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  • aus dem Unterforum: Judentum
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  • Link zum Originaltopic: warum ?
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Aedin - 30.07.2007, 18:38
warum ?
Hallo,

vor wenigen Tagen sah ich einen Beitrag über das jüdische Leben im Mittelalter.
Da gab es schon eine Pflicht für Juden sich zu erkennen zu geben, nämlich in Form eines gelben Kreises, den sie sichtlich (wie unter Hitler der Stern) zu tragen hatten.

Auch wurden sie in dieser zeit extrem verfolgt, sie wurden sogar für die Pest verantwortlich gemacht und für Kindermorde.

Über die ganze Geschichte hinweg waren die Juden ein verfolgtes Volk...

warum ? Ich weiß, es gibt tausende von Antworten darauf, wenn man sich anhört warum, aber wenn ich das höre, da könnte ich gerade mal an die Decke hüpfen ! Weil es so argh ich finde da gar keinen Ausdruck für!

Sag mir doch mal bitte einer, warum ?

LG
Aedin
lila - 30.07.2007, 18:58

Warum fragst Du nicht die juden selbst? Hier in diesem interreligiösen Forum sind doch bestimmt auch Juden vertreten.
Tony - 30.07.2007, 19:10

Das tut sie doch, falls du mal schauen magst, in welchem Unterforum sie das geschrieben hat. ;)
lila - 30.07.2007, 19:30

Ach ja stimmt ja... hattich doch glatt übersehen jetzt :D

Nun ja... ich bin leider kein Jude, sonst hätte ich Deine Frage liebend gern beantwortet. Ich bin Deutscher. Und ausserdem ein ganz klein wenig falsch hier im Forum, weil ich Atheist bin... sagt Aedin... na... dann wollen wir ihr mal glauben, nicht wahr... :D

Tschüssssiiiieee

:arrow:
lila - 30.07.2007, 19:39

Ach ja und ich stehe auf Richard Wagner, Friedrich Nietzsche, Buddha, Jesus, Negermusik, Pizza, Schach, Döner, Klezmermusik, Schuhplattler, bayrische Südstaaten Zithermusik (Gruß an Zither-Mane an dieser Stelle!!), auf Weissbier, auf die Realsatire von Stoiber, extrem trockenen Rotwein, gutes Grass, the beasts of the fields, Marilyn Manson, den Satan, auf Gott steh ich sowieso, auf gutgekleidete Nonnen... ne, das war getz n unzüchtiger Scherz, sorry... ach ja und dann gibbs da noch ne klitzekleine Kleinigkeit, die ich einfach nur langweilig finde:

Phantasielosigkeit.
Tony - 30.07.2007, 19:41

Das hat nun überhaupt nichts mit der Eingangsfrage zu tun. :shock:
girl - 30.07.2007, 19:59

Hallo Aedin,
ich habe Dir versucht etwas dazu aus dem Netz herauszusuchen. Entscheidet doch bitte selbst über dieses Ergebnis:
http://www.radioislam.org/historia/zion/sionism/16.htm
lila - 30.07.2007, 21:32

:jump:

Das ist garantiert eine TOTAL OBJEKTIVE Beschreibung des Judentums... da brauch ich garnicht erst auf den Link klicken, nein, da bin ich sofort erleuchtet :shock:

... aber das gehört bestimmt nicht zum Thema hier, ich weiss... ich geh ja schon :schirm:

:arrow: :arrow: :arrow:
Aedin - 31.07.2007, 07:34

lila hat folgendes geschrieben: Und ausserdem ein ganz klein wenig falsch hier im Forum, weil ich Atheist bin... sagt Aedin... na... dann wollen wir ihr mal glauben, nicht wahr... :D

:arrow:

hab ich nie behauptet, was du da reininterpretierst ist unglaublich und selbst wenn du einer wärst, na und ? es geht nicht darum was man ist, sondern wer man ist. Wie kann man sich nur an einem solchen Satz, der zudem von mir noch äusserst mißverständlich ausgedrückt wurde, so hoch ziehen ? :shock:
Ich selbst bin ja auch nicht zu kategorisieren, jeder hat nunmal seine Meinung, fertig.

LG
Aedin
Aedin - 31.07.2007, 07:56

girl hat folgendes geschrieben: Hallo Aedin,
ich habe Dir versucht etwas dazu aus dem Netz herauszusuchen. Entscheidet doch bitte selbst über dieses Ergebnis:
http://www.radioislam.org/historia/zion/sionism/16.htm

hmmm....das liegt ja tausende von Jahren zurück... :roll: ...bei mir kommt mehr so die Vermutung auf dass sich die Juden für etwas besonderes halten und dies auch zum Ausdruck bringen. Auserwähltes Volk, das sagt ja im Grunde schon recht viel.
Hinzu kommt, dass man nicht so einfach konvertieren kann, man muss adoptiert werden...und in den früheren Jahren besassen sie keine Sonderrechte mehr, das könnte man mit Neid irgendwie erklären....die Juden so sagt man (ist wohl auch so) sind gute Kaufleute, da käme dann der Aspekt der Mißgunst hinzu (die auch heute noch viele Menschen den Juden gegenüber haben)...

Was mir jetzt noch so durch den Kopf geht ist (und das beschäftigt mich auch schon seit mehreren Jahren) Wenn ich in ein anderes Land gehe und meine Kultur mitbringe, dann ist es wohl auch verständlich, dass sich die Heimischen dadurch "bedrängt" fühlen, was ja immer wieder zu beobachten ist.
Was ich eigentlich sagen möchte, wenn ich gefragt werde wo ich herkomme , dann sage ich aus Deutschland, also bin ich Deutsche. Wen interessiert es da welcher religion oder sonst was ich angehöre, ich könnte ja auch sagen: ich bin ein Erdenkind, also mich von all dem abgrenze, was Grenzen und Religionen anbetrifft (was mir am sympathischsten ist).
Wenn Muslime, die hier in Deutschland geboren sind, gefragt werden, sagen sie doch auch deutsch, oder sagen sie: Moslem.

Ich weiß nicht ob das jetzt so richtig rüber kommt, was ich eigentlich sagen möchte...ob die Juden an ihrer Verfolgen ein Quentchen Mitschuld tragen oder ob nicht, diese Massaker gab es schon von allen Völkern aus und haben in meinen Augen keine Berechtigung, egal wer anfängt.

Wer sich abschliesst und anderen das Gefdühl gibt sie seien weniger wert, wird wohl immer mit Problemen zu rechnen haben, was wiederum alle anbetrifft, die sich so verhalten, was aber keine Verfolgung rechtfertigt und schon gar keinen Mord.

Vielleicht sind die Erläuterungen wie man sie unter diesem link findet damit zu erklären, dass sich das eine mit dem anderen bedingt. Das ist meine grundsätzliche Haltung zum "sein". Wo Licht ist, ist auch Schatten u.s.w.

LG
Aedin
lila - 31.07.2007, 08:47

Zitat: jeder hat nunmal seine Meinung, fertig

Das gefällt mir. Das ist klar und deutlich :D... übrigens, ich beansrpuche nichts anderes :cool:
JCIV - 04.08.2007, 15:52

Hallo Aedin,

darauf gibt es keine Antwort. Nach dem Grund zu fragen ist sinnlos, weil es keinen Grund gibt. Man kann Verbrechen nicht Begründen! :evil:

Hallo lila,

Zitat: Warum fragst Du nicht die juden selbst? Hier in diesem interreligiösen Forum sind doch bestimmt auch Juden vertreten.

Wieso soll man Juden fragen, warum sie verfolgt wurden? Wenn wir es nicht wissen, warum sollen sie es dann wissen? Deine Frage klingt fast so, als wenn sie an ihrer Verfolgung selbst Schuld wären! :evil:
tara - 04.08.2007, 20:17

hallo ihr lieben :)

der judenhass wurde von der kath . kirche begründet weil sie als die MÖRDER JESU galten !


Antijudaismus (griechisch-lateinisch: „prinzipiell gegen Juden“) nennt man die Ablehnung, Anfeindung und Verfolgung von Angehörigen des Judentums durch Christen, Kirchen, christliche Staaten und Regierungen.

Diese Judenfeindschaft entstand mit dem Alleingeltungsanspruch des Christentums. Sie wurde seit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels 70 n. Chr. bis zur „konstantinischen Wende“ zum Grundbestand christlicher Theologie. Sie bestimmte seit der Spätantike - von räumlich und zeitlich begrenzten toleranten Perioden abgesehen - die Volksfrömmigkeit und den Umgang christlicher Mehrheiten mit jüdischen Minderheiten in weiten Teilen Europas während des Mittelalters.

Seit der Reformation wurde der Antijudaismus in die Neuzeit überliefert, wo er sich je nach Ländern und Konfessionen parallel zum Antisemitismus bis 1945 unterschiedlich ausprägte. Diese Entwicklungen bis zur Gegenwart behandelt der Artikel Antijudaismus in der Neuzeit.


Die Ausbildung der antijudaistischen Theologie

Das Judentum war bis 313 im Römischen Reich als religio licita (erlaubte Religion) privilegiert und nicht zum Kaiserkult verpflichtet. Christen gaben sich daher nicht selten als Juden aus, um der Verfolgung durch römische Behörden zu entgehen. Nach der Trennung grenzten die Synagogengemeinden sie jedoch aus.

Justin der Märtyrer wandte sich gegen Juden, sofern sie die Heidenmission behinderten und Christen als Aufrührer bei römischen Behörden anzeigten. In seinem Dialog mit Tryphon (um 150) hielt er seinem jüdischen Diskussionspartner vor:

Den Gerechten habt ihr getötet...; und jetzt verstoßt ihr die, die auf ihn und auf den allmächtigen Gott, der ihn gesandt hat, ihre Hoffnung setzen und entehrt sie, indem ihr die Christusgläubigen aus euren Synagogen verflucht.

Hier wird durch die generalisierte Anrede ("ihr") die Vorstellung einer Kollektivschuld der Juden am Tod Jesu evoziert und - da sich der Vorwurf an ein zeitgenössisches Gegenüber richtet - auch auf das gegenwärtige Judentum übertragen. Diese Konstruktion war für den christlichen Antijudaismus zentral: Man berief sich dabei stets auf Aussagen im NT wie die Selbstverfluchung Mt 27,25. Gerichtsworte über Israel dagegen gab es längst in der jüdischen Prophetie und in der innerjüdischen Sektenpolemik im NT. Indem diese in die Substitutionstheologie eingebettet wurde, konnten sie später immer neu gegen das Judentum aktiviert werden.

Dabei wurden mehrere Vorwürfe aufgereiht: Ganz Israel habe Jesus abgelehnt, sei damit an seinem Tod schuld, habe mit ihm Gott selbst getötet und damit für alle Zeit Gottes Fluch auf sich gezogen. Diese Verknüpfung bahnt sich etwa in 1. Thess 2,15; Apg 2,23; Jak 5,6 u.a. schon an. Dass Jesu Tod für die Urchristen Gottes ewiger Wille war und er gerade so den Fluch des Endgerichts ein für allemal in Gnade für ganz Israel und die Völker verwandelte (Mk 15, 33f), wurde dabei stets übergangen.

Die These vom „Gottesmord“ taucht explizit erstmals bei dem Bischof Melito von Sardes in Kleinasien auf (um 190). Seine 1940 vollständig wiederentdeckte Passahpredigt über Israels Auszug aus Ägypten steigert dessen Schuld am Tod Jesu zum mythologischen Weltverbrechen:

Hört es, alle Geschlechter der Völker, und seht es: Ein nie dagewesener Mord geschah in Jerusalem [...] der, der das All festgemacht hat, ist am Holz festgenagelt worden! Gott ist getötet, der König Israels ist durch Israels Rechte beseitigt worden!

Daraus erklärte er das gegenwärtige Leiden der Juden nach ihrer Zerstreuung im römischen Reich. Dabei ging es um kirchliche Interessen: Der Ostertermin sollte an das jüdische Passahfest gebunden, die Auferstehung sollte als Triumph des Sohnes Gottes missionswirksamer gefeiert werden.

Der um 190 entstandene Barnabasbrief zeigt, wie die Christen die Jüdische Bibel, bzw. das christliche Alte Testament, für sich vereinnahmten. Nur von Christus her ist die Schrift - das Alte Testament - adäquat zu verstehen und es weist seinerseits auf allein Christus hin. Dem Judentum, das diese christozentrisch - allegorische Lesart der Texte seiner Bibel nicht nachvollziehen kann, wird konsequenterweise ein von Grund auf falschen Verständnis der Schrift vorgeworfen. Damit begann die christliche Adversos-Judaios-Literatur (Latein: „gegen die Juden“).


http://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus_im_Mittelalter#Die_Ausbildung_der_antijudaistischen_Theologie


grüße
tara

zur weiteren information - kategorie antijudaismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Antisemitismus
tara - 04.08.2007, 20:32

die katholiken beten ....


"Lasset uns auch beten für die treulosen Juden: Gott, unser Herr, möge den Schleier von ihren Herzen wegnehmen, auf dass auch sie unseren Herrn Jesus Christus erkennen. / Allmächtiger ewiger Gott, du schließest sogar die treulosen Juden von deiner Erbarmung nicht aus; erhöre unsere Gebete, die wir ob der Verblendung jenes Volkes vor dich bringen: Möchten sie das Licht deiner Wahrheit, welches Christus ist, erkennen und ihrer Finsternis entrissen werden. Durch ihn, unseren Herrn."

Diese Fassung des Gebets war in dem katholischen Messbuch (Missale Romanum) enthalten, das nach einem Dekret des Konzils von Trient 1570 herausgegeben wurde. Erst in dem vom Papst Johannes XXIII. beigewohnten Karfreitagsgebet um 1959 wurden die Wörter perfidis und judaicam perfidiam nicht ausgesprochen. 1962 wurden diese Wörter aus den Messbüchern gestrichen. Die 1969 reformierte katholische Liturgie der "oratio universalis" verwendet folgende Bitte:

Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will. (Beuget die Knie. - Erhebet euch.)
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast Abraham und seinen Kindern deine Verheißung gegeben. Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk, das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast: Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Oremus_et_pro_perfidis_Judaeis#Das_alte_und_das_neue_Gebet

grüße
tara
JCIV - 25.08.2007, 19:15

Hallo tara,

scheinbar wussten die damaligen Katholiken nicht, dass ihre Religion ihren Ursprung im Judentum hatte und Jesus alias Joshua ben Joseph Jude war. :shock:
tara - 25.08.2007, 20:20

hallo JCIV :)

oh doch , DAS wussten sie genau !

ich werde noch ein bisschen recherchieren warum sie sich so an den juden rächen wollten .

grüße
tara
Thomas - 26.08.2007, 13:18

Der Judenhass im Christentum hatte auch noch ganz andere Gründe....

Jeder Machthaber einer jeden Zeit muss sich der Kritik seiner eigenen Leute unterwerfen. Und diese -mehr oder minder berechtigte- Kritik hört ein Herrscher nicht gerne, egal ob es sich um einen König, Kaiser, Diktator - oder auch um den Papst handelte.

Folglich sucht der Herrscher nach einer Gruppe von Menschen, die andere Ideale und Auffassungen haben, als er selbst - und brandmarkt diese Menschen als Ketzer, Abtrünnige, "Jesusmörder", "Vaterlandsverräter" - die Begriffe sind austauschbar...

Die frühen Kirchenoberen sahen sich mit der Tatsache konfrontiert, das sowohl frühe Christen, als auch die in der Diaspora lebenden Juden ihr ureigenes Recht auf Selbstverwirklichung - auch im Glauben- einforderten. Den Katarern (die kannten die Bibel schon in einer Übersetzung ihrer eigenen Sprache ! - warf man Ketzerei vore, den sie wiesen anhand des neuen Testamentes nach, das nicht alles was Rom in -für die Bevölkerunmg unlesbarem und unverstehbarem- Latein verkündete, so unbedingt auch von Jesus und den Aposteln gesagt wurde. Die Juden geisselte man als "Christusmörder" und bezog sich bei ihrer Verfolgung ausgerechnet auf einen Satz im alten Testament (sinngemäss)..." ihre Missachtung will ich rächen siebenundsiebzigmal vom Vater bis in das letzte Glied der Söhne, spricht der Herr..."

Die kirchlichen Verfolgungen der Juden waren grausam aber längst nicht so grausam wie die darauffolgenden wirtschaftlichen Knechtungen: Per Edikt wurde jahrhundertelang den angeblichen "Christusmördern" die Ausübung eines Berufes verboten - um zu überleben, wandten sich die Juden dem einzigsten "freien" Gewerbe zu, nämlich dem Handel.

Die besondere Situation der Juden in der Diaspora brachte schon früh eine Solidarität untereinander hervor, die im eigentlichen Sinne Jesus mit dem Gebot der Nächstenliebe schon offenbart hatte. Rückblickend kann man davon ausgehen, dass die jüdischen Kaufleute ein regelrechtes Netzwerk aufbauten, das sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle Überleben -bis hin zur Gründung des Staates Israel 1948- sicherte. Wohl wissend, dass Gold, Silber und Perlen den Neid der Umgebung hervorrufen, versteckten die jüdischen Kaufleute ihre rechtmässig erworbenen Güter. Gleichzeitig aber versuchten sie, das Wohlwollen der jeweiligen Landesfürsten für ihr Volk mit Dahrlehn an die Herrscher zu "erkaufen".

Die Fürstenkassen waren aufgrund der politischen Kriegswirren öfters leer - selbst der schändlichste Landesfürst wollte sich aber nicht vorwerfen lassen müssen, er würde seine "Ehrenschulden" nicht zurückzahlen... Folglich wurde flugs die alte Verleumdung der "Christusmörder" aus der Versenkung geholt, ein Progrom initiiert - in der Hoffnung, neben den Vielzahl ganz normaler jüdischer Mitbürger auch den jüdischen Geldverleiher "durch das Volk der wahren Christenheit" zu ermorden... denn wer tot ist, kann ja keine Schulden zurückfordern...
Aedin - 27.08.2007, 07:55

JCIV hat folgendes geschrieben: Hallo Aedin,

darauf gibt es keine Antwort. Nach dem Grund zu fragen ist sinnlos, weil es keinen Grund gibt. Man kann Verbrechen nicht Begründen! :evil:



eben.... :(


...hier wird so von der christlichen Kirche gesprochen, aber die Judenverfolgung geht ja noch viel länger zurück...

um aber mal bei den christlichen "Gründen" zu bleiben, die meines Erachtens genauso dumm sind wie andere Gründe, es muss ein Sündenbock her, für die eigene Unfähigkeit, so sehe ich das. Und so begründe ich auch jegliche Art von Verfolgung(en) : Mißgunst, Neid, Angst vor dem Unbekannten, Angst entmachtet zu werden, Engstirnigkeit, Angst etwas zu verlieren, Angst überfremdet zu werden...siehe derzeit auch die Diskussion über die geplante neue Moschee in Köln.....

LG
Aedin
Luca - 28.08.2007, 03:43

Wie seht ihr es denn mit den 'Rechten' die hier in Deutschland 'verfolgt' werden?
Ich will hier niemanden mit den Neonazis vergleichen, um Himmels willen.
Ich überlege nur seit geraumer Zeit an diesem NPD Verbot herum. Heutzutage ist es nun mal so, dass ihr Gedankengut sehr vielem Widerspricht für was der Großteil der Gesellschaft stehen möchte. Darum denken nicht wenige man sollte diese rechte Szene aufwühlen und öffentliche Auftritte verbieten damit diese 'bösen' Ideen nicht Fuß fassen können.

Ist es in der Geschichte nicht immer schon so gelaufen, und läuft weiterhin so , dass die komplett gegensätzlichen Meinungen die gegen die eigenen Grundwerte verstoßen unterdrückt werden? Heutzutage in Europa zumindest ohne töten oder misshandeln. Aber zu raueren Zeiten mit den damals legitimen Methoden.

Im heutigen Europa das gerne für Freiheit und Gleichheit stehen möchte, sind dem widersprechende Ideen 'feindlich'. Als damals noch die Religionen die Grundwerte stellten, konnte man sich als Christ in einem von Christen verwalteten Gebiet verstanden fühlen und als Moslem in einer 'Halbmond-Zone'. Aber wo sollten die Juden hin? Sie hatten ja keinen eigenen Staat. Somit lebten sie unter 'fremder Herrschaft' und ich denke mal aus Angst/ vor Zweifel wurde Propaganda gegen diese "Fremdkörper" gemacht welche sich noch lange in den Köpfen der Menschen gehalten hat.

Also ich denke mal der Urgrund für die Judenverfolgung ist Angst vor dem was anders ist. Ich glaube kaum, dass ein Judenfeindlicher Mensch sich wirklich mal mit dem Judentum auseinandergesetzt hat. Man hat wohl eine Auflistung der Punkte gehört die einen am Judentum stören konnten (auserwähltes Volk, Jesusmörder, usw) und schon hat man den Salat.

Ich habe selbst muslimische Freunde die religiös und geschichtlich gesehen eher ungebildet sind. Dennoch können die mir gleich eine Liste der Sachen aufsagen die sie an Juden nicht mögen. Diese Anti-Kultur wird, unrecherchiert, weiter getragen.wenn man es oft genug hört muss es wahr sein.
tara - 28.08.2007, 09:28

hallo JCIV

es ging nicht darum , daß jesus jude war sondern um den falschen und richtigen glauben !

auch von der judenseite her , für die juden war das christentum "götzendienst" ... es gab eben damals schon einen heftigen religionsstreit , die juden waren aber die unterlegenen , sie wurden dann vom christentum überrollt

Urchristentum

Als Urchristentum oder apostolisches Zeitalter bezeichnet man die ersten Jahrzehnte des Christentums. Einige Kirchen wurden in dieser Zeit noch von Aposteln und ihren direkten Schülern geleitet, z. B. die Gemeinde in Jerusalem von Jakobus dem Gerechten, die Gemeinde in Ephesus vom Apostel Johannes und die Gemeinde in Alexandria von Johannes Markus.

Das Christentum breitete sich vor allem durch die griechischsprachigen „Hellenisten“ schnell nach Samaria und Antiochia aus, wo die Anhänger der neuen Religion zuerst Christen genannt wurden (Apg 11,26), dann nach Zypern, Kleinasien, Nordafrika, Griechenland und Rom. Die einzelnen Kirchen waren durch Briefe und reisende Missionare miteinander verbunden.

In dieser Zeit fand die graduelle Abspaltung des Christentums vom Judentum statt, mit einem scharfen Schnitt nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 69, und parallel dazu kam es zu den Auseinandersetzungen zwischen Judenchristen und Heidenchristen, bei denen es im Wesentlichen darum ging, wie weit nichtjüdische Christen ans jüdische Gesetz gebunden sind. Diese Auseinandersetzungen fanden eine erste Lösung im Apostelkonzil.

Ebenso entstanden in dieser Zeit die Briefe, Evangelien und übrigen Schriften des Neuen Testaments und kamen nach und nach in den liturgischen Gebrauch parallel zu den von Anfang an verwendeten Schriften des Alten Testaments.


http://de.wikipedia.org/wiki/Christentumsgeschichte

Abgrenzung von christlicher Seite

Nachdem die Einhaltung jüdischer Vorschriften nicht mehr Voraussetzung christlicher Lebensweise war, dominierten zunehmend Heidenchristen die christlichen Gemeinden. Das Imitieren jüdischen Verhaltens durch Heiden - also die nachträgliche Beschneidung, die zum Halten aller Toragebote verpflichtete - lehnten Paulus und seine Schüler als unvereinbar mit dem Evangelium ab. Paulus belegte konkurrierende Prediger, die genau dies von den Christen seiner Gemeinden forderten, mit dem ersten Anathema der Kirchengeschichte (Gal 1,8). Aber er empfahl den von der Tora befreiten Christen auch die souveräne Einhaltung der jüdischen Speisegesetze um der Liebe willen, um ihre jüdischen Brüder nicht zu provozieren und die Gemeinde nicht zu spalten (Röm 14, 21).

Teile der Ignatiusbriefe an die Magnesier (8-10) und Philipper (3-4,6,8) weisen darauf hin, dass jüdische Traditionen innerhalb des Christentums um 110 fortbestanden. Ignatius von Antiochien lehnte diese streng ab und beurteilte sie als Abfall vom wahren Christentum.

Im Barnabasbrief (1. oder frühes 2. Jhdt) wird die gesamte jüdische Heilgeschichte als überholt heruntergespielt, so dass man eigentlich entweder nur Jude oder Christ sein kann. Hier begegnet die Substitutionstheologie, wonach die Christenheit das „wahre Israel" gegenüber dem endgültig „verworfenen" Volk Israel sei. Der christologische Glaubenssatz ...und ist in keinem anderen Heil wird exklusiv auf die Kirche bezogen; nur durch die Taufe kann ein Jude daher das ewige Heil erlangen. Dies repräsentiert die Kontinuität des christlichen Antijudaismus.

Noch bei Justin (Dialog mit dem Juden Tryphon, 2.Jhdt) erkennt man die Haltung, dass sich Judenchristen zwar selber nach jüdischem Gesetz verhalten dürfen, aber niemanden dazu auffordern dürfen, es ihnen gleich zu tun. Er macht dabei aber auch deutlich, dass nicht alle seine christlichen Zeitgenossen so tolerant sind.



Abgrenzung von jüdischer Seite

Schon seit der Judenverfolgungen durch die Diadochen galten die jüdischen Gesetze, die Einhaltung des Schabbat, die Beschneidung und der Tempelkult als identitätstiftend für die jüdische Gemeinschaft. Dass gerade diese vom Christentum suspendiert wurden, wurde als Irrlehre aufgefasst und verfolgt. Dabei gerieten vor allem Judenchristen ins Fadenkreuz, da diese als Abtrünnige des Glaubens und Verräter des Volkes Israel betrachtet wurden.

Nach der Zerstörung des jüdischen Tempels verlor die tempelorientierte Richtung der Sadduzäer zu Gunsten der rabbinischen Pharisäer ihre Führungsrolle (Synode von Jawne um 72, Sanhedrin von Jamnia um 95). Die Rabbiner sahen eine strenge, aber flexible und realitätsgerechte Befolgung der jüdischen Tora, wie sie in der mündlichen Halacha ausgelegt und später im Talmud fixiert wurde, als maßgeblich für das Judentum. Dabei wurde der Tora-Auslegung des Hillel gegenüber der des Schammai der Vorzug gegeben, so dass die Lehren des Talmud Jesu Tora-Auslegung in vielem sehr nahe standen (z.B. Gleichrangigkeit von Gottes- und Nächstenliebe, Schabbatbruch bei Lebengefahr, Armenfürsorge).

Die Christen, von denen vor allem die Hellenisten Tempelkritik geäußert hatten, wurden jedoch als messianische Gruppe indirekt für mitschuldig am Ende des Tempels gehalten, zumal sie dieses Ereignis als Gericht Gottes über Israel wegen der Hinrichtung Jesu interpretierten. So wurden sie - zusammen mit anderen jüdischen Sekten - um 100 mit einem Zusatz im Achtzehnbittengebet als „Ketzer" vom Judentum ausgeschlossen.

Eine neue Phase kam nach dem gescheiterten Bar-Kochba-Aufstand im Jahre 135. Da die Christen auch hier die Waffengemeinschaft mit den jüdischen Kämpfern ablehnten, wurden sie selbst von diesen angegriffen. Die Urgemeinde hatte schon kurz vor der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahre 70 Jerusalem verlassen und war zu großen Teilen ins Ostjordanland umgesiedelt. Sie büßte damit jäh ihre Vorrangstellung im Christentum ein verlor sie schließlich an die Gemeinde in Rom.

Als Kaiser Vespasian nun allen Juden verbot, sich in Jerusalem anzusiedeln, verlor das Judentum vollends sein bisheriges religiöses Zentrum. Damit wurde eine gemeinsame Glaubenstradition für die verbannten Juden umso wichtiger, um ihre Identität zu bewahren und das Aufgehen in den Völkern zu verhindern.

Die christliche Lehre von der Trinität war zu dieser Zeit noch nicht ausformuliert und stand nicht im Zentrum der gegenseitigen Abgrenzung von Juden und Christen. Aber die Mischna als Vorform des Talmud reagierte bereits auf die Evangelien, indem sie die Jungfrauengeburt der Maria und damit Jesu Gottessohnschaft bestritt und seine Verkündigung als Falschprophetie, Götzendienst und Verführung des Volkes zu falschen Göttern deutete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Judenchristen

grüße
tara
tara - 28.08.2007, 09:33

damals (Im Barnabasbrief 1. oder frühes 2. Jhdt) entstand die ...

Substitutionstheologie

Als Substitutionstheologie (von Lateinisch substituere, „ersetzen“; auch: Ersetzungs-, Enterbungs- oder Enteignungstheologie) bezeichnet man eine traditionelle Lehre vieler christlicher Theologen seit der Patristik, wonach das von Gott zuerst erwählte Volk Israel nicht mehr das Volk seines Bundes, sondern für alle Zeit von Gott verworfen und verflucht sei. Aufgrund des angeblichen Gottes- bzw. Christusmordes seien Gottes Verheißungen an Israel auf die Kirche als neues Volk Gottes übergegangen.

Dieses Dogma bestimmte das Verhältnis des Christentums zu seiner historischen Vorläuferreligion, dem Judentum, seit den Anfängen der christlichen Theologie über alle konfessionellen und epochalen Grenzen hinweg bis 1945 und darüberhinaus. Erst seit dem Holocaust hat hier allmählich ein Umdenken eingesetzt, das sich seit dem 2. Vaticanum von 1965 auf katholischer, dem rheinischen Synodalbeschluss von 1980 auf evangelischer Seite in einer umfassenden Revision der christlichen Lehren niedergeschlagen hat. Für diese ist die These vom „nie gekündigten Bund“ Gottes mit Israel (Martin Buber) entscheidend.

http://de.wikipedia.org/wiki/Substitutionstheologie
tara - 28.08.2007, 09:55

Bar-Kochba-Aufstand


Als Bar-Kochba-Aufstand oder Zweiten Jüdischen Krieg bezeichnet die Forschung einen jüdischen Aufstand gegen das Römische Reich von 132 bis 135 n. Chr. unter Führung von Simon bar Kochba. Er war der dritte der drei großen jüdischen Aufstände gegen die römische Herrschaft im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. – der erste war der Jüdische Krieg, der zweite der Diasporaaufstand –, die schließlich zur Zerstörung der letzten Reste eines größeren, geschlossenen, jüdischen Siedlungsgebiets in der römischen Provinz Judäa führten und die Diaspora-Situation des Judentums bis ins 20. Jahrhundert begründeten.

Welcher Anlass zum Ausbruch des Aufstandes führte, ist unklar. Die Quellen berichten von einem allegemeinen Beschneidungsverbot sowie von Absichten, an der Stelle des im Jahre 70 zerstörten Tempels in Jerusalem ein römisches Heiligtum zu errichten, doch ist umstritten, ob diese Maßnahmen nicht eher als Strafen nach dem Krieg verfügt wurden.

Rabbi Akiba, der den Aufruhr stützte, hielt Bar Kochba („Sternensohn“; eigentlich Bar Kosiba) für den langerwarteten jüdischen Messias. Deswegen prophezeite er, dass der Aufstand erfolgreich sein werde. Mit dem Sieg der Römer wurde jedoch klar, dass Akiba sich geirrt hatte. Denn trotz erheblicher Anfangserfolge der Juden endete der Aufstand in einer Niederlage; er wurde auf Befehl des römischen Kaisers Hadrian durch seinen Feldherrn Julius Severus brutal niedergeschlagen. Etwa 580.000 Juden verloren ihr Leben, 50 Städte und 985 Dörfer wurden zerstört (nach Cassius Dio). Vermutlich nahmen die Römer damals auch blutige Rache für den Diasporaaufstand, der unter Kaiser Trajan letztlich zum Scheitern eines Partherkrieges geführt hatte. Aber auch die kaiserlichen Truppen scheinen aufgrund des verbissenen Widerstandes der Juden enorme Verluste erlitten zu haben.

Simon bar Kochba wurde schließlich an der Festung von Betar, seinem letzten Rückzugsort südwestlich von Jerusalem, getötet. Viele seiner Anhänger wurden brutal hingerichtet, unter ihnen auch Rabbi Akiba.

Im Rückblick mussten auch die überzeugtesten Anhänger von Bar Kochba davon Abstand nehmen, ihn als Messias zu sehen. Denn in der jüdischen Heilserwartung sollte das Wirken des Messias in eine Zeit des Weltfriedens münden (Micha 4,3), und alle Juden würden Gottes Gesetze achten (Ezechiel 37,24).

Mit dem Tod Bar Kochbas war der Aufstand endgültig beendet. Jerusalem wurde vollends zerstört, Juden wurde verboten, dort zu leben. Auf den Ruinen Jerusalems wurde die neue römische Stadt Aelia Capitolina gegründet. An Stelle des zerstörten Tempels entstand ein Jupiter-Tempel. Laut Cassius Dio wurde der Jupiter-Tempel allerdings schon vorher an Stelle des 70 n. Chr. zerstörten Tempels errichtet, und dieses Sakrileg soll dann Auslöser des Kriegs gewesen sein (s. o.).[1]

Viele der überlebenden Juden flüchteten in andere Teile des Imperiums. Bereits vorher hatte ein Großteil der Juden außerhalb des jüdischen Kernlands gelebt, doch mit dieser Vertreibung begann die bis ins 20. Jahrhundert dauernde Phase, in der nahezu alle Juden in der Diaspora lebten.

Die römische Provinz Judäa wurde in Syria Palaestina umbenannt und behielt diesen Namen bis zur Eroberung durch die Araber im 7. Jahrhundert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bar-Kochba-Aufstand

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danach hat das matyrium der juden begonnen .






warum die juden jesus NICHT als den messias anerkennen ....


Das Buch Ezechiel bietet eine zusammenfassende Zusammenschau dieser Kriterien (Ez 37,24-28 EU):

Und mein Knecht David wird über sie König sein, und ein Hirte wird sein für sie alle, und sie werden in meinen Rechtssprüchen wandeln und meine Satzungen wahren und tun. Sie werden in dem Land leben, das ich Jakob, meinem Diener, gab... Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der ihnen ewig bestehen bleibt, ich will sie halten und mehren, und mein Heiligtum gebe ich in ihre Mitte in Ewigkeit, meine Wohnstätte wird unter ihnen sein, und ich werde ihr G-tt sein und sie werden mein Volk sein. Und daran werden die Völker sehen, daß ich es bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte bleibt, auf ewig.

Deshalb lehnt jüdische Theologie Personen, die als Messiasanwärter auftraten und verehrt wurden, darunter Jesus von Nazaret, Simon Bar Kochba, Shabbetaj Zvi, als selbsternannte oder irrtümlich verehrte Nichtmessiasse ab. Viele jüdische Gläubige warten immer noch auf das Kommen des Maschiach, während säkulare und liberale Juden diese Erwartung nicht teilen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Messias

grüße
tara
JCIV - 02.09.2007, 16:47

Hallo tara,

der "Grund" für die Abschlachtung der Juden war wahrscheinlich, dass sie sich nicht taufen ließen und/oder Jesus als Messias anerkannten. :-x Zum Glück machen Muslime nicht den gleichen Fehler, und bringen Juden und Christen um, nur weil die Mohammed als Prophet anerkennen. :shock:
tara - 03.09.2007, 08:49

hallo JCIV :)

man muß die einstellung der muslime zu den juden schon etwas differenzieren ..... es ist nicht so daß es da keinen judenhass gäbe ( eher das gegenteil - leider)

der koran steht folgend dazu ....


Der Islam versteht sich als überbietende Vollendung und Bewahrung der schon in der Bibel offenbarten Wahrheit. Mohammed übernahm den Monotheismus vom Judentum und fasste ihn als wahren Glauben Abrahams, des Stammvaters Israels und Urvaters „vieler Völker“ (Gen 12,3), auf. Allerdings erhob auch der Islam wie seine Vorläuferreligionen von Beginn an einen Absolutheitsanspruch, da für Muslime allein der Quran Gottes letztgültigen Willen offenbart.

Darin wird das Heil allen versprochen, die an Gott glauben und gute Werke tun:

* Sure 2, 62: Diejenigen, die glauben (d.h. die Muslime) und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und Sabier, – (alle) die, die an Gott und den jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu, und sie brauchen (wegen des Gerichts) keine Angst zu haben, und sie werden (nach der Abrechnung am jüngsten Tag) nicht traurig sein. (nach Paret)

Dies stellt die monotheistischen Abrahamsreligionen ausdrücklich mit dem Islam gleich und spricht ihren Angehörigen eine Heilserwartung zu, deren Maßstab das Tun des Guten im Blick auf das Endgericht ist. Sie müssen also keine Muslime werden, um Gottes Barmherzigkeit zu erlangen, und können weiterhin ihrem Herrn - der je eigenen Gottesvorstellung - folgen.

Zudem bestätigt der Koran den Exodus Israels aus Ägypten als Willen Allahs (Sure 7,137), gesteht den Juden den Besitz des Landes Israel zu, fordert ausdrücklich, dass sie dieses Privileg in Anspruch nehmen (Sure 5,20-21) und stellt die Sammlung der verlorenen zehn Stämme Israels, die nach ihrer Verschleppung durch die Assyrer nicht zurückkehrten, für das Jenseits in Aussicht (Sure 17,104). Damit bekräftigt der Koran wesentliche biblische Verheißungen JHWHs an Israel und entzieht denen, die Juden ein Existenzrecht in Israel bestreiten, die religiöse Rechtfertigung.

Daneben stehen jedoch – wie in der Bibel – polemische und abwertende Aussagen über die Andersgläubigen:[1]

* Sure 2, 61: Und Erniedrigung und Verelendung kam über sie [die Juden], und sie verfielen dem Zorn Gottes. Dies (traf sie zur Strafe) dafür, daß sie nicht an die Zeichen Gottes glaubten und unberechtigterweise die Propheten töteten, und dafür, daß sie widerspenstig waren und (die Gebote Gottes) übertraten. (nach Paret)
* Sure 5, 52: Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht. (nach Paret)
* Sure 9, 29: Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand (?) Tribut entrichten! (nach Paret)

Die Juden erhalten im Koran also auch die Rolle von Unterworfenen, Feiglingen und Besiegten. Besonders ihr Erwählungsglaube gilt Muslimen als Kennzeichen von Lüge, Abfall und Götzendienst. Darin lag ein Konfliktpotential, das politische Spannungen verschärfen konnte und auch so gewirkt hat. Man begegnete ihnen in islamischen Ländern daher ambivalent: zum einen mit der im Koran verankerten Schutzpflicht für ihre Religionsausübung, zum anderen mit Diskriminierungen, Herablassung und Verachtung, jedoch weniger mit der für den christlichen Antijudaismus typischen Verteufelung, Neid, Hass, Ausgrenzung und tödlicher Vernichtungsabsicht.

in der gründungsphase des islam ....

Gründungsphase des Islam

In der Gründungszeit, nachdem Mohammed von Mekka nach Yathrib (Medina) ausgewandert war, bildete er dort zusammen mit drei ortsansässigen Judenstämmen eine vertragliches Schutzbündnis, die Umma (Gemeinde Gottes). Mit ihnen gemeinsam besiegte er seine Gegner in der Schlacht von Badr 624. Danach verbreitete er den neuen Glauben des Islam und hoffte, auch die Juden würden ihn als Gottes Propheten anerkennen. Dies blieb aus; zudem warf ihm einer der Judenstämme vor, die Bibel zu verfälschen. Daraufhin kündete er den Vertrag und vertrieb zwei der Judenstämme aus Medina; den dritten, die Banu Quraiza, ließ er ausrotten.

Im nachkoranischen islamischen Recht (fiqh) gelten Juden- und Christentum als Buchreligionen (arabisch: ahl al-kitab), die aber Gottes ursprüngliche wahre Botschaft verzerrt hätten. Ihre Angehörigen gelten als dhimmis („Schutzbefohlene") mit minderem Rechtsstatus. Seit dem Kalifen Omar durften sie den eigenen Glauben ausüben, aber nicht missionieren; für Bekehrungen von Muslimen wurden sie mit dem Tod bestraft. Man garantierte ihnen vertraglich Sicherheit, Besitz, Niederlassungs- und beschränkte Glaubensfreiheit sowie das autonome Gemeindeleben: Dafür mussten sie Kopfsteuer (dschizya) entrichten, durften keine muslimischen Sklaven halten, keine Waffen tragen und keine Pferde reiten. Für Juden galt außerdem eine besondere Kleiderordnung (gelbe Turbane oder Gürtel), die aber vielfach nicht streng gehandhabt wurde.

Trotz dieser rechtlichen Unterordnung waren sie unter Muslimen weitaus seltener Zwangsbekehrungen, Vertreibungen oder Pogromen ausgesetzt als unter Christen. Judenghettos und Berufsverbote gab es in islamischen Ländern nicht. Juden siedelten jedoch oft freiwillig in eigenen Vierteln (Juderías) und spezialisierten sich auch hier auf die von Muslimen verachteten Berufe. In der Ära der Mauren waren sie oft Textil-, Gewürz- und Arzneihändler, staatliche Steuereinnehmer, Schriftgelehrte, Übersetzer oder Kunsthandwerker. Unter den Omayyaden stiegen gebildete Juden oft zu Ministern und Wesiren auf. Auch in Marokko waren sie vom 8. bis Mitte des 12. Jahrhunderts besonders geachtet.


heute allerdings sieht es für juden in den islamischen ländern nicht sehr gut aus .....

Gegenwärtige Situation

Seit Beginn der 2. Intifada im September 2000 greifen arabische Nationalisten und Islamisten, aber auch gewöhnliche arabische Massenmedien offen und unverkennbar auf traditionelle antisemitische Klischees und Vorlagen aus Europa zurück. Dies wird von den meisten arabischen Staaten toleriert, um von innenpolitischen Problemen abzulenken, die unzufriedene Bevölkerung ruhigzustellen und den Zulauf zum Islamismus zu bremsen.

Teilweise fördern sie diese antisemitische Hetzpropaganda ausdrücklich: z.B. im früheren von der Baath-Partei geführten Irak, heute vor allem in Ägypten, Saudi-Arabien, Syrien, Iran und dem Jemen. Deren Regierungen waren in der Vergangenheit oft selbst nicht bereit, Palästinenser bei sich zu integrieren und wirtschaftlich zu unterstützen. Dort verbreiten Regierungsmitglieder, Medien, Bildungseinrichtungen, selbst Universitäten, mit großer Selbstverständlichkeit antisemitische Hetzpropaganda. Hier wirkt die ideologische und politische Zusammenarbeit des NS-Regimes mit früheren arabischen Regimen bis heute nach.

So finden ein arabischer „Geschichtsrevisionismus“ und die Holocaustleugnung in der arabischen Öffentlichkeit große Resonanz. Abgelehnt wird dabei stets das Selbstverständnis des Staates Israel, der seine Existenzberechtigung aus der Erfahrung der Vernichtung des europäischen Judentums ableitet. Dazu wird der Holocaust teilweise sogar als wünschenswertes Ereignis dargestellt, das der „Nakba“ entspreche, oder als ureigenes Werk der Juden selbst.






heutige übliche hezpropaganda in den islamischen staaten gegen die juden ......


Die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Gesinnung lässt sich an einigen besonders markanten Beispielen ablesen:

* Karikaturen in der arabischen Tagespresse nach Art des nationalsozialistischen „Stürmer“,[5]
* der Ausstrahlung von überregionalen Fernsehserien, deren Handlung auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ zurückgeht, darunter „Reiter ohne Ross“ während der Fastenzeit des Ramadan in Ägypten,[6]
* der Neuauflage von antijudaistischen Ritualmordlegenden, die christliche Missionare im 19. Jahrhundert in den Nahen Osten mitbrachten und die dort erstmals in der Damaskusaffäre 1840 laut wurden, u.a.

- in einem Buch des ehemaligen syrischen Außenministers Mustafa Tlas,[7]
- in der Serie „Sarahs blaue Augen" im iranischen Staatsfernsehen: Darin rauben israelische Ärzte die Organe palästinensischer Kinder, um damit den israelischen Präsidenten am Leben zu erhalten,[8]
- in der Serie des syrischen Hizbollah-Senders Al Shatat, die u.a. einen Ritualmord an einem „Christenkind" durch Juden zeigt, die das Blut als Zutat zu ungesäuertem Brot verwenden,[9]
- in Berichten der saudi-arabischen Zeitung Al-Riyadh, die behauptete, dass Juden ihre Kuchen mit christlichem und muslimischem Blut zubereiteten.[10]

Deshalb verglich z.B. der US-amerikanische Islamexperte Bernard Lewis die Dämonisierung der Juden in arabischen Staaten schon 1986 mit dem Verfolgungswahn der Nazizeit.[11]

Der Iran übernimmt heute eine Führungsrolle in der arabischen Welt in Bezug auf Verbreitung von antiisraelischer Progaganda mit antisemitischen Elementen. So präsentierte er auf der Frankfurter Buchmesse 2005 eine persische Übersetzung der Protokolle der Weisen von Zion mit einer Einleitung des Außenministeriums und der erklärten Absicht, „das wirkliche Antlitz des satanischen Feindes offen zu legen", weil der Zionismus „ein tödlicher Krebstumor" sei. Trotz der offenkundigen Mittäterschaft der Regierung Irans erstatteten deutsche Justizbehörden erst mit einiger Verzögerung Anzeige „gegen Unbekannt“.[12][13][14][15]

Die Holocaustleugnung im Verbund mit antizionistischen und antiwestlichen Interessen ist seit den Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad 2006 wieder aktuell.[16][17] Er stellte die deutschen Massenmorde an den Juden Europas wiederholt als bloße Erfindung zum Schutz des Staates Israel in Frage und unterstellte, europäische Strafgesetze gegen Holocaustleugnung seien ein Verbot der Aufklärung des Holocaust.[18]


http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_in_islamischen_L%C3%A4ndern#Koran


**********************************

grüße
tara
tara - 03.09.2007, 08:57

hier eine kurze zusammenfassung einer diplomarbeit über antisemitismus in den islamischen ländern ....




Diplomarbeit
Zur staatlichen Abschlußprüfung an der Fachhochschule Bielefeld,
Fachbereich Sozialwesen, Wintersemester 2005/ 2006
Antisemitismus in
muslimisch – arabischen
Staaten


Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit, deren Ziel die Darstellung von
„Antisemitismus in muslimisch – arabischen Staaten“ ist, sind insgesamt als
ernüchternd zu bezeichnen. Es bleibt festzuhalten, daß es bereits im Koran eine
Vielzahl an endogen antijüdischen Passagen gibt, die bei entsprechender Betonung
imstande sind, eine antisemitische Konnotation im Verständnis des Betrachters zu
entwickeln. Das in den Suren überwiegend negativ gezeichnete Bild der Juden, ist
dabei aus heutiger Sicht unter historischen Gesichtspunkten zu bewerten. Es stützt
sich vor allem auf die kriegerischen Auseinandersetzungen Muhammads mit den
in Medina ansässigen, jüdischen Stämmen und ihrer Weigerung zum islamischen
Glauben zu konvertieren. Zusammen mit dem totalitären Herrschaftsanspruch, den
der islamische Glaube gegenüber anderen Religionen erhebt, führte die
Dokumentation subjektiv bewerteter Vorkommnisse nachhaltig dazu, den Juden
diese im Verlauf der gemeinsamen Geschichte zum Vorwurf zu machen. Sie
galten aufgrund ihrer völligen Niederlage im Kampf demnach lange als nicht
vertrauensselig, feige, unterwürfig und dergleichen mehr. Als zentraler Punkt im
Verständnis der Muslime ist daher die verachtenswerte Ungläubigkeit der Juden
haften geblieben, nicht deren Feindschaft.

http://www.kritiknetz.de/wind


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es wäre nicht schlecht wenn du dir die diplomarbeit genau durchlesen tätest um nicht einen "guten islam" zu romatisieren den es nicht gibt !

der antisemitismus ist im islam sozusagen eine grundtendenz !

aber eines kann man dem islam und den islamischen staaten zugute halten , daß nie eine ausrottungspolitik ala hitler/nationalsozialismus getätigt wurde .

grüße
tara
JCIV - 02.03.2008, 16:51

Hallo tara,

Zitat: man muß die einstellung der muslime zu den juden schon etwas differenzieren ..... es ist nicht so daß es da keinen judenhass gäbe ( eher das gegenteil - leider)

Dabei ist es wie so oft in der islamischen Welt, dass sich hier angeblich strenge Muslime nicht an den Koran halten. Der Koran erklärt Christen und Juden zu Schutzbefohlenen:

Zitat: "Wahrlich, die Gläubigen und die Juden und die Christen und die Sabäer – wer immer (unter diesen) wahrhaft an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und gute Werke tut –, sie sollen ihren Lohn empfangen von ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern." - Sure 2, 62

Zitat: "Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen – wer da an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und gute Werke tut –, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern." - Sure 5, 69
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