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He Will Fall - 12.06.2006, 23:43
(Nouvelle) Scène Française... Chanson etc. ...
Noch mal Gainsbourg, noch mal Cocker... der große alte Mann eröffnet den frankophilen Thread...
rollingstone.de hat folgendes geschrieben:
*** 1/2
VARIOUS ARTISTS
"Monsieur Gainsbourg Revisited"
Sie sind gekommen, um ihn zu verehren. Die Stars drängelten sich fast um ihren Platz auf der Track-Liste dieses Tributs. 15 Jahren nach seinem Tod nimmt Serge Gainsbourg eben eine zentrale Position im Referenzsystem des Pop ein. Er experimentierte schon mit afrikanischen Rhythmen und Gesängen ("Gainsbourg Percussions", 1964), als Paul Simon noch mit Art Garfunkel schön in Terzen vortrug. Er tändelte bereits 1975 mit stumpfer NS-Symbolik ("Rock Around The Bunker"), also viele Jahre vor DAF, Laibach und erst recht Rammstein. Der Provokateur aus Paris unterlegte die unantastbare "Marseillaise" mit frechen Reggae-Beats ("Aux Armes Et Caetera") und erntete (wie Hendrix vorher mit seinem US-"Banner") das unisone Wut-Geheul der Chauvinisten. Und dann, natürlich: "Je t'aime… moi non plus", kalkulierter akustischer Koitus, erst mit der Bardot, dann, öffentlich, mit Jane Birkin. Ohren-Viagra für ungezählte Feten der '69er. L'eclat, c'est moi. Nachvollziehbar, dass Madonna Gainsbourg als einen wichtigen Einfluss nennt. 14 englischsprachige Verbeugungen vor dem Meister sind hier versammelt, und natürlich kommt ein einheitliches Bild nicht zustande. So erhält die Kopulationshymne bei Cat Power und Karen Elson ("I Love You (Me Either)") einen homoerotischen Touch, bleibt klanglich aber auf gewohntem Terrain. Franz Ferdinand und die Birkin bauten "A Song For Sorry Angel" als schön ruppigen Alternative-Rock à la "In Bloom", während sich Michael Stipes behutsamer Quasi-Rap "L'Hotel" (produziert von Ex-Pumpkin James Iha) auf "Reveal" gar nicht so übel machen würde. Marc Almond & Trash Palace verbinden im bizarren "Boy Toy" schmatzende '80er-Elektronik mit modernem Byte-Gefiepse. Erwähnenswürdig auch die Beiträge von Jarvis Cocker, Portishead, The Rakes und Placebo. Fast alles wirkt verblüffend heutig, das Beste steht aber ganz am Ende. Carla Bruni beklagt mit resignierter Stimme "Those Little Things" in einer missglückten Liebe. Ein Ex-Model. Da hätte er sofort trösten wollen, der alte Schwerenöter.
RÜDIGER KNOPF
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