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Fronti - 16.05.2006, 18:49
Abschied Shearer
Am 11. Mai ging eine wahrhaft große Fussballerkarriere zu Ende: Alan Shearer, moderner Fussballheld und klassischer Mittelstürmer, wurde im St. James's Park von Newcastle United frenetisch gefeiert.
Das Abschiedsspiel für Shearer entwickelte sich nach einer perfekten Choreographie, und so war es am Ende tatsächlich so, dass Newcastle beim Stande von 2:2 unmittelbar vor Schluss einen höchst zweifelhaften Elfmeter zugesprochen bekam, den natürlich niemand anders als der 35-Jährige selbst ausführte und verwandelte, ungeachtet seiner Bänderverletzung im Knie, die ihn zur Beendigung seiner Karriere zwingt.
Celtic Glasgow, wegen der leidenschaftlichen und stets gut aufgelegten Anhänger der beliebteste Gegner für solcherlei Abschiedsspiele, hielt sich perfekt an das Drehbuch und so konnte Shearer ein letztes Mal seinen Torjubel mit dem charakteristisch ausgestreckten Arm zelebrieren, während ihm die 52.275 Zuschauer begeisterte Ovationen darbrachten. Die Einnahmen des Spiels werden im Übrigen für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt.
"Wo sonst auf der Welt gibt es das?" fragte Shearer nach dem Spiel, mit einem bewegten Zittern in der Stimme. "Mir standen die Tränen in den Augen und ich glaube nicht, dass es irgendjemandem bei einer solchen Atmosphäre anders ergehen würde."
Nicht nur in Newcastle, sondern in ganz England fragt man sich, ob man jemals wieder einen Spieler wie Shearer sehen wird. Ein Blick auf die Torschützenstatistik der englischen Premier League zeigt, dass Shearer insgesamt 260 Ligatore erzielte und damit weit vor den nächsten Rivalen Andy Cole (185) und Thierry Henry (164) liegt.
Viele Fans und Experten sind indes überzeugt, dass er sogar noch viel mehr Tore hätte schießen können, wenn er nicht zwei Mal in seiner Karriere Angebote von Manchester United abgelehnt hätte. 1992 entschied er sich stattdessen für die Blackburn Rovers, von wo aus er dann einige Jahre später in einem Rekordtransfer zum Klub seiner Heimatstadt wechselte. Shearer selbst besteht jedenfalls darauf, dass er es nicht eine Sekunde bereut habe, Sir Alex Ferguson einen Korb gegeben zu haben, selbst wenn er mit Newcastle in all den Jahren nie einen Titel gewann.
"Newcastle wird immer mein Klub bleiben und war es auch immer", hatte Shearer noch in der vergangenen Woche bekannt. "Man braucht sich bloß die riesige Freude der Kinder auf den Spielplätzen hier im Nordwesten anzusehen, wenn Newcastle ein Tor schießt. Genau so geht es mir. Das hier (St James's Park) war in den letzten zehn Jahren mein Spielplatz."
(Quelle FIFA.com)
Es isch wohl einä vodä gröschtä Spiller idä Gägewart gsi wo jetzt leider abtritt. Ich verneig mich, nöd nur wäg sinnere Absag vo ManU. =D> =D>
Leider gits so spiller idä Gägewart sehr sälte und wirds in Zuekufnft warschinlich gar nümä gäh... :-s
Fronti - 16.05.2006, 18:57
Treue Diener sind unersetzlich
Von Michael Harrold
Auch wenn sich Alan Shearer bestimmt einen anderen Abgang gewünscht hätte, das letzte Spiel des Publikumslieblings von Newcastle United FC hatte ein versöhnliches Ende. Gegen den Lokalrivalen Sunderland AFC erzielte der Torjäger das Siegtor und krönte damit seine zehnjährige Dienstzeit für den Verein. "Ich wollte eigentlich bis zum Ende der Saison spielen. Aber wenn ich schon aufhören muss, ist es sicher kein schlechter Abgang, wenn man gegen den Stadtrivalen ein Tor zum 4:1-Erfolg beiträgt", sagte Shearer nach seiner letzten Premiership-Begegnung. Ärgerlich nur, dass er sich dabei eine Bänderverletzung zuzog und seine letzte Saison frühzeitig beenden muss.
"Mein Verein"
Ein Sieg gegen Sunderland ist nicht nur für jeden Newcastle-Fan von besonderer Bedeutung, auch Shearer weiß um das Prestige dieses Duells. Schon seit seiner Kindheit ist er Fan von den Geordies, deshalb lehnte er vor vielen Jahren auch eine Offerte von Manchester United FC ab, um sich Newcastle anzuschließen. Sein großer Traum, mit Newcastle einen Titel zu gewinnen, ging zwar nie in Erfüllung, doch er bereut keinen Moment seiner bewegten Karriere. In 19 Jahren schoss er 409 Treffer und blieb bis zum Schluss Leistungsträger seiner Mannschaft. "Zu den Höhepunkten zählten ohne Frage das erste Länderspiel für England, die Meisterschaft mit Blackburn [Rovers FC] und die Zeit bei meinem Verein Newcastle", erzählt Shearer. "Als Junge wollte ich immer als Kapitän ein Tor im Gallowgate End erzielen."
Rekord für die Ewigkeit?
Shearers Bilanz spricht für sich selbst. Mit 206 Treffern ist er Newcastles erfolgreichster Torschütze aller Zeiten, noch dazu erzielte er in 63 Spielen für die Nationalmannschaft 30 Tore. In Newcastle verehrt man ihn aber besonders, weil er einer der ihren ist. Mit grenzenlosem Einsatz für seinen Heimatklub gehört Shearer zu einer selten werdenden Zunft von Spielern, die nach dem Bosman-Urteil nicht dem großen Geld folgen, sondern ihrem Verein treu bleiben. Immer mehr Anhänger ärgern sich über söldnerähnliches Verhalten von Akteuren, die sich dem höchstbietenden Verein anschließen, anstatt ihren Wurzeln treu zu bleiben. Eine Trophäe zu gewinnen ist natürlich reizvoll, aber es gewinnt enorm an Bedeutung, wenn man dies mit dem Lieblingsverein tut. Bestätigen wird dies Steven Gerrard, der mit Liverpool FC im Mai letzten Jahres die UEFA Champions League gewann.
"Man gibt automatisch mehr"
Auch in diesen Tagen sieht sich Gerrard dem Druck eines lukrativen Angebots ausgesetzt, angeblich steht er auf der Einkaufsliste von Real Madrid CF. Es wird immer schwieriger, eine Mannschaft um einen Star aus der eigenen Region aufzubauen, aber einige Mannschaften haben gezeigt, dass es funktioniert. Paolo Maldini gehört beim AC Milan fast schon zum Inventar und kommt in seiner 22. Saison noch immer regelmäßig zum Einsatz. Auch bei AS Roma legt man viel Wert auf die Herkunft. Roms Mittelfeldspieler Alberto Aquilani erklärt: "Wenn man in Rom geboren ist und für Roma spielt, bringt man automatisch immer ein Tick mehr Einsatz. Ich bin Roma-Fan seit ich denken kann. Die Liebe, das Trikot zu tragen, kommt tief vom Inneren. Die Seele lebt nur für die Roma."
"Symbol Roms"
Francesco Totti wurde im römischen Stadtteil Porta Metronia geboren und hat seine gesamte Karriere bei der Roma verbracht. Sein Debüt in der Serie A feierte Totti als 16-Jähriger, später führte er seinen Klub in der Saison 2000/01 zum Gewinn des Scudetto. Letztes Jahr unterschrieb der heute 29-Jährige einen neuen Fünfjahresvertrag bei den Giallorossi und brachte damit Bürgermeister Walter Veltroni zum Schwärmen: "Totti wird nun für immer ein Symbol der Roma und von Rom sein."
Spieler und Fan
In Spanien hält sich Athletic Club Bilbao weiterhin eisern an die eigene Philosophie, ausschließlich baskische Spieler zu verpflichten, selbst so stargespickte Klubs wie Real Madrid und der FC Barcelona legen großen Wert auf den eigenen Nachwuchs. Der in Madrid geborene Raúl González, derzeit in seiner elften Saison bei den Merengues, ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil einer Mannschaft, die sonst zumeist durch spektakuläre Millionen-Transfers von sich reden macht. Barças Carles Puyol ist ein gutes Beispiel für leidenschaftliche Fans, die schon als Jugendliche ihre Nase an den Fenstern der Masia-Jugendakademie des Klubs platt gedrückt haben, um den heiß verehrten Profis beim Training zuzusehen.
Soziale Verantwortung
Wenn eine Mannschaft erfolgreich spielt, fragt niemand nach der Herkunft der Spieler, doch wenn die guten Resultate ausbleiben, dreht sich dies oft um, die Beziehung zwischen den Fans und den Spielern ist dann meist sehr labil, was wiederum manchmal zu verringertem Engagement der Spieler führen kann, ein echter Teufelskreis. Eigengewächse helfen ihren Klubs nicht nur, der sozialen Verantwortung gerecht zu werden und für eine Identifikation zwischen Gemeinde und Verein zu sorgen, sie sind auch ein perfektes Beispiel für Jugendliche und Kinder, in ihre Fußstapfen zu treten, um einst selbst als umjubelter Star im Rampenlicht zu stehen. Angesichts der immer weiter steigenden Transfersummen ist das Heranziehen eigener Nachwuchsspieler eine vergleichsweise günstige Methode, die Zukunft des Klubs zu sichern. Sowohl die FIFA als auch die UEFA wollen die Entwicklung einheimischer Talente weiter fördern. Von der kommenden Saison an müssen alle Klubs, die am Europapokal teilnehmen wollen, zumindest vier Eigengewächse im Kader haben, zwei davon müssen aus dem jeweiligen Land des Klubs stammen. Diese Zahl wird in den kommenden zwei Jahren zunächst auf sechs und dann auf acht steigen.
"Einer von uns"
“Alan Shearer ist genauso wie ein Volksheld sein sollte”, erklärte Michael Martin, Herausgeber der Newcastle-Fanzine True Faith gegenüber uefa.com. “Er ist unser Vertreter auf dem Rasen. Er war der Klebstoff, der Newcastle United zusammen gehalten hat. So etwas wie ihn wird es nie wieder geben. Er hat uns stolz gemacht, echte Geordies zu sein und er ist einer von uns.” Da sage noch einer, im modernen Fußball sei kein Platz für Gefühle.
Quelle: uefa.com
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