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Anonymous - 21.10.2005, 13:20
Fussball, wir danken dir
Der Knackwurstbesitzer nahm die Knackwurst, senfte sie ein und warf sie von sich. Er tat dies nicht etwa, weil die Knackwurst übel schmeckte (das tat sie auch, aber das fiel ihm nicht auf). Sondern er beabsichtigte, die Knackwurst am Kopf des Linienrichters zu platzieren, der keineswegs so schlecht linienrichtete, wie die Knackwurst schmeckte, sondern ein korrektes, dem Knackwurstbesitzer jedoch nicht genehmes Abseits gewachelt hatte. Die Knackwurst verfehlte den Linienrichterkopf und blieb im Out liegen. Der Exknackwurstbesitzer warf ihr ein "Sautrottloasch, gschissana!" hinterher und ließ sein Gesicht in den Bierbecher gleiten. Der mich begleitende Siebenjährige sagte: "Ein Unsinn, die Wurst zu werfen. Der Linienrichter hat doch gar keine Zeit, sie zu essen."
Als großer Fußballfreund gehe ich ungern in österreichische Stadien; zu traurig ist das, was einem dort geboten wird. Aber der Siebenjährige wollte zu seinem ersten Match: "Wir müssen Rapid sehen!" Jetzt kennt der Siebenjährige die Begriffe "Saujud" und "Scheißtschusch" und hält sie für Synonyme für "Schiedsrichter".
Er kann jetzt in Liedform seiner Vermutung Ausdruck verleihen, die Mutter des Spielers W. gehe der Prostitution nach. Er weiß jetzt, dass erwachsene Männer andere mit Essen und Trinken bewerfen, weil diese die Frechheit besitzen, einen ihnen zugesprochenen Eckball schießen zu wollen. Außerdem hält er jetzt Fußball für dieses öde, sture Spiel, das in der heimischen Meisterschaft für Fußball ausgegeben wird. Nach dem Spiel sagte er: "Diese Leute im Stadion sind ja viel dümmer als die Kinder im Kindergarten. So wie die will ich nie sein." Fußball, wir danken dir!
E-Mail: guido.tartarotti@kurier.at
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