abschnitt umfasst: Das Bostoner Mercy Hospital, Blut und Blau, Was er später einmal werden wollte, Abschlußprüfung, In der Stadt, in der Mark Aurel starb und Die Pension Grillparzer[/quote]

Bei mir auch. Puh, Glück gehabt!

So, ich habe das 2. Kapitel beendet, indem Garp es ja echt nicht einfach hat.

Die Percys sind vielleicht Knallköppe. :gröhl: Viel Geld und dadurch Macht, aber im täglichen Leben selten dämlich.
Wie heißt der Hund denn auf deutsch?!

Im Englischen heißt er Bonkers, weil

Zitat: Midge den Neufundländer nach der Geburt ihres vierten Kindes bekam und mit der Namensgebung die Liebe zu ihrem "Stewie" ausdrücken wollte..

"bonkers"= "a little crazy" (ein bißchen verrückt)

Midge macht daraus "verrückt nach" (ihrem Mann). :irre?:

:lol: Was für herrliche Einfälle! Ich bin echt froh, mich kurzfristig eurer Leserunde angeschlossen zu haben. :thumright:

Und dann Stewart Percys Kurs "My part of the Pacific" und die Ohnmacht der anderen dabei, den Kurs aus dem Curriculum zu bekommen... Das ist ja ein Unikum...

Zitat: Nun habe ich das dritte Kapitel beendet, und kann eigentlich nur bedauern, dass ich höchstwahrscheinlich nicht den ganzen Witz verstehe, schade. Was ich damit meine, wenn ich z. B. zu einem Amerikaner sagen würde: Helmut Kohl mochte nur ganz hellhäutige Frauen, und drum blieb Hanelore lieber drinnen. (Ich weiß, das wäre super gemein, aber es trifft das was ich sagen möchte Zwinker )

Auf was beziehst du dich?

Krümel hat folgendes geschrieben: Die Sache mit Percy, ich fand das spitzfindig witzig, ich weiß aber leider nicht, ob dort nicht noch sehr viel mehr hinter steckt. Dazu fehlt mir dann wieder Hintergrundwissen.


Welche Sache? Im 3. Kapitel? :?:
Krümel - 27.08.2006, 15:10

marilu hat folgendes geschrieben: Krümel hat folgendes geschrieben: Die Sache mit Percy, ich fand das spitzfindig witzig, ich weiß aber leider nicht, ob dort nicht noch sehr viel mehr hinter steckt. Dazu fehlt mir dann wieder Hintergrundwissen.


Welche Sache? Im 3. Kapitel? :?:

Gibt es diese Person wirklich, weiß jeder Amerikaner aha, das ist XXX, und lacht sich schief. Also sind die Figuren, zwar mit anderen Namen, aber durch die Beschreibung sofort erkennbar :?:
marilu - 27.08.2006, 15:35

Nein, ich glaube nicht, dass Percy eine echte Person ist. Allerdings ist Percy der Name einer englischen Adelsfamilie - vielleicht hat Irving diesen Namen gewählt, um damit Percys Klassenbewusstsein zu karikieren (er benimmt sich, als gehöre er zu altem Geldadel, hat ja aber letztendlich nur in die Familie Steering hineingeheiratet).

Aber man kennt doch diese seltsamen Auswüchse, die sich aus einem Zweiklassenbewusstsein bilden können. Und Irving verwendet seinen Spott und seine Ironie auf die Erfindung all dieser witzigen Details, um einen Charakter zu schaffen, den man in seiner Überzeugung von sich selbst lächerlich findet ...
Anonymous - 27.08.2006, 21:52

Ich werde leider erst morgen anfangen können. Hab mit meinen Ebay Verkäufen wieder angefangen und dadurch am Wochenende ganz schön zu tun gehabt, aber ich habe eure Beiträge verfolgt und bin jetzt umso gespannter auf das Buch. :D
Salome - 28.08.2006, 06:17

marilu hat folgendes geschrieben:

Eine formale Frage:
ist die Empfängnis in der deutschen Version ein eigenes Kapitel? Bei mir gehört es noch in das 1. Kapitel hinein. Das wäre ja blöd wegen der Kapiteleinteilung in diesem Thread...
Die englische Ausgabe hat insgesamt 19 Kapitel.

Nee,nee,ist schon richtig,ich wollte bis Kapitel 2 lesen,muss aber vorher eingepennt sein. :mrgreen:
Ich habe es nachgeholt und die "Entstehung" Garps,bzw. die "Zurückentwicklung" des T.S. ist ja schon ziemlich heftig gewesen.
Hat mich ein bisschen an "Johnny got his gun" von Dalton Trumbo erinnert.

Jenny wid mir immer sympathischer,schon irgendwie klasse die Frau!Sie hat ihre Vorstellungen vom Leben und setzt diese auch um,egal was kommt.
Bin gespannt wie Garp sich weiterentwickelt....
Anonymous - 28.08.2006, 17:03

Ich bin jetzt mitten im 2. Kapitel und finde das Buch bis jetzt ausgesprochen gut, den Humor find ich klasse.
Ich finde es gut das die Personen so ausführlich beschrieben wrden, wie im 1. Kapitel Jenny, man lernt sie dadurch sehr gut kennen. Am Besten fand ich im 1. Kapitel wie Garp zu seinem Namen kan und wie Jennys Eltern darauf reagiert haben, einfach köstlich.

Er scheint aber auch kein einfacher Junge zu sein...wie er so mit dem Schläger losgezogen ist um Tauben zu jagen :D . Ich bin auch sehr gespannt darauf wie er sich so weiterentwickelt.

Jenny ist mir auch sehr sympathisch. Sie ist eine frau die genau weiss was sie will. Sicher hat sie damals nicht so einfach gehabt als alleinerziehende Mutter. Aber sie setzt alles durch was sie will. Finde ich klasse.
Krümel - 28.08.2006, 17:44

Hier wurde nun schon mehrfach geäußert, dass einem Jenny sehr sympathisch erscheint, mir eigentlich nicht :wink:

Ich finde sie interessant und konsequent. Aber so gar keine Lust empfinden, kein Sexualleben, und ganz ohne Männer, und ihr Männerbild (na ja waren auch noch andere Zeiten, in denen die Männer noch richtige Machos-Schweine waren), aber ich könnte nicht ohne Männer :wink: Jenny ist mir auch ein wenig suspekt, ne richtige Emanze, und das entspricht eigentlich nicht meinen Idealbild von einer Frau. Die weichen Züge, und das Weibliche sollte Frau behalten, ansonsten darf sie sich in jegliche Weise entwicklen. Ich mag nur keine Manns-Weiber, und das verkörpert für mich Jenny.
Pippilotta - 28.08.2006, 19:13

Ich bin mittlerweile bei Kapitel 3 angelangt und ich mag dieses Buch auch sehr.

Totlachen könnte ich mich über die verschiedenen Figuren. Die Percey's mit den komischen Namen und den einzelnen Schicksalen (aus denen ist ja allesamt nichts geworden :mrgreen: ). Garp stelle ich mir so richtig knuddelig vor! Ein bisschen naiv, aber schrecklich knuddelig!

Übrigens, @marilu: der Hund heißt auch in der Übersetzung "Bonkers", und die Erklärung seines Namens find ich klasse! Ich mag diesen Humor!

Jenny mag ich doch recht gerne. Sie hat so richtig "Rückgrat", ist konsequent, liebt ihren Garp, würde für ihn die Hand ins Feuer legen, pfeift auf ihre "gute Herkunft" und hat das Herz am richtigen Fleck! Ich kann sie mir gut vorstellen wie sie die Krankenabteilung hegt und pflegt und für Ordnung sorgt.

Sie buckelt auch nicht vor den Perceys, die Herkunft und der Wohlstand sind für sie kein Grund, demütig zu sein! Witzig finde ich, wie sie sich immer wieder aus der Affäre zieht (z.B. die Erklärung des Wortes "Japs" :gröhl: ) Naja, solange Garp noch so klein ist, geht es ja, später wird es dann interessant .... :D
Krümel - 28.08.2006, 19:37

So, ich bin durch mit diesem Teil :D

Nach wir vor bin ich hellauf begeistert von dem Buch, ich habe selten solchen großartigen Humor gelesen, obwohl ja vieles sehr ernst und tief gemeint. Einfach spitze :clap:
Anonymous - 28.08.2006, 21:53

Zitat: Garp stelle ich mir so richtig knuddelig vor! Ein bisschen naiv, aber schrecklich knuddelig!


Ich mir auch. Ich habe auch noch das Buch zum Film wo das Baby vorn drauf ist und das schaut so knuffig. Jetzt hab ich immer so einen Jungen vor Augen der genau so schaut. :D
Krümel - 28.08.2006, 23:45

Also irgendwie kommt mir die Geschichte mit Ellen James bekannt vor :grübel Entweder ist das wirklich geschehen, oder ich muss den Film gesehen haben.
Ja, ich werde den Film gesehen haben Williams, Glose und Streep kommen mir irgendwie mit der Handlung bekannt vor, allerdings kann ich mich so gut an gar nichts erinnern :D
Anonymous - 29.08.2006, 09:06

So, jetzt wo ich wieder Internet habe kann ich mich auch endlich mal äußern! :hurra:

Ich finde Garp ganz toll! Irving lässt hier so einen herrlichen Humor einfließen, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag!
Das gesataltet sich allerdings als schwierig, weil ich nebenher noch eine andere Leserunde habe :lol:

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass sich Garp so von "Gottes Werk und Teufels Beitrag" unterscheidet, denn ehrlich gesagt fand ich das stellenweise ein wenig zäh. Garp lässt sich aber wunderbar flüssig lesen!
Pippilotta - 29.08.2006, 16:48

@Suspiria: ich glaube,ich habe dieselbe Ausgabe wie du! Hellblau mit Baby :wink:

Ich habe nun diesen Teil beendet.

Vor einigen Wochen sah ich ein Interview mit John Irving (eigentlich im Zuge seines Wien-Besuches zur Promotion von "Bis ich dich finde"), und dabei kam das Gespräch auch auf "Garp", und Irving meinte, dass es - neben "Bis ich dich finde" sehr autobiographisch ist.

Seht mal seinen Lebenslauf, das ist ja wirklich fast 1:1 in den Garp übernommen.

(Geburtsjahrgang, Mutter=Krankenschwester, wächst vaterlos auf, Wien-Aufenthalt, schwankt zwischen Ringer- und Schriftstellerlaufbahn)

Die Wien-Episode habe ich genossen. Ich kenne Wien recht gut und kenne natürlich auch alle beschriebenen Plätze, Sehenswürdigkeiten und Straßen. Über Grillparzer und all den Wortverdrehungen habe ich mich köstlich amüsiert. Ich weiß nicht, in wie weit Grillparzer in Deutschland bekannt ist. Bei uns stand er im Literaturunterricht an der Tagesordnung und ich fand ihn eigentlich auch immer gähnend langweilig. Er war eher so Friedrich-Schiller-Abklatsch (sorry :wink: )

Übrigens entstand in Wien sein erster Roman "Lasst die Bären los" - von einem Bären in vielerlei Hinsicht ist ja auch im Garp zu lesen!

Mit der Erzählung "Die Pension Grillparzer" konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Weiß jemand, ob das die gesamte Erzählung ist, die hier abgedruckt ist? In unserer Bücherei gibt es das Hörbuch zu "Die Pension Grillparzer", vielleicht werde ich mir dieses mal mitnehmen!
Krümel - 29.08.2006, 17:23

Ich habe es mir die ganze Zeit gedacht, dass bestimmt autobiographische Züge im Roman zu finden sind. Aber ich wollte nicht recherchieren, denn bei diesen Recherchen habe ich mir schon das ein oder andere Mal den Spaß verdorben, wenn ich zu viel gelesen hatte.
Anonymous - 29.08.2006, 17:30

@Pippi: Danke, das finde ich sehr interessant! :D

Ich (bzw. Shana :wink: ) hat übrigens auch die Ausgabe zum Film, mit Baby vorne drauf.
Anonymous - 29.08.2006, 18:30

Ich bin jetzt auch mit dem ersten Teil durch...

Zitat: @Suspiria: ich glaube,ich habe dieselbe Ausgabe wie du! Hellblau mit Baby

Genau das. Find ich ja so süss.

Das find ich ja sehr interessant das der Roman autobiographisch ist. Ein bisschen hab ichs mir auch schon gedacht. Da hat Irving ja doch schon ein "bewegtes" Leben hinter sich.

Die Wien Episode fand ich auch sehr amüsant. Mit was ich leider garnix anfangen war "Die Pension Grillparzer". Ich habe das mehr oder weniger überflogen. :oops:
Grillparzer ist mir an sich auch kein Begriff. Wie kam Irving wohl gerade auf ihn?
Pippilotta - 29.08.2006, 18:41

Suspiria hat folgendes geschrieben:
Grillparzer ist mir an sich auch kein Begriff. Wie kam Irving wohl gerade auf ihn?

naja, wie schon gesagt, Franz Grillparzer ist sozusange das österreichische Pendant zu Schiller und Goethe, aber auch hoher Beamter und doch in Österreich recht präsent. In der Schule haben wir von Grillparzer wohl mehr gelesen als von Goethe und Schiller zusammen. Ich denke, dass er wohl Irving während seines Wien-Besuches untergekommen ist und deshalb wurde er verewigt. :wink:
Krümel - 29.08.2006, 21:27

Was hat es mit der Erzählung "Die Pension Grillparzer" auf sich?
Ich denke, dass Irving damit genauere Einblicke in Garp gewähren wollte, wie er tickt und so. Einen höheren Sinn hat sie sicherlich nicht, aber ich fand sie sehr amüsant, irgendwie liebe ich alles an diesem Buch :D

Grillparzer war mir vorher auch kein Begriff, aber dank Irving und Pippi kenne ich jetzt wenigsten seinen Namen :wink:
Pippilotta - 30.08.2006, 06:21

Ich habe jetzt ein bisschen gegoogelt, aber "Zunge-abschneiden" kommt mir immer als Foltermaßnahme im Mittelalter (und früher) unter. Von einem Orden oder in Zusammenhang mit Vergewaltigung habe ich nichts gefunden.

Ich bin jetzt bei Kapitel 8 angelangt! Das Buch ist klasse!!

Habt ihr das eigentlich auch so verstanden, dass Garp die Babysitterin mehr oder weniger vergewaltigt hat? Es wurde zwar nicht so klipp und klar gesagt, aber angedeutet. Wie habt ihr es aufgefasst?

Mögt ihr eigentlich Garp, ist er euch sympathisch?
Krümel - 30.08.2006, 09:56

Eigentlich hatte ich es nicht als Vergewaltigung aufgefasst, Pippi. Sie war doch verliebt in ihm, und hat ihn ein wenig angebiedert, oder? Vielleicht ist sie aber überrumpelt worden. Ich weiß nicht :grübel (Gute Frage)

Hm, ob ich Garp sympathisch finde. Nö, eigentlich auch nicht, hoch interessant und außergewöhnlich, aber auch nicht richtig mein Fall.
Mittlerweile kann ich aber damit sehr gut umgehen, ich muss nicht unbedingt einen Sympathie-Träger haben, um ein Buch zu lieben. Das eröffnet sowieso einen neutralerem Blick. Wenn der Protagonist total widerlich ist, dann habe ich immer noch meine Probleme :wink:

Ich bin jetzt bis Kapitel 11 vorgedrungen :D
Krümel - 30.08.2006, 10:25

Gestern Abend habe ich das Kapitel 10 gelesen.
Das ist ja witzig, so was habe ich, glaube ich, noch nie gelesen. Bravo einfach Spitze :clap:
Was für eine Phantasie Irving hat, ich denke, er hätte mit Leichtigkeit noch mehr Versionen schreiben können, nur hätte der Leser dann nicht mehr mitgemacht :wink: Zum Schluss bleibt alles offen, und so lag ich im Bett habe mir auch noch ein paar Versionen erdacht, und kreiste lange um das Thema :D

Übrigens habe ich einige Ideen durch Garp bekommen, meinen eigenen Roman auszuschmücken. Der lag jetzt auch seit 2 Jahren brach, der gleiche Gedanke wie Garp: Ich bin noch nicht so weit um weiter zu machen :mrgreen:
Pippilotta - 30.08.2006, 16:59

Krümel hat folgendes geschrieben: Eigentlich hatte ich es nicht als Vergewaltigung aufgefasst, Pippi. Sie war doch verliebt in ihm, und hat ihn ein wenig angebiedert, oder? Vielleicht ist sie aber überrumpelt worden. Ich weiß nicht

Ich hatte ja vorerst auch gar nicht den Eindruck, sie hat für ihn geschwärmt, keine Frage! Aber am Ende von Kapitel 7 hatte ich dann doch den Eindruck, dass er sie eher "überrumpelt" hat, sagen wir es mal so. Er stellt sich ja dann auch auf eine Stufe mit dem Mann im Park, deshalb kam mir der Gedanke.
Krümel - 30.08.2006, 18:06

Ja, das stimmt. Der Gedanke wird immer stimmiger, auch wenn man die späteren Kapitel liest. Nur das Wort Vergewaltigung finde ich ein wenig zu hart, nicht das ich irgendetwas verharmlosen möchte, einige Männer werden heute beschuldigt, meist noch von ihren eigenen Töchtern, weil die Mutter ihren Ex hinter Gittern sehen möchte.
Ja, Überrumpelung, das passt schon. Aber wo ist hier die Grenze :?:

Warten wir mal ab, was die anderen sagen.
Krümel - 31.08.2006, 12:10

Gestern Abend in Kapitel 12 hatte ich den ersten wirklichen Hänger. Die Erzählung: Wachen, fand ich grottenschlecht, und die Seiten zogen sich wie Gummi. Helen bestätigte dies zum Schluss des Kapitels, und ich finde, dieses Gefühl ist sehrwohl auch so gewollt. Alltäglich, platt und langweilig, so wie eigentlich das Leben von Garp ist.
Salome - 31.08.2006, 17:57

Ich bin jetzt auch durch!
Im Großen und Ganzen sehr lesenwert,wenn auch mit einigen Längen,wie ich finde.
Ich hoffe ich werde jetzt nicht gesteinigt! :roll:
Garps sehr männliche,fast ordinäre Sichtweise der Geschehnisse hat mir manchmal nicht so gefallen.Zum Beispiel die Affäre mit Cushie,oder seine Einstellung zu Prostitution.Aber das ist halt nur ein persönlicher Kritikpunkt.
Mal ne unwichtige Frage:
Wovon haben Garp und Jenny während ihrer Zeit in Wien eigentlich gelebt?
Beide arbeiten nicht,können Huren bezahlen,Miete,Reisen etc. ohne sich Gedanken ums Geld zu machen.
Bin trotzdem gespannt aufs weiterlesen!
Pippilotta - 31.08.2006, 19:07

Salome hat folgendes geschrieben:
Mal ne unwichtige Frage:
Wovon haben Garp und Jenny während ihrer Zeit in Wien eigentlich gelebt?


DAS habe ich mich auch gefragt! Es wird schon wo erwähnt, dass Jenny Geld hat, von dem beide recht gut leben können, aber woher? Von ihrem Schwesterngehalt kann ja wohl nicht soviel erspart worden sein. :?:
Pippilotta - 31.08.2006, 19:18

Kapitel 10

Hier lässt Irving so richtig Einsicht nehmen ins Schriftstellerleben. Echt klasse, wie Garp die Story weiterspinnt. Und in Helen hat er ja eine wirklich gute Kritikerin!

Kapitel 11
Jetzt wird die Sache ja richtig abgefahren, abgedreht und skuril! Super geschildert fand ich seine Ängste um die Söhne! Das kommt mir so richtig "amerikanisch" vor, hysterisch, immer die Gefahr gegenwärtig und was nicht alles passieren kann.

Diese eigenartigen Personen, die da immer seine Wege kreuzen, Mrs. Ralph ist ja wirklich ein zutiefst abstoßende Person, oder?

Zitat: platt und langweilig, so wie eigentlich das Leben von Garp ist.
Findest du schon? Den Eindruck habe ich aber irgendwie nicht. Zumindest für Helen und die Kinder stelle ich mir den Alltag alles andere als langweilig vor. Bei Garp ist immer was los, wenn er mich auch an den Rande eines Nervenzusammenbruchs bringen würde :roll:
Krümel - 31.08.2006, 19:56

Ich denke mal, dass Jennys reiche Familie hergehalten hat. Ist sie nicht Alleinerbin? Also habe ich das bis jetzt aufgefasst, auch später kann sie doch ein sehr gutes Leben führen.
Krümel - 31.08.2006, 20:04

Ja, eigentlich schon, das schreibt Garp ja selber. Und die Zeitspanne, sieht man an Ducans Alter, ist ja eigentlich immer riesig. Aber dann kommen dann knüppeldicke Situationen, Mrs. Ralph oder so. Aber er hat einen sehr festgefahrenen Alltagstrott, das wird jetzt auch wieder im Kapitel 13 gut beschrieben, als das Mädchen ihn beobachtet.

Hat Irving wirklich einen sehr maskulinen Schreibstil?
Krümel - 01.09.2006, 00:15

Ich habe nun das 14 Kapitel gelesen :cry: Das ist ja hammer hart. Mir fehlen jetzt noch die Worte, mein Gott wie schrecklich :shock:
marilu - 01.09.2006, 22:10

Krümel hat folgendes geschrieben: Ich denke mal, dass Jennys reiche Familie hergehalten hat.

Das denke ich mir auch. Einen genauen Hinweis konnte ich aber auch nicht finden.

Ihr seid ja alle schon so weit. Ich habe heute das 5. Kapitel beendet.

Mich fasziniert die Geschichte noch immer, aber ich lese nicht so viel wie ich möchte. Zum einen liegt das an der kleinen Schrift, zum anderen scheine ich nicht genug Konzentration zu haben.

In Garps Kurzgeschichte "Pension Grillparzer" sieht man schon den Weg zum "Hotel New Hampshire".

Ich muss noch ein wenig darüber nachdenken, was ich hier noch schreiben werde. Melde mich zurück!
marilu - 02.09.2006, 12:45

Nachher beginne ich Kapitel 8.
Das 7. Kapitel war ja ganz schön heftig...

Pippilotta hat folgendes geschrieben:
Habt ihr das eigentlich auch so verstanden, dass Garp die Babysitterin mehr oder weniger vergewaltigt hat? Es wurde zwar nicht so klipp und klar gesagt, aber angedeutet. Wie habt ihr es aufgefasst?

Ich glaube nicht, dass Garp Cindy vergewaltigt hat, aber er hat sie schon irgendwie "ausgebeutet" - immerhin hat er bis zum letzten Tag vor Schulschluss gewartet, um mit ihr zu schlafen. Bis dahin hat er seine Lust gezügelt und auch Cindys Gfühle für ihn kontrolliert.

An diesem letzten Tag hat er seinen Instinkten nachgegeben und mit ihr geschlafen, obwohl er wusste, dass es eine moralisch schlechte Tat war. Er betrügt seine Frau und in gewisssem Maße auch Cindy, denn er nimmt sich, was er will, ohne dass es ein "morgen" gibt. Sie wird ihm keine Schwierigkeiten machen, denn sie geht ja weg.

Ich kann meinen Gedanken schlecht ausdrücken, aber vielleicht versteht ihr ja, was ich meine...

In der Erkenntnis, dass er weiß, dass sein Handeln nicht astrein war, liegen dann wohl auch die abschließenden Gedanken des Kapitels begründet. Die Überzeugung, dass Männer Frauen immer ausnutzen, auch wenn sie versuchen, ihre Lust zu besiegen, lässt ihn sich wieder einen Sohn wünschen - der wird wenigstens nicht leiden und zum Opfer. In dem Wunsch drückt sich für mich seine Angst vor dem Schicksal einer Tochter aus, aber auch ein Stück weit Egoismus. So nach dem Motto: Wenn er schon ein Kind bekommt, dann eines, das auf der "Siegerseite" im Leben steht.

So habe ich das Kapitel verstanden.

Pippilotta hat folgendes geschrieben: Mögt ihr eigentlich Garp, ist er euch sympathisch?

Ich weiß nicht, ob ich Garp mag. :grübel:
Er ist mir nicht unsympathisch (obwohl - doch, als er fremdgeht), aber ich verstehe ihn auch nicht. Er ist so schwer einzuordnen...

Aber in den 70er Jahren muss er echt ein Unikum gewesen sein. Seine Entscheidung, Hausmann zu werden, hat damals sicher sehr stark polarisiert. Auch Jennys Abneigung gegen zwischenmenschlichen Kontakt muss damals eher kontrovers gewesen sein...

Ich stehe ihm noch sehr objektiv gegenüber.
marilu - 02.09.2006, 12:53

Krümel hat folgendes geschrieben: Ich denke mal, dass Jennys reiche Familie hergehalten hat. Ist sie nicht Alleinerbin? Also habe ich das bis jetzt aufgefasst, auch später kann sie doch ein sehr gutes Leben führen.

Nur noch abschließend zu dem Thema:

Jenny und Garp können zumindest nicht von dem Erbe ihrer Eltern gelebt haben, denn in Kaptel 7 wird gesagt, dass Jennys Vater erst nach dem Erscheinen von ihrer Biographie stirbt, als er herausfindet, wie Garp empfangen wurde. Ihre Mutter starb sogar noch später.
Pippilotta - 02.09.2006, 12:56

Kapitel 13

Ich bin total hin- und hergerissesn, wie ich zu den Garps stehe.

Einerseits verurteile ich Garp für sein Fremdgehen und seine obszönen Gedanken, sobald er eine Frau sieht. Das ist Helen gegenüber einfach unfair.

Andererseits war ich total aus den Wolken, als ich von Helens Affaire las. Ich fand das extrem gemein, rücksichtslos und ehebrecherisch.

Aber warum verteidige ich einerseits Garp und verurteile ich Helen? Ist es deshalb, weil Garp zuhause alles schupft,sich mit dem Alltagstrott abgibt und Helen den Rücken frei hält damit sie Karriere machen kann? Ich sehe Garp als den Betrogenen, obwohl er es - objektiv gesehen - ja nicht anders verdient hat, nun weiß er, wie sich das anfühlt.
Trotzdem tut er mir schrecklich leid und Helen ist in meiner Gunst gesunken!

Es ist sehr schwierig, meine Gedanken nieder zu schreiben, ich hoffe, ihr versteht, was ich meine! Ich wüsste auch zu gerne, wie ihr die Schuld/Unschuldsfrage seht bzw. ob Ihr findet, dass Helen ein Recht auf diese Affäre hat!

Der Schluss dieses Kapitels hört sich allerdings sehr beklommen an, ist da dann was Schreckliches passiert? :?:
Krümel - 02.09.2006, 13:36

Ja, zu dem Zeitpunkt lebten ihre Eltern noch. Aber sie wollten doch immer für ihre Tochter aufkommen (- komm zu uns, und zieh deinen Garp bei uns auf - damit die Außenwelt es nicht mitbekommt), sie wollten doch gar nicht, dass Jenny arbeitet, und dann auch noch als Krankenschwester.
Krümel - 02.09.2006, 13:49

Hallo Ihr ...

Ob nun Garp fremd geht oder Helen, das spielt für mich eigentlich keine Rolle. Sie führen anscheinend eine Ehe, die das Fremdgehen als schlecht ansieht, somit ist es von beiden Seiten nicht recht. Wenn eine Ehe es toleriert, dass man fremdgeht, gibt es ja mittlerweile viele, kann ich damit auch umgehen, wenigstens vom Betrachten her :wink: Soll ja jeder so leben wie er möchte. (Persönlich bin ich eine sehr treue Seele, ich würde nicht fremdgehen, obwohl vorher kann man das eigentlich nie sagen, kommt immer auf die Situation an. Aber ich bin nicht lustgesteuert, sagen wir mal so.)

Also die Frage nach der Schuld, stellt sich für mich nicht. Denn es gibt Menschen die extrem lustgesteuert sind, sogar krankhaft, und wenn diese dann einen Partner haben, der das akzeptiert, warum nicht.
marilu - 02.09.2006, 14:49

Fertig mit Kapitel 8.

Helen und Garp führen eine seltsame Ehe. Zitat: Ich glaube, Garp hat Helen sehr verletzt, als er mit den beiden Babysittern schlief.
Als Helen beschließt, Harry "zu heilen", schwingt für mich ganz klar ein Rachegedanke mit.


Sie tut mir wirklich leid, denn damit gräbt sie sich selbst unbeabsichtigt eine Grube.

Dass die beiden sich später immer wieder betrügen (?) werden, überrascht mich angesichts dieser Grundlage gar nicht.

Für mich reicht es heute mit Garp. Ich finde es streckenweise anstrengend und mit Längen. Aber ich hatte sowieso nicht erwartet, das es zu meinem Liebling wird. :oops:

Morgen geht es dann weiter.
Pippilotta - 02.09.2006, 19:21

Krümel hat folgendes geschrieben: Hat Irving wirklich einen sehr maskulinen Schreibstil?

Darüber habe ich jetzt lange nachgedacht. :grübel2: und doch ein paar Indizien gefunden. Ich kann jetzt aber nicht beurteilen, was Du genau unter "maskulinen" Schreibstil meinst.

Wenn aus Garps Sicht erzählt wird, dann ist das die Sicht eines Mannes ohne viel Verständnis für die Frauen. Für ihn scheint ein Seitensprung kein Problem zu sein, ist er allerdings der Gehörnte, dann bricht die Welt zusammen.
Im Zuge von Robertas Geschlechtsumwandlung meint er (Kapitel 14): "... er fand es eigenartig dass Menschen, die dabei sind, eine Entscheidung zu treffen, die sie fest und für immer in eine Minderheit verpflanzt ..."

Da es (glaube ich) auf der Welt mehr Frauen als Männer gibt, kann mit "Minderheit" eigentlich nur "mindere Bedeutung" gemeint sein. :grübel2:
Pippilotta - 02.09.2006, 19:46

Nach Kapitel 14 muss ich jetzt einmal durchatmen, das ist ja der pure Horror.

Zitat: Mitten im Kapitel frage ich mich dann, was eigentlich mit Walt los ist, warum er gar nicht erwähnt wird .... und eine Seite später kam dann die Erklärung :shock: Ich hoffe für John Irving, dass dieser Teil nicht autobiografisch ist!

Einfach genial finde ich, wie Irving manche Elemente und Dinge wiederkehren lässt. Sind sie zuerst positiv besetzt (Steuerknüppel, Walts Untertauchen in der Badewanne, die sprachlosen Frauen, über die Garp sich zuerst lustig macht bis er "einer von ihnen" ist, etc) so nehmen sie plötzlich eine ganz furchtbare Bedeutung ein.

Zitat: Die letzte Szene im Kapitel 14, Duncans Erklärung über das verlorene Auge, rührte mich zu Tränen! :-(
Krümel - 02.09.2006, 19:57

Ach, Gott sei dank hat nun einer dieses Kapitel auch gelesen. Ist es nicht schrecklich :cry:

Kapitel 14
Ja, Pippi mir wurde das auch erst so ca. ab der Mitte bewusst, wo ist eigentlich Walt? Aber nach diesen schrecklichen Unfall, und was da alles geschehen ist, mein Gott wie entsetzlich. Der Leser muss so viel verdauen, da kommt man dann erst mit um mit auf diese Frage ...

Ja, das fand ich auch sehr rührend.
Pippilotta - 03.09.2006, 09:57

Kapitel 15

:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Ich dachte eigentlich nicht, dass man Kapitel 14 noch steigern kann....

In dieser Geschichte hat Garp wohl alle seine Erlebnisse verarbeitet. Viele Elemente, die Garps böses Erlebnis begleitet haben, finden wir hier wieder.

Und wieder stehen eigentlich urkomische Situationen (die Vernehmung zwischen den Schweinen :D mit todernsten ganz knapp beisammen. Das Lachen bleibt einem in der Tat im Hals stecken!
Übrigens bin ich auch der Meinung, dass Vergewaltigung viel zu gering geahndet wird. ich würde die vom Ermittler vorgeschlagene Strafe (Kastration ohne vorheriges Gerichtsverfahren) direkt unterstützen!

Sehr interessant fand ich die Rolle des Ermittlers. Er scheint hier auch eine persönliche Rechnung zu begleichen, was Hope nur zu Gute kommt. In Wirklichkeit kann man nur dann urteilen, wenn man selber betroffen ist, und die Reaktion des Ermittlers kann ich eigentlich nur ganz gut nachvollziehen, denn er ist nicht nur als Polizist, sondern auch als Mensch betroffen.
Krümel - 03.09.2006, 11:58

Kapitel 15

Ja, die groteske Situation zwischen dem furzenden Schwein, und der Kastration hat schon was. Aber lachen oder schmunzeln konnte ich nicht, dafür war ich zu schockiert und aufgewühlt.
Bensenhaver hat eigentlich ganz gute Ansichten, z. B. als der das Kondom verschwinden lässt. Er weiß ganz genau wie sich das Gesetz mit Fakten abgibt, oder sie auch verharmlost. "Wir wollten sie nur vergewaltigen! und nicht umbringen." Man muss immer damit rechnen, dass die Frau dabei sterben kann. Und das Leid, dass man ihr antut, ist gar nicht in Worte zu fassen.

Ja, ich finde auch, dass Vergewaltigung und Missbrauch, vor allen bei Kindern, viel zu harmlos, wenigstens in Deutschland, betraft wird. Oft stehen diese Männer nach 2 bis 3 Jahren wieder auf freien Fuss, und machen direkt weiter. Eier ab, das wäre für mich auch die einzig sinnvolle Strafe! (Schuldigung, musste sein.) Zumindest bei wiederholten Vergehen.
Krümel - 03.09.2006, 14:59

Kapitel 17

Garp trifft hier Ellen James. Sie sagt, sie findet es total bescheuert, dass sich die Frauen die Zunge heraus schneiden lassen, das hat Garp ja auch immer gesagt.

Die Frauen, obwohl sie Feministinnen sein wollen, machen sich wieder selber zum Opfer. Als ob ein stummer Schrei das gleiche bewirken könnte als ein riesen Geschrei. Zum Protest, zum Bewegen braucht man seine Stimme.

Diese Mitläuferidee fand ich dagegen köstlich, eine fängt an und ohne zu überlegen ob das tatsächlich viel bewirken kann, ziehen viele mit. Auch ohne einen Gedanken daran, ob es der wirklichen Ellen James recht ist. (Fragt sich nur, welcher bescheuerte Arzt das ausübt. Der Gedanke ist eigentlich typisch amerikanisch, denn in Deutschland würde kein Arzt sowas machen.)
Pippilotta - 03.09.2006, 15:29

Kapitel 16

Zum Glück glätten sich die Wogen wieder! :lol:

Den Einblick in den LIteraturbetrieb fand ich köstlich. Der Verleger Wolf ist ein Geschäftsmann, wie er im Buche steht! Es ist geschmacklos, makaber und rücksichtslos, aus Garps Leid Geld zu schlagen. Aber wie wir ja alle wissen, sind Einblicke ind das Leid anderer (v.a. Prominenter) der Garant für Verkaufserfolg!

Was ich eigentlich nicht so mitbekommen habe ist, warum Garp jetzt unbedingt reich werden will? Will er damit sein mitgemachtes Leid kompensieren? Nach dem MOtto "wenn mir sonst schon so viel genommen wurde, möchte ich wenigstens materiellen Reichtum" :?:

Kapitel 17

Die Feministinnen-Bewegung und das Ausarten der Ideen derselben finde ich auch köstlich beschrieben! Aber auch das sehen wir tagtäglich. Irgendwie hat mich dieses Kapitel an Krümels Erzählungen erinnert, dass beim Ausflug der Grünen Männer unerwünscht sind!
Ich finde das absolut doof, es gibt nur ein Miteinander, kein Gegeneinander!

Die Geschichte von der "richtigen" Ellen James ist ja bezeichnend. Sie will das alles gar nicht, so wie auch Jenny Fields dieses Aufheben um ihre Person gar nicht wollte!

Nun, am Ende von Kapitel 17 sterben alle dahin.... mal sehen, wer noch übrig bleibt :-(
Pippilotta - 03.09.2006, 20:19

Ich bin durch :-(
Das Ende lässt sich ja schon aus der letzten Überschrift erahnen :-(
Jetzt muss ich aber drüber schlafen, morgen gibts mehr Eindrücke! :wink:
Krümel - 03.09.2006, 21:22

Ich habe jetzt auch nur noch das letzte Kapitel vor mir. Ich weiß es ja schon vom Klappentext, und das Kapitel besagt es ja, also werde ich vorbereitet sein Schicksal lesen :?
Salome - 04.09.2006, 08:28

Mensch,ihr düst ja durch! :shock:
Ich bin jetzt bei Kapitel 9.
Mir fehlt langsam die rechte Motivation zum weiterlesen,ich werde mich dennoch weiter bemühen.
Diese Geschichte ist einfach nicht meine Welt, ums mal ehrlich kundzutun.
Garp bleibt mir fremd und/oder interessiert mich nicht.
Das ist nicht gut,denn es geht ja nunmal um eben jenen.:mrgreen:
Garp der "Held",Garp das "Tier",Garp der "Sohn einer Feministin",Garp der "erfolglose "Autor"...
Mir fehlt ein wenig Story.Vielleicht kommt ja noch was...
Die Episoden der Geschichte,auch das groteske,perfide, finde ich sehr gezwungen,ich frage mich oft,was das soll?! Ein bisschen geht es mir da wie Mrs. Poole. :mrgreen:
Vieles mag ja auch von Irving gewollt sein.Das maximiert aber leider nicht meinen Lesegenuss.

Ich hatte mir auch ein ganz anderes Buch vorgestellt unter "Garp" vorgestellt.
Ich finde Irving hätte anstelle von "Garp" zwei Bücher machen sollen.
Eine Autobiographie und einen Roman mit einem "Garp" wie aus dem Anfang des Buches.
Diese autobiographischen Züge im Roman verwirren mich,weil ich mich ständig Irving statt Garp im Kopf habe.Wenn ich jedoch an der Person Irving interessiert wäre hätte ich lieber seine Biographie gelesen.
Anonymous - 04.09.2006, 11:35

Ich bin bei Kapitel 10...

....und bis jetzt am ehesten der Meinung mit Salome. Mir fehlt auch die Motivation weiterzulesen. Ich werde es aber dennoch zuende bringen.

Ehrlich gesagt finde ich Garp schrecklich. Die Person an sich, sein Handeln...alles. Ich hoffe mir nimmt das keiner übel. :-( . Er ist mir auch fremd und wird es sicherlich auch bleiben.
Ich habe mir unter dem Roman auch was ganz anderes vorgestellt,
gelacht habe ich noch nicht einmal. Ich weiss nicht :shock:
Nun ja mal schauen wie es weiter geht...
Salome - 04.09.2006, 18:09

Kapitel 9 war eine angenhme Überraschung,ich habe sogar gelacht.
Ich fand mich einfach in meinen Ängsten um meine Kinder wieder,da Garp ja auch ein sehr "fürsorglicher" Papa ist. Diese Horrorgedanken was alles passieren kann habe ich nämlich auch regelmässig....
Dieser Aspekt von Garp gefällt mir.

@Suspiria :Schön,daß noch jemand ausser mir allgemein nicht ganz so mit "Garp" was anfangen kann.Ich fühle mich schon grässlich deswegen...
Krümel - 04.09.2006, 19:36

Salome hat folgendes geschrieben: Schön,daß noch jemand ausser mir allgemein nicht ganz so mit "Garp" was anfangen kann.Ich fühle mich schon grässlich deswegen...

Wieso grässlich? Das kann doch immer wieder vorkommen. Ich fand zum Beispiel "Die Vermessung der Welt" fürchterlich, obwohl es nun schon lange unter den Top 10 steht, aber ich fühle mich nicht grässlich :wink:
marilu - 04.09.2006, 21:30

Ich pausiere gerade. Nachdem ich anfangs ganz begeistert war, habe ich nun einen toten Punkt erreicht. Um etwas Abstand zu gewinnen, habe ich in "Anna Karenina" hineingelesen und finde es herrlich!

Einerseits toll, weil ich etwas lese, das jede Faser in mir anspricht :love: , fatal andererseits, weil ich den "Garp" angelesen ins Regal wandern sehe... :cry:

Ich werde jedoch versuchen, dem "Garp" eine zweite Chance zu geben. Es kann allerdings etwas dauern.
Pippilotta - 05.09.2006, 07:16

Das Buch lässt mich kaum los, und es fälllt mir jetzt sehr schwer, ein neues Buch anzufangen!

Ab den schockierenden Kapiteln 14 und 15 war ich total sensiblisiert. Vor allem vor dem letzten Kapitel fürchtete ich, dass wieder Schockmomente auftauchen. So bin ich aber doch recht zufrieden mit dem Ende. Garp lebt in seiner Tochter weiter, sie sorgt auch dafür, dass er nie von der Bildfläche verschwindet, indem sie dahinter ist, dass seine Bücher in jeder Buchhandlung vorrätig sind! :wink:

Tolles Buch, großartig :clap:
Salome - 05.09.2006, 07:31

Heute morgen kam ein Grillparzer per E-Mail.:lol:

Das Monument der vier Tonsetzer


Sparsam zu sein ist unsre Liebe,
In Zwecken groß, in Mitteln klein,
Wie einen Galgen auf vier Diebe,
Vier Meistern einen Leichenstein.
marilu - 05.09.2006, 22:01

Ich habe heute das 9. Kapitel gelesen und finde Garp inzwischen nicht mehr sympathisch - sein Auftritt als überbesorgter Vater und seine Dünkel gegen Mrs. Ralph sind so heuchlerisch, dass es auf den ersten Blick auffällt. Komischerweise kann ich darüber lächeln und empfinde allmählich wieder Vorfreude auf das Weiterlesen.

Wenn Garp sich darüber aufregt, dass Mrs. Ralph ohne Zukunftsvison ist und keine Verantwortung übernimmt, mächte man ihn doch nehmen, vor den Spiegel stellen und sagen: "Schau dich doch selbst an."

Ein Schreiber, der sich nicht als Schreiber fühlt und sogar Eheberatung als Profession in Frage zieht; ein Mann, der durch das Studium von Telefonbüchern den Bezug zur Realität verliert....

Ein Mann, der losstürmt, um Raser auf der Straße anzuhalten, den Herd in seiner Küche aber aufgrund dieser Grundsatzfrage vergisst...

Sein Verhalten widerspricht seinem hohen Moralkodex.

Krümel hat folgendes geschrieben: Gestern Abend habe ich das Kapitel 10 gelesen.
Das ist ja witzig, so was habe ich, glaube ich, noch nie gelesen. Bravo einfach Spitze :clap:
Was für eine Phantasie Irving hat, ich denke, er hätte mit Leichtigkeit noch mehr Versionen schreiben können, nur hätte der Leser dann nicht mehr mitgemacht :wink: Zum Schluss bleibt alles offen, und so lag ich im Bett habe mir auch noch ein paar Versionen erdacht, und kreiste lange um das Thema :D

Du hast mich neugierig gemacht, unter dem Beitrag kann ich mir nichts vorstellen - muss heute abend wohl noch das 10. Kapitel lesen. :wink:
Salome - 06.09.2006, 10:02

So ich bin mit diesem Teil des Buches durch und leider auch mit dem gesamten Buch.
Ich kann einfach nicht mit dem Buch warm werden.Der Unfall hat mir den Rest gegeben.
Zitat: Sie hat Michael den Penis beim Unfall abgebissen???
Dicker konnte er ja wohl nicht auftragen!
Nee,also geht gar nicht!
So quäle ich mich dann lieber nicht weiter,wo noch so viele schöne Bücher auf mich warten... :wink:
marilu - 06.09.2006, 21:17

Und nun liegt auch das 11. Kapitel hinter mir. Seltsam, seltsam...

Die Zustände in Mrs. Ralphs Haus - grausig! Und was muss passieren, damit man einen 17-/18-jährigen Jungen in seinem Schlafzimmer hat, der nicht gehen will?

Hier werden mal wieder alles andere als alltägliche Ereignisse geschildert. Garps "Rettungsaktion" in Turnhose, Sneakers und freiem Oberkörper zeugt doch von seiner Abgedrehtheit. Er ist immer so leicht neben der Spur...

die Schilderung mit der Polizeibegegnung fand ich dann auch dementsprechend passend. :lol:

Irgendwie merkt man Irving an, dass er noch jung war, als der Roman erschien - die Episode, wo Garp Mrs. Ralph beweist, wie sexy sie ist und welche Wirkung sie auf ihn ausübt - haha! Ein echter Garp! Woah! Ich habe versucht, die Episode auf mein Leben zu übertragen - unvorstellbar! *Schüttel* :irre?:

Spätestens da wird klar, dass seine emotionale Intelligenz für Eheberatung nicht "ganz" ausreicht! Ich sehe es direkt vor mir:

Sie fühlen sich ungeliebt und brauchen einen Beweis für Ihre Anziehungskraft?! Moment - ich schließe eben die Augen, denke an eine andere Frau und - VOILA - bestaunen sie Ihre macht auf mein Gemächt. :lol: :roll:

Ich liege noch immer am Boden vor Vergnügen, wenn ich daran denke, dass für Garp danach die geeignete Maßnahme, das ufräumen der Küche ist... :lach:
Krümel - 06.09.2006, 22:40

marilu hat folgendes geschrieben: Sie fühlen sich ungeliebt und brauchen einen Beweis für Ihre Anziehungskraft?! Moment - ich schließe eben die Augen, denke an eine andere Frau und - VOILA - bestaunen sie Ihre macht auf mein Gemächt. :lol: :roll:

Ich liege noch immer am Boden vor Vergnügen, wenn ich daran denke, dass für Garp danach die geeignete Maßnahme, das ufräumen der Küche ist... :lach:

Ich schüttel mich nun wegen deiner Ironie, und wegen der Erinnerung zu Kapitel 11, und liege auf dem Boden :mrgreen:

Ja, dieses Kapitel hat es echt in sich, wie kann man nur so urkomische Gedanken hegen, und dann noch zu Papier bringen. Aber es ist doch ziemlich maskulin geschrieben, oder? Auf solche Ideen können doch nur Männer kommen :mrgreen:
marilu - 07.09.2006, 06:04

Ich finde es teilweise etwas pubertär und definitiv voller männlicher Einfälle! Teilweise wird mir das sogar ein bißchen zuviel. Aber gestern abend habe ich dann unerwarteterweise auch noch das 12. Kapitel gelesen und das hat für etwas Abwechslung gesorgt. Zum ersten Mal seit langem kommt auch Helen wieder zu Wort.

Ich kann gut verstehen, dass sie eine Affäre in Betracht zieht, aber dass sie dem gleichen Typ Mann wieder verfällt, obwohl sie sich zuhause über gerade einen solchen ärgert... :grübel1:
Es ist wohl nur menschlich, seinem Typ treu zu bleiben.

Was Garps Geschichte angeht, so fand ich sie einfach banal. Im Endeffekt hatte man die Quintessenz schon 2 Kapitel vorher gelesen, als Garps Verhalten in Bezug auf Raser geschildert wird.
marilu - 09.09.2006, 07:17

Ich nähere mich dem Ende dieses Teils und bin in der Mitte des 14. Kapitels.

Das Helen auch eine Affäre beginnt, finde ich gar nicht so schlimm, aber dass sie die Ähnlichkeit zwischen Garp und Michael nicht erkennt, oder so tut als ob, nehme ich ihr nicht ab.

Wenn die Leserunde nicht wäre, hätte ich nach dem Unfall aufgehört zu lesen. Der war mir einfach ein bißchen zuviel des Guten. Er hätte auf mich mehr gewirkt, wenn Irving nicht diese vielen grausigen Details eingebracht hätte.
Dadurch wurde alles so unglaubwürdig. :oops:

"Garp" bekommt dieses Wochenende eine Zwangspause und ab Montag lese ich dann weiter.
Krümel - 09.09.2006, 12:08

@ marilu
Du hast doch schon einige Irvings gelesen, wiederholt sich dieses Entsetzen von diesem Unfall? Zirkuskind soll doch auch arg sein. Diesen Unfall fand ich zu einem unreal und der totale Horror! Da musste ich auch erst einmal eine Pause einlegen :roll:
Anonymous - 09.09.2006, 20:58

Ich würde mich gerne von dieser Leserunde abmelden. Ich hoffe ihr seid mir nicht böse deswegen, aber mir gehts wie Salome, ich finde das Buch überhaupt nicht gut. Und es würde glaub ich wenig bringen wenn ich mich bis zum Ende durchquäle. :-(
marilu - 21.10.2006, 06:41

Der Vollständigkeit halber:
ich habe Garp letzte Woche verschenkt, weil eine Freundin mir erzählte, sie will ihn unbedingt lesen.

Ich habe also vor dem Ende kapituliert. So sehr ich Irving auch schätze, aber Garp wurde für mich immer schwerer zu lesen. Sei es, weil ich viele Anspielungen und Thematiken bereits aus anderen Romanen von ihm kannte oder Garp mir nicht sympathisch war...
Ich kann es nicht genau bestimmen.

Mein Liebling bleibt "Owen Meany" gefolgt von "Gottes Werk und Teufels Beitrag". Diese beiden haben zumindest Hauptfiguren, die man mögen muss. Vielleicht brauche ich einfach Sympathieträger in einem Roman...

Trotzdem bereue ich nicht, es wenigstens versucht zu haben!

PS: In meiner Ausgabe existierte ein Nachwort, in dem stand, dass Irving seinem 12-jährigen Sohn eine Ausgabe des Buches zum Probelesen gegeben hat. :shock: Das finde ich schon ganz schön heftig!
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus diesem Forum
Jones, Diana Wynne - Zauberstreit in Caprona - gepostet von marilu am Freitag 05.01.2007
Rynell, Elisabeth - Schneeland - gepostet von wolves am Dienstag 12.12.2006
Gundermann, Bettina - Teufelsbrut - gepostet von Voltaire am Samstag 04.11.2006
Damm, Sigrid - Christiane und Goethe. Eine Recherche - gepostet von Krümel am Montag 28.05.2007
... fühl mich nicht wohl - gepostet von Krümel am Freitag 21.04.2006
Olafsson, Olaf - Der Weg nach Hause - gepostet von Voltaire am Freitag 02.11.2007
Seife, Charles - Zwilling der Unendlichkeit - gepostet von Krümel am Montag 10.09.2007
Gavalda, Anna - Zusammen ist man weniger allein - gepostet von Krümel am Freitag 24.08.2007
D´Aguiar, Fred - Futter für die Geister - gepostet von Krümel am Sonntag 18.03.2007
Forenabstinenz :-( - gepostet von Krümel am Donnerstag 31.08.2006
Ähnliche Beiträge
Bewerbung John Leslie - alienor (Freitag 29.06.2007)
Mark St. John - Micha (Sonntag 18.06.2006)
John Cena schrieb: kannst ja themen eröffnen und sow =) - zweag (Montag 03.10.2005)
John Cleese - Spenser (Montag 28.02.2005)
John Frusciantes Equipment - Saluipeppers (Mittwoch 25.10.2006)