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Baldur - 07.05.2006, 13:39
Tafelgeschirr bzw. dessen nicht vorhanden sein
So, hier mal was über das Tafelgeschirr, wobei ich der Meinung bin, das es wohl zum Teil wahr ist, wenn es die Landbevölkerung u.ä. angeht, aber wohl beim Adel anders war.
Quelle: Wie man eyn teutschen Mannsbild bey Kräfften hält
Das Tafelgeschirr oder besser sein Nichtvorhanden sein bestimmte die Esssitten jender Zeit. Das Messer hatte man. Jedoch keinen Löffel, keine Gabel und keine Teller. Diese fanden erst später Eingang in die Tischsitten. So wurde das Essen auf Brotscheiben angerichtet und serviert.
Keine Löffel und Gabeln - werden sie fragen? Die gibt es doch schon seit Urzeiten. Ja und Nein. Sicher sind Löffel und Teller (oder besser Schale) fast so alt wie die Menschheit. Schon aus der Bronzezeit kennen wir Löffel und Teller, die Ägypter, die Römer benutzten sie. Warum dann unsere Vorfahren im Mittelalter nicht?
Die Antwort ist einfach: Löffel und Schale galten als liturgisches Gerät. Und erst im 17. Jahrhundert kommen sie als Tafelgerät in Gebrauch. Die Gabel fand etwa 100 Jahre zuvor ihren Platz auf den Tischen und Tafeln.
fengor - 17.11.2006, 17:29
Hmm dazu moecht ich gerne was anmerken.
Tafelgeschirr war im Mittelalter tatsaechlich nicht sehr weit verbreitet, so dass es u.a. ueblich war wenn man irgendwo zu Besuch war sein eigenes Geschirr mitzubringen. Standardmaessig bestand das wohl aus einem Messer, einem Becher und einer schuessel.
Gabel und Loeffel kamen wohl erst spaeter wieder auf, wobei die ersten Nachweise fuer Gabeln schona uf 1022 datiert sind (an der Stelle dank an Ludwig der das genauestens recherchiert hat) aber in weitere Verbreitung kamen sie wohl eher erst so ende 13. anfang 14. Jhd (persoenliche schaetzung). Loeffel duerfte es durchaus schon frueher gegeben haben, groesstenteils aus Holz oder Bein. Genaue Zahlen dazu hab ich leider nicht. Aber ein Loeffel war ja auch weit weniger notwendig als gedacht, da man die meisten Suppen ja aus der Schale trinken kann.
Weit verbreitet war meines wissens nach auch einige tage altes Brot auszuhoehlen (der innere Teil bleibt ja laenger weich als der aeussere) und dort die suppe einzufuellen. Hatte den Vorteil dass man ein Gefaess fue die Suppe hatte und diese das Brot etwas aufgeweicht hat so dass man das Brot noch verzehren konnte.
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