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Alle Beiträge und Antworten zu "[Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit"

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 16.07.2007, 12:47
[Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit
Hier entsteht die Fortsetzung auf den ersten Teil:
"Das Tor schließt sich für immer - hinter Walter"

Was im ersten Teil geschah...
Jutta Adler kehrte erneut zurück nach Reutlitz. Walters beste Freundin Lena wurde in die Freiheit entlassen, damit schwand auch die Freundschaft aus Verletztheit Walters, da sie von Anfang an mehr wollte, was Lena nie verstanden hatte. Sie begegneten sich im Besucherraum zum allerletzten Mal, wo Walter dann auf die schöne Sandy stieß und sich beinahe angefangen hatte neu zu verlieben. Währe da nicht Mareen gewesen, die die Herschaft Reutlitz an sich reißen wollte und ihr dafür jedes Mittel recht war, nicht nur Walter aus dem Verkehr zu ziehen. Während Mel und Grit sich einer blutigen Schlacht aussetzten und damit dem Tod ins Auge blickten, erlitt Walter mehrere gesundheitlich-bedingte Zusammenbrüche. Sandy war am Anfang nur Mittel zum Zweck gewesen, doch der ganze Plan Mareens war gescheitert - Sandy kam ihretwegen in den Knast, bereute später, dass sie sich auf Mareens fiese Geschäfte eingelassen hatte und es plagten ihr Gewissensbisse gegenüber Walter. War das alles doch viel mehr als nur ein Spiel gewesen!? Sie wusste, sie hatte Walter verletzt und das Vertrauen musste sie erst zurück gewinnen. Doch nur wie, wenn keine Zeit mehr dafür blieb, bei Walter eine schwere Diabetes diagnostiziert wird, diese sich schon unter der Erde glaubt und deren letzter Halt nur noch Uschi König ist und die letzte Chance ein Klinikaufenthalt. Walter stand an der Grenze des Möglichen, sie hatte mit allem was sie noch hatte, gegen die Krankheit angekämpft, es ging ihr von Tag zu Tag schlechter, bis irgendwann gar nichts mehr ging. Doch in der Klinik konnte ihr geholfen werden, langsam fand sie wieder zu sich und ließ sich dort auf ein Abenteuer mit Rita ein, welches nicht lange von Dauer war, denn Rita musste zurück in den Hochsicherheitstrakt. Walter hatte sich auf keine Beziehung mit ihr eingelassen, dafür war ihre gemeinsame Zeit zu kurz gewesen, außerdem wollte Walter sich eine erneute Enttäuschung ersparen - es plagten sie Komplexe, die sie sich noch nicht einmal selbst eingestehen wollte. Nach ihrer Entlassung aus der Klinik stand Walter dann sehr schnell vor Gericht und wurde freigesprochen. Jutta und Birgit hatten ganze Arbeit geleistet, hatten Walter die langersehnte Freiheit ermöglicht. Jutta war am Ende die einzige Person die ihr noch geblieben war, mit ihr begann der Ernst des Lebens. Erstmal ging es in Juttas Wohnung, sie hatte ihr angeboten, vorerst bei ihr zu wohnen. Walter konnte es nicht fassen - was hätte sie nur ohne Jutta gemacht!? Die beiden waren sich echt ans Herz gewachsen. Vielleicht konnten sie jetzt ihrer Freundschaft freien Lauf geben, ohne sich hinter den Mauern voreinander zu verstecken. Was wurde aus Uschi, was war mit Sandy, würde sie Rita jemals wieder sehen? Schafft Walter den Weg in die Freiheit und wird Reutlitz schon bald vergessen haben? Alles im nächsten Teil...

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Katy/Walter-Fan - 16.07.2007, 13:00

*schon gespannt bin* Bitte lass mich nicht zu lange auf den Teil warten! :lol: :roll:

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 16.07.2007, 23:30

Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

1.
Dritte Gesellschaft

„Oh entschuldige, sieht ein wenig chaotisch aus hier. Setz dich einfach irgendwo hin, möchtest du was trinken? Ich räum nur schnell auf.“, sagte Jutta nervös ohne Luft zu holen. Walter grinste bloß und sah sich mit runzelnder Stirn verstohlen im Wohnzimmer um. „Nein Jutta, erst mal nicht. Danke.“ und hob schließlich ein kariertes Hemd vom Sessel. „Ich dachte du hättest dich längst von diesem Fummel verabschiedet.“, sagte sie frei lachend heraus. Jutta kam schnell angeeilt und riss ihr das Hemd verlegen aus der Hand. „Nun, das gehört gar nicht mir.“ „Ach! Wem dann?“ Jutta brauchte gar nichts sagen, da hatte Walter noch mehrere Sachen gesehen, die darauf schließen ließen, dass Jutta diese Wohnung mit einem Mann teilte. Schnell hatte sie ein Bild vom Tisch gehoben und betrachtete es eingehend. Dort war Jutta mit ihrem Freund Gerd abgebildet.
Vorsichtig stellte Walter das Bild wieder zurück und setzte sich schwer schnaufend auf das Sofa. „Ich hoffe das ist okay für dich. Die meiste Zeit ist Gerd sowieso arbeiten.“, rechtfertigte Jutta sich sofort. „Und der hat nichts dagegen, dass ich hier wohne?“ „Nein, hat er nicht. Warum sollte er auch was dagegen haben, du bist eine Freundin.“ „Du meinst ;eine deiner kriminellen Knackis aus Reutlitz; .“ „Ich habe ihm viel von dir erzählt, er kann das schon verstehen...glaub ich.“
Mit gespitzten Fingern hob Walter eine Boxershorts vom Tisch. „Na ja, ich denke wir sind uns ziemlich ähnlich, ich und dein Mann.“ Und ließ diese ein wenig angeekelt, aber lachend zu Boden fallen. Juttas Kopf schwenkte zur Seite und Walter gab Antwort. „Na ja, ich räume auch nicht gerne auf.“ und grinste schulterzuckend.
Gerade von ihm gesprochen, drehte sich ein Schlüssel in der Eingangstür zum Flur. Dies wahrgenommen, drehte sich Walter erwartungsvoll in Richtung Wohnzimmertür. Ehe sie sich versehen hatte stand Gerd mit zwei riesigen Einkaufstüten im Raum. „Oh, ihr seid ja schon da. Ich hab nur noch schnell ein paar Besorgungen gemacht, lasst euch nicht stören und entschuldigt bitte die Unordnung.“ Gerd packte mit gequältem Gesichtsausdruck beide Tüten unter einem Arm, damit er mit der linken Walters Hand schütteln konnte. „Hallo Schatz.“, begrüßte er Jutta mit einem Kuss und eilte schnell mit dem Gepäck unter dem Arm in die Küche nebenan und setzte die Tüten schnell auf dem Tisch ab. Danach schüttelte er schmerzverzehrt seinen Arm erst mal locker.
Walter und Jutta grinsten sich nur an und begannen schließlich zu lachen. Während Jutta wieder Schliff in die Bude setzte und Gerd die Nahrungsmittel in die Schränke der Küche einsortierte, schlug Walter ein Bein über das andere und lehnte sich erst mal zurück. So ganz wohl war ihr hier nicht, aber vielleicht konnte sie sich noch an alles gewöhnen, auch an den Mann an Juttas Seite.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 17.07.2007, 00:55

2.
Die Scheißdinger

Ausgepowert und alle Spuren beseitigt, setzte sich Jutta schließlich neben Walter auf die Couch. Im selben Moment kam Gerd um die Ecke, mit drei Tellern, Bechern und Besteck. Walter hob erstaunt die Augenbrauen, suchte den Blickkontakt mit Jutta. Beim zweiten Gang ins Wohnzimmer folgte ein Tablett mit belegten Broten, eine Flasche Cola, Brause und Wasser. „So die Damen, schlagt ordentlich zu. Es ist genug für alle da.“ Nach einer kunstvollen Pause, wand er sich an Walter: „Was möchtest du trinken? Wir haben auch noch Prosecco, Schnaps und Bier kalt gestellt im Kühlschrank, falls dir das lieber ist.“ „Also...ich...nein, ich nehme Wasser.“, gab sie bescheidend zurück und war es nicht gewohnt so freundlich bedient zu werden.
Jutta nahm sich sogleich eine Stulle zur Hand. „Walter, du hast doch bestimmt auch noch nichts gegessen. Nimm ruhig und fühl dich ganz wie zuhause.“ sagte sie, bevor sie einen Bissen tat. Nun nahm sich Walter ebenfalls ein Brot vom Teller und wollte gerade genussvoll zubeißen, als ihr plötzlich einfiel etwas vergessen zu haben. Sie setzte das Brot zurück auf den Teller und sah verknirscht drein. „Stimmt was nicht?“ „Nein nein, alles in Ordnung. Ich hab nur was wichtiges vergessen.“ Walter stand auf und fuhr fort: „Jutta, kannst du mir eben euer Bad zeigen?“ Diese sah irritiert zu Walter hinauf und erhob sich sofort, als hätte sie schließlich begriffen um was es hier ging. Im Flur angekommen und halb das Bad betreten, fragte Jutta nach. „Geht es dir gut? Brauchst du was?“ Walter schnappte sich ihren Koffer, öffnete ihn und holte die Packung Tabletten hervor. „Ich hätte die Scheißdinger beinahe zum zweiten Mal vergessen. Na ja, ich wollte das nicht unbedingt am Esstisch erledigen.“ „Musst du die täglich nehmen? Ich kann dich ja dann erinnern, wenn du mir die Zeiten nennst.“ Angewidert legte sich Walter eine Tablette auf die Zunge, schluckte sie hinunter und betätigte den Wasserhahn, um schnell nachzuspülen. „Hm, um es genau zu sagen vier mal täglich. Jeweils vor den Mahlzeiten, sprich Frühstück, Mittag und Abendbrot und eine bevor ich schlafen gehe.“ „Das ist ne Menge. Und die helfen auch?“ „Ja. Bringen meinen Stoffwechsel in Ordnung.“ „Was ist denn, wenn du mal eine vergisst zu nehmen!?“ Walter zuckte die Schultern. „Dann wird mir bisschen schummrig und so.“ „;Und SO; ???“, wiederholte Jutta hartnäckig – Sie wollte es genauer wissen. „Ja, mir wird schlecht, ich fange an zu zittern, bekomme Herzrasen und keine Luft mehr. So was nennt man auch einen Anfall Jutta.“ „Das macht mir ganz schön Angst Walter, weißt du das. Besser ich erinnere dich die erste Zeit, oder wir hängen irgendwo einen Zettel auf, damit du das nicht vergisst.“ „Ja ja, aber nun lass uns wieder rein gehen und essen. Und kein Wort über DAS, ich kann kein Mitleid gebrauchen.“ „Okay, ich sage nichts darüber, versprochen.“

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Ludmiller - 17.07.2007, 14:01

ach die teile sind wieder wunderbar geschrieben...einfach klasse freue mich schon, wenn es weiter geht....wenn ich mehr zeit hätte würde ich auch öfters hier rein schreiben...

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Katy/Walter-Fan - 17.07.2007, 22:05

Ich kann mich nur an Ludmiller anschließen....wunderschöne Teile Mausi! :D 8-)

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 17.07.2007, 22:42

Oh danke ihr zwei Süssen! :D

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 22.07.2007, 02:55

hier mein neuer Teil....

3.
Das musste ja schief gehen

„Und hat es geschmeckt?“, wollte Gerd von ihr wissen. „Ja, sehr lecker, danke.“, wischte sich Walter die Hände in der Servierte.
„So spät schon, ich muss los!“, sprang Jutta plötzlich auf. „Was, jetzt schon?“ „Ja Schatz, ich werde in Reutlitz gebraucht.“ Nach einer Pause fuhr Jutta fort: „Tut mir leid Walter, aber die Arbeit ruft. Gerd zeigt dir dann alles und das Zimmer in dem du schlafen wirst.“ Gerd nickte lächelnd, doch Walter erhob sich ebenfalls. „Du kannst mich nicht zufällig mitnehmen? Ich möchte zu Uschi, sie besuchen. Währe das möglich?“ „Ähm, das ist momentan sehr schlecht.“ „Wieso? Stimmt was nicht?“ „Doch doch, nur...ähm, nun ja, Birgit hat gerade ein Besuchsverbot für die Frauen verhängt.“ „Und wie lange geht das?“, war Walter total enttäuscht und setzte sich wieder hin. „Na ja, das kann ich nicht so genau sagen...“ „Jutta, ich sitze nicht mehr im Knast, was ist los?“ „Ich kann dir leider nicht mehr dazu sagen, als ich selber weiß Walter.“ „Hey, aber was kann Uschi denn dafür!? Was ist denn überhaupt passiert, weshalb ihr so einen Aufstand macht? Kannst du nicht mal nen Auge zudrücken, nur dieses eine Mal!?“ „Nein Walter, genau DAS kann ich eben nicht. Eigentlich dürftest du noch nicht einmal hier sein. Ich riskiere meinen Job und wenn ich dir auch noch Vorteile verschaffe, dann erst recht.“ „Ach so, ich verstehe!“ war ein scharfer Unterton in Walters Stimme zu hören. „Weißt du Jutta, ich hab auch nichts anderes von dir erwartet! Du bist und bleibst ne Schluse, wie konnte ich nur so dumm sein und dir glauben, dass du keinen Bock mehr auf den Job hast.“ „Du bist ungerecht. Ich habe nie gesagt, dass ich in Reutlitz aufhören möchte.“ „Oh man ist mir schlecht, ich kotz gleich.“ „Bitte Walter, ich hab jetzt wirklich keine Zeit mit dir zu diskutieren. Wir sehen uns heute Abend.“ Doch Walter schüttelte mit dem Kopf. „Ne Jutta, ich finde schon ein anderes Plätzchen zum schlafen. Du kennst den Paragrafen der besagt, dass zwischen Diensthabenden Beamten und Ex-Strafgefangenen die nötige Zurückhaltung zu bewahren ist, wir wollen doch keine Gesetze mehr brechen, oder? Lieb gemeint Jutta, aber ich fürchte das kannst du nicht riskieren.“ „Du siehst doch, dass ich das kann.“ „Und ich sage dir, lass gut sein!“ Ein giftiger enttäuschter Blick in Juttas Augen, mit schnellen Schritten zum Flur, ruckartig den Koffer geschnappt und auf dem Weg in Richtung Ausgang – Walter war schon immer eigen und ließ nicht mit sich reden. Sie war noch nicht so weit, ihr halbes Leben hatte sie in Reutlitz verbracht, dachte und fühlte noch wie ein Knacki wie auf der Flucht, obwohl sie keiner mehr war. Und Jutta war immer noch eine gottverdammte Schluse auf der anderen Seite von Gut und Böse, das musste ja schief gehen. Ziellos lief Walter in Richtung Straße, sah sich einmal um und lief dann ziellos weiter geradeaus, irgendwo hin. Jutta war noch hinter ihr her gerannt und hatte nach ihr gerufen, doch Walter reagierte nicht darauf und drehte sich kein einziges mal mehr nach ihr um, sondern war sehr schnell aus Juttas Sichtfeld verschwunden.
Total geknickt kam Jutta zurück in das Wohnzimmer. „Sie hat recht.“, war ihr Kommentar. „Ich muss mich entscheiden. Entweder sie, oder mein Beruf. Beides kann einfach nicht funktionieren.“ „Quatsch, die beruhigt sich schon wieder. Du wirst jetzt nicht alles hinwerfen, alles wofür du so lange gekämpft hast.“ „Ich bin nur wegen Walter zurück nach Reutlitz gegangen, das vergisst du immer. Was soll ich da denn noch? Ich wollte ihr auf freien Fuß helfen, das habe ich getan, ich wollte ihr die Freiheit ermöglichen und das beste für sie. Du kennst sie schlecht, wenn Walter sich was in den Kopf setzt, dann führt sie das auch zuende. Wo soll sie denn nur bleiben? Sie hat da draußen überhaupt keine Chance, aber das hat sie noch überhaupt nicht begriffen. Wie ich Walter kenne, gerät sie wieder in illegale Geschäfte, um sich über Wasser zu halten. Gerd, wir müssen sie suchen, komm schnell, bitte!“, flehte Jutta ihn an.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Ludmiller - 23.07.2007, 20:54

super fortsetzung unbedingt mehr lesen will :D :-P :oops:

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 23.07.2007, 21:12

Danke dir Süsse! :-D:-X
Sobald ich Zeit habe werde ich weiterschreiben.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 25.07.2007, 23:08

Hier kommt meine Fortsetzung....

4.
Vor 23 Jahren...

Walter hatte keinen einzigen Cent in der Hosentasche. Hilflos ohne einen Orientierungssinn, ohne eine einzige Idee wo sie bleiben sollte, zielte sie durch die Straßen Berlins, aber mit der nötigen Vernunft und dem inneren Gedanken keinen Scheiß zu bauen und ein legales Leben führen zu wollen, was ihr hoch anzurechnen, aber schwer für sie zu organisieren und umzusetzen war. Trotzdem entschied sie sich den Weg nach Reutlitz zu Fuß weiter zu gehen, auch wenn das noch einige schweißreibende Kilometer bedeuteten. Besser so, als sich früher oder später in irgendeiner Bahn oder Bus als Schwarzfahrer erwischen zu lassen. Das wollte sie nicht und war auch gut so. Ihr Stolz war ihr noch immer geblieben und den Glauben an sich selbst hatte sie auch wieder gefunden. Das hinderte sie aber nicht daran, nach halber hinter sich gelassenen Strecke den Daumen nach oben zu strecken. Sie war nämlich längst nicht mehr so fit wie früher, dass hatte sie relativ schnell gemerkt. Als sie schon beinahe die Hoffnung aufgegeben hatte, wurde der vierte anrauschende Wagen in Fahrtrichtung plötzlich langsamer und fuhr in Schrittgeschwindigkeit neben ihr her. Walter sah direkt neben sich in eine große Fensterscheibe und blieb stehen. Nun stand der Wagen direkt neben ihr am Fahrbahnrand und der Fahrer öffnete ihr freundlich lächelnd die Beifahrertür. Walter sah dem Mann kurz in sein Gesicht und stieg schließlich mit samt dem Koffer ein. „Vielen Dank. Können Sie mich ein Stück mitnehmen?“ „Wohin soll denn die Reise gehen Madame!?“ „Nach Spandau.“ „Legen Sie doch den Koffer auf die Rückbank, ist vielleicht angenehmer. Sie haben Glück Gnädigste, ich wohne in Spandau und bin auch dort hin unterwegs. Was treibt Sie eigentlich zufuß auf die weite Landstraße. Es gibt doch bequemere Mittel und Wege um ans Ziel zu kommen.“ „Ach, das ist eine lange Geschichte. Und wenn Sie sie wüssten, würden Sie mich an der nächsten Ecke wieder absetzen.“ Der Mann ihren Alters sah sie öfter interessiert und musternd von der Seite heraus an und lächelte immer wieder vertraut. „Was ist mit mir? Was gibt es da zu grinsen?!“ Doch dann kam ein merkwürdiges Grummeln in ihr hoch, so ein Gefühl einer Erinnerung alter und längst vergessener Zeiten...dieses vertraute schelmische Grinsen kannte sie von irgendwo her. „Sagen Sie...kennen wir uns?“, fragte sie schließlich.
Der Mann tippte mit dem Finger nachdenklich auf das Lenkrad. „Diese raue Stimme...ich find diese interessant und sehr erotisch muss ich Ihnen gestehen. Aber ich glaube wir kennen uns nicht. Aber vielleicht hätten Sie Lust noch einen Kaffee mit mir zu trinken.“ Walter lachte. „Wenn Du mich nicht angräbst, dann gerne. Ich stehe nämlich nicht auf Typen. Also mach dir bitte keine falschen Hoffnungen, die du gerade in mich setzen wolltest.“
Kaum hatte sie diesen Satz ausgesprochen, machte der Wagen in dem beide saßen eine Vollbremsung und einen Satz nach vorne. Währe sie nicht angeschnallt gewesen, dann währe das sicher böse geendet. „Sag mal hast du sie noch alle!?“, fragte sie entsetzt und sah ihm dabei giftig in die Augen. „Entschuldige meine Reaktion, aber...“ Er konnte seinen Blick einfach nicht von ihr lassen. Gebannt waren seine Augen nur auf sie gerichtet. „Du, ich glaube ich sollte jetzt aussteigen. Danke trotzdem, dass Sie mich bis hierher mitgenommen haben.“ „Nein nein...bitte hab keine Angst, ich tu dir nichts. Es ist nur...damals glaubte ich die Liebe meines Lebens gefunden zu haben. Ich hatte ne echt gute Freundin, sie war einundzwanzig, drei Jahre jünger als ich. Sie hatte es nicht einfach im Leben, da habe ich sie bei mir aufgenommen. Ich merkte schnell, dass sie mehr für mich war und die erste Zeit dachte ich, sie fühlte genauso. Doch als ich später all meinen Mut zusammen genommen hatte, um ihr meine Liebe zu gestehen, hat sie mich einfach abserviert. Sie hatte mich und die Wohnung fluchtartig verlassen und war einfach nicht mehr auffindbar gewesen. Ich habe sie nie wieder gesehen.“ Walter hörte aufmerksam zu und schluckte. „Ja und was hat das jetzt mit MIR zutun?“, fragte sie mit bedrückter Tonlage in der Stimme. „Das wüsste ich auch gerne Christine.“
Walters Augen weiteten sich, als sie ihren Namen hörte. „Okay, das reicht. Ich verschwinde jetzt!“ Martin griff schnell nach ihrem Handgelenk. „Du hast betont, du stehst auf Frauen!? Warum hast du mir damals kein Wort davon gesagt!? Du hast sogar mit mir in einem Bett geschlafen.“ „Ja, weil du nen echter Kumpel warst. Du hast mir einfach gut getan, aber irgendwann war dem nicht mehr so. Ich hab es in deinen Augen gesehen, schon viel früher und hatte Panik bekommen.“ „Aber ich hätte doch nie etwas gemacht, was du nicht gewollt hättest. Wir hätten doch darüber reden können und wir hätten weiterhin Freunde bleiben können.“ „Martin, ich trug so viele Geheimnisse in mir und um mich herum, von denen du nicht ansatzweise nur eine Ahnung hattest. Ich habe dich bestohlen und belogen, ich war längst noch nicht da, wo du mich damals gerne gehabt hättest. Ich war mein Leben lang kriminell, immer auf der Flucht vor mir selbst, immer auf der Suche nach meinem persönlichen Schutzengel. Was soll ich sagen, ich hab immer wieder alles verloren, ich saß zehn Jahre im Knast und erst heute hat man entschieden mich wieder in die Freiheit zu entlassen, da ich erst jetzt begriffen habe was es überhaupt bedeutet frei zu sein und dass man auch etwas dafür tun muss, um nicht wieder dahin abzurutschen wo ich damals gelandet bin.“ Nach kurzem inne halten, fuhr sie fort: „Was ich damit sagen möchte...du warst ein guter Freund, aber auch du gehörst meiner Vergangenheit an, mit der ich nun endgültig abschließen möchte. Ich möchte nach vorne sehen und den ganzen Bockmist den ich verzapft habe, einfach vergessen. Es tut mir wirklich leid, aber ich denke ich möchte alleine weiter gehen – hinter mir lassen was gewesen ist. Machs gut!“ Sie schnappte sich den Koffer von hinten, öffnete die Tür und stieg aus. Sie waren nur etwa noch fünfzig Meter vom Ortschild „Berlin-Spandau“ entfernt. Die paar Meter schaffte Walter jetzt auch noch.
Martin hatte gar nichts mehr gesagt. Als er sich einigermaßen gefasst hatte, fuhr er weiter...direkt an Walter vorbei. Er wollte ihr in ihrem zukünftigen Leben nicht im Wege stehen, auch wenn er nicht alles sofort verstanden hatte – kein Wunder! Sie hatten sich dreiundzwanzig Jahre nicht mehr gesehen und waren sich inzwischen total fremd geworden, erwachsen, hatten sich verändert und nicht nur optisch eine Zeitreise durchlaufen, sondern auch wahnsinnig viel neues gesehen und erlebt. Da war einfach kein Platz mehr übrig für alte Gamellen wie diese.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Ludmiller - 26.07.2007, 09:24

die story muss man einfach gut finden, echt super geschrieben und will natürlich wie immer eine fortsetzung lesen von dir..... :oops: :D mache ruhig weiter so einfach TOP :!: 8-) :D

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 26.07.2007, 18:39

Ohh danke! *ganz rotwerd* :oops: :-P

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 26.07.2007, 19:56

5.
Wo ist Uschi!?

Auch wenn Walter jetzt Muffensausen hatte und ihr nicht ganz wohl bei dem Gedanken an Martin und der alten Zeiten war, hatte es doch ein Gutes gehabt. Sie war ihrem Ziel schon viel näher gekommen, stand eine halbe Stunde später vor den Toren von Reutlitz und betätigte die Klingel. Als Kittler auf den Monitor der Überwachungskamera sah, fielen ihm beinahe die Augen ausm Kopf. Er ließ sich absichtlich mehr Zeit, um ihr die Tür zu öffnen und Walter hatte in der Zeit schon so etwas geahnt und suchte nach dem Objektiv, welches sie filmte. Sie sah direkt hinauf in die kleine schwarze Kamera, die auch noch direkt auf sie herab gezoomt an der Wand über der Tür hing. „Kittler du Arsch, lass mich gefälligst rein!“, zeigte sie drohend mit einem Finger in die Kamera. Kurz darauf machte es klick und sie trat ein. Kittler kam auch prompt aus dem Überwachungshäuschen und stellte sich demonstrativ vor sie. „Frau Walter, was machen Sie hier? Haben Sie einen Besuchsantrag gestellt oder einen Termin mit Frau Schnoor?“ „Nein, aber...“ „Dann darf ich Sie nicht durchlassen. Bitte verlassen Sie umgehend diese Anstalt.“ „Aber Kittler...ich möchte doch nur Uschi besuchen. Kannst du nicht einmal ein Auge zudrücken?“ „Nein Frau Walter, das kann ich nicht.“ „Dann hol wenigstens die Schnoor her, ich muss mit ihr reden, es ist dringend, bitte!“, zauberte sie ihr süßestes Lächeln hervor. „Moment bitte.“, hielt er sie ernsthaft zurück und ging zurück in das Überwachungshäuschen, wo er sich den Hörer schnappte und die Nummer zum Sekretariat wählte. „Hallo Möhrchen. Ja, stellen Sie mich bitte zum Büro durch. Danke, ich warte.“ Nach einer etwas längeren Pause holte er schließlich erneut Luft: „Birgit, hier Peter, ich störe dich ungern, aber Frau Walter steht hier und möchte dich unbedingt sprechen... Bist du dir sicher? Ja gut, ich werde es ihr ausrichten.“
Er betätigte den grünen Knopf auf seinem Podest, kam wieder zur Schleuse heraus getreten, die innere Schleuse begann sich langsam zu öffnen und sagte: „Sie dürfen gehen. Frau Schnoor wartet dann auf Sie in ihrem Büro.“ Walter bedankte sich noch einmal freudestrahlend und steuerte gleich durch die Schleuse hindurch in Richtung Hof. Ihr erster Blick wanderte sofort nach links zum Zaun, in der Hoffnung ein paar Frauen auf dem Gefängnishof zu entdecken und ihnen hallo zu sagen. Es dauerte auch nicht lange, da wurde sie von Ilse, Wilhelmina und Sandy gesichtet, die soeben noch auf der Bank gesessen hatten. „Waaalter!“, kam Ilse als erste angerannt. Auch Walter weichte von ihrem Weg und nutzte den kurzen unbeobachteten Moment. „Hey Wünsche, alles klar bei euch da drinnen?“, legte sie beide Hände an das Gitter. „Du fehlst uns Walter.“, gab Ilse traurig zurück. „Hey Walter, wie geht es dir? Kommst du klar da draußen?“, fragte Sandy. „Ich wurde heute aus der Klinik entlassen, kam alles ein bisschen plötzlich. Nun muss ich sehen wo ich bleibe. Aber ja, danke, es geht mir Gott sei dank wieder besser. Ich wollte eigentlich zu Uschi, aber keine Ahnung...“ „Zu Uschi!?“, tauschten Wilhelmina und Ilse komische Blicke untereinander aus. „Was ist los? Ist irgendwas mit ihr?“, fragte Walter besorgt. „Nun ja, du kannst Uschi nicht besuchen.“, gab Ilse Antwort. „Ja, ich hab schon gehört, dass derzeit Besuchsverbot herrscht.“ „Besuchsverbot??? Nein, aber Uschi...sie ist wieder in der Klapse gelandet Walter.“ „Das ist ein schlechter Scherz Ilse. Bitte WO ist Uschi!?“, harkte Walter noch einmal entsetzt nach. „Sie hat die Kontrolle verloren. Uschi ist verrückt geworden, da hat man sie nach Preekow überstellt.“, kam Wilhelmina jetzt zu Wort. „Sie hat wirres Zeug geredet. Keener von uns hat das verstanden. Sie wollte sich sogar das Leben nehmen, da mussten wa eingreifen und es den Schlusen melden. Wir haben noch versucht mit ihr zu reden, aber Uschi hat uns nicht mehr wahr genommen. Es ist besser so für sie.“ „Habt ihr sie noch alle!? Es ist überhaupt nicht besser so für sie. Scheiße, ich muss zu ihr.“ Kaum hatte Walter diesen Satz zuende gesprochen, steuerte sie auch gleich in Richtung Verwaltungsgebäude - Jetzt war ihr Bedürfnis Birgit zu sprechen noch zusätzlich gestärkt worden, sie wollte Uschis Verlegung nicht wahr haben – ihre Freundin konnte doch nicht einfach verschwunden sein, dass durfte nicht sein! Uschi war doch die einzige die ihr noch geblieben war und die ihr so viel bedeutete. Walter war auf 180.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Ludmiller - 27.07.2007, 12:16

danke schönn für diesen super tollen teil mal wieder :oops: 8-) :D einfach wieder wunderbar geschrieben...will sofort mehr lesen..... :lol:

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 29.07.2007, 17:51

Danke danke danke 8-) :D :oops:

6.
Das gute alte Reutlitz


„Hallo Walter, setzen Sie sich doch.“, zeigte Birgit auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch. „Frau Mohr, holen Sie mir und Frau Walter doch bitte einen Kaffee.“ An Walter: „Mit Milch und Zucker ?“ „Nur mit Milch, danke Möhrchen.“, drehte sich Walter nach hinten und lächelte ihr zu. Möhrchen strahlte süß zurück und machte sich dann auf dem Weg.
„Sie wollten mich sprechen. Um was geht es denn?“, fragte Birgit interessiert. „Erst mal wollte ich mich bei Ihnen bedanken Frau Schnoor, dafür dass Sie mir eine Chance gegeben haben und mir die Möglichkeit geben ein neues Leben zu beginnen.“ „Gerne Walter.“, lächelte Birgit und fuhr dann fort: „In erster Linie hat mich Jutta davon überzeugt. Aber wir haben natürlich alle gesehen, wie schlecht es Ihnen ging. Ich hoffe Sie konnten sich schon ein wenig von allem erholen und tanken wieder Kraft für Ihren Neustart ins Leben.“ „Ja danke, es geht mir schon um einiges besser. Nur bin ich finanziell nicht abgesichert, habe noch keine Wohnung.“ „Wollte Jutta sich nicht um Sie kümmern?“ „Ja, aber ich will es nicht mehr.“ „Und Sie haben sonst niemanden der Ihnen vorübergehend helfen könnte?“ „Richtig. Ich weiß noch gar nicht wo ich anfangen soll, deshalb wollte ich eigentlich zu Uschi König, sie ist ne echte Freundin und ich habe geschworen, dass ich sie regelmäßig besuchen werde, aber jetzt ist sie weg.“ „Hat Jutta...?“ „Nein, hat sie nicht. Jutta hat mich angelogen.“, erzählte Walter traurig und enttäuscht. „Glaub mir, Jutta wollte nur das beste für dich, vermutlich wollte sie dich schonen Walter und langsam darauf vorbereiten, dass Uschi König nicht mehr bei uns ist.“ „Aber warum denn eigentlich? Ich versteh das nicht. Es muss doch eine Möglichkeit geben sie da wieder raus zu holen.“ „Ja schon, nur das dauert. Frau König erlitt einen schweren Rückfall, es war kein Herankommen an sie mehr möglich. In der Psychiatrie ist sie in guten Händen, dort hat sie mehr Hilfe zu erwarten. Mir sind die Hände gebunden...ich hätte es auch besser gefunden, wenn wir sie hier behalten hätten, doch wir haben kein Fachpersonal, dass sich instruktiv um die Probleme der einzelnen Insassinnen kümmert.“ „Ja, verstehe. Kann man Uschi trotzdem irgendwie besuchen oder Kontakt zu ihr aufnehmen?“ Birgit runzelte die Stirn. „In den meisten Fällen kaum, aber ich weiß selbst nicht so genau wie das da gehandhabt wird. Am besten Sie rufen einmal selbst in Preekow an... Hier, das ist die Nummer.“ „Dankeschön.“, nahm Walter den kleinen Zettel entgegen und steckte ihn sich in die Jackentasche. Jetzt kam Möhrchen mit dem Kaffee, stellte zwei Tassen auf den Schreibtisch und servierte Kekse dazu. „Haben Sie vielen Dank Frau Mohr.“, war es Birgit. Auch Walter bedankte sich kurz mit einem Lächeln und Möhrchen war glücklich den beiden eine Freude bereitet zu haben. Strahlend stand sie im Raum und hätte am liebsten ein paar Worte mit aufgeschnappt. Aber wie es das Schicksal so wollte, bat Birgit Schnoor ihre Sekretärin höflich hinaus. Hinter der Tür konnte sich Möhrchen aber trotzdem nicht nehmen zu lauschen, so neugierig wie sie doch einmal war.

„Ich wüsste jetzt auch nicht wie ich Ihnen helfen könnte. Hat sich denn niemand bei Ihnen gemeldet?“, fragte die Schnoor. „Wer soll sich denn bei mir gemeldet haben!?“ „Na ja, die Gesellschaft für die Resozialisierung von Ex-Strafgefangenen. Das ist eigentlich deren Aufgabe dafür zu sorgen, dass Sie nach dem Gefängnisaufenthalt nicht auf der Straße sitzen, besonders auch für die erste Zeit der Eingewöhnung zurück in die Freiheit. Immerhin ist das ein gewaltiger Schritt, den Sie da machen Frau Walter. Das haben bisher die wenigsten Frauen ohne Anlaufstelle geschafft. Ich würde mich an Ihrer Stelle einfach mal melden, zumindestens haben Sie dann schon mal ein Dach über den Kopf für heute Abend und ein Platz zum schlafen. Dort wird keiner zurückgewiesen der in Not ist, sondern herzlich aufgenommen. Nur keine Bescheidenheit, Sie werden Ihren Weg schon gehen, ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute und viel Glück dafür.“ „Na ja, vielleicht haben Sie recht. Für heute ist es auch schon zuspät, um noch lange zu überlegen, oder besondere Ansprüche zu stellen.“ „Walter, ich würde mich freuen wenn Sie sich noch einmal melden...Komm doch einfach mal wieder vorbei. Ich und sicher auch Frau Mohr haben immer einen Kaffee für Sie übrig und helfen gerne wenn wir können.“ „Vielen Dank, aber ich komme schon klar. Trotzdem werden wir uns sicher noch einmal über den Weg laufen schätze ich. Reutlitz wird immer ein Teil von mir sein.“, gab Walter der Schnoor schließlich die Hand und verabschiedete sich.
Möhrchen sprang schnell von der Tür weg und stellte sich dann sehr verlegen und außer Atem hinter ihren Schreibtisch. Walter begann zu Schmunzeln und kam näher. „Möhrchen, Sie sollen doch nicht immer lauschen.“ „Ach Frau Walter...Sie waren eine tolle Gefangene, die man immer wieder gerne sieht.“ „Oh nicht doch Möhrchen.“ „Oh doch, Sie waren...wie soll ich sagen...“ Möhrchen sah sich einmal vergewissernd um und fuhr sehr leise fort: „Sie waren irgendwie was ganz Besonderes. Ich konnte oft nicht verstehen, warum man Sie hier so schlecht behandelt hat, bleiben Sie so wie Sie sind.“ „Gleich kommen mir aber Tränen Frau Mohr. Ich habe Sie aber auch immer gemocht. Bleiben auch Sie immer so wie Sie sind und hören Sie immer auf das gute Herz, welches Sie am rechten Fleck tragen, ja?“ Möhrchen nickte verlegen, dann hüpfte sie aufgeregt zur Fensterbank und schnappte sich die Kaffeekasse. „Ich hab noch was für Sie.“ „Nein Möhrchen, bitte nicht. Ist wirklich lieb gemeint, aber das kann ich unmöglich annehmen.“ „Nehmen Sie schon! Ich leg morgen wieder was rein. Es fällt bestimmt niemandem auf.“ und hielt Walter verschmitzt grinsend vierzig Euro vor die Nase. „Möhrchen, bitte stecken Sie das Geld wieder ein, ich möchte es nicht. Sie könnten mir einen ganz anderen Gefallen tun, der mit Geld niemals zu bezahlen ist. Holen Sie mir Uschi zurück nach Reutlitz und sprechen mit ihr wenn Sie können. Bitte sagen Sie ihr, dass ich hier war und dass ich immer da bin und an sie denke...bitte sagen Sie ihr das.“ In Walters Augen spiegelten sich Tränen als sie das sagte und Möhrchen war total berührt und nickte eifrig. „Ja, das werde ich.“ Walter drückte ihr einmal beide Hände. „Danke, Sie sind ein Schatz. Schon immer gewesen.“ und lief dann Richtung Ausgang. „Alles Gute!“, rief ihr Möhrchen noch hinterher und schnaufte einmal tief nach Luft.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Ludmiller - 29.07.2007, 18:10

super tolle fortsetzung muss ich mal wieder sagen schön mal wieder was zu lesen von dir ehrlich :oops: 8-) :D

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 06.08.2007, 21:10

Danke Süsse. Nach etwas längerer Zeit der Ratlosigkeit & knappen Zeit zum Schreiben + Überlegen, hab ich den Faden nun wieder gefunden.

Hier:

7.
Das letzte Loch


Als sie atemlos gerade die Stadtmitte erreicht hatte und sich völlig entkräftigt einer Bank niederließ, direkt am Ortsschild, immer noch irgendwo in der Pampa, fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen. Woher nahm sie nun das Geld zum telefonieren? Sie schlug die Hände an den Kopf und wusste nicht mehr weiter. Mit samt dem schweren Koffer, war sie mindestens drei Kilometer zu Fuß gelaufen, sie konnte einfach nicht mehr weiter gehen. Sie merkte wie es Kopf abwärts anfing zu kribbeln und ihr schwarz vor Augen wurde. Sie hatte lange nichts getrunken und gegessen – zuletzt bei Jutta. Walter war ja den halben Tag unterwegs gewesen, nonstop – Es war Zeit für ihre Pillen, nach denen sie jetzt hektisch zu kramen begann. Sie ahnte, dass es nicht richtig war, ohne jeglichen Schluck Wasser und vor allem ohne vorher was gegessen zu haben, aber was blieb ihr anderes übrig, als das scheußliche Ding einfach runterzuschlucken.
Nach einer ewiglangen Pause ging sie schließlich weiter, sie wollte es wenigstens noch bis zur nächsten Telefonzelle schaffen, in der Hoffnung sie würde dort ein Telefonbuch mit der Adresse vom Übergangsheim vorfinden. Es war schon spät, mitten in der Nacht, als sie endlich eine stadtliche Fußgängerzone erreichte – Sie wusste zwar nicht wo sie da gelandet war, aber wichtig war auch nur, dass sie es überhaupt da hin geschafft hatte und endlich eine im Mondlicht schimmernde gelbe Telefonzelle vor ihr auftauchte, von der sie noch vor einigen Minuten dachte, diese niemals mehr zu erreichen. „Scheiße! Verdammt...ich kann nicht mehr....DOCH, ich kann!“ quälte sie sich mit müden Schritten immer weiter und schlug die Tür auf.
Ein zerflettertes Telefonbuch, zerschlagene Fenster – Mit letzter Kraft schlug sie lauthals gegen den Apparat, schnappte sich den bereits tot hängenden Hörer und ließ sich kraftlos zu Boden sinken. Den Hörer ließ sie schließlich baumeln – ihr war die Kraft aus den Fingern gewichen. Ihre Augen schummerten, sie kämpfte dagegen an, bis zuletzt – kurz darauf war sie einfach eingeschlafen.
Ein älteres Ehepaar auf Spaziergang mit dem Hund und zwei torkelnde Jugendliche im Vollrausch hatten sich hier her verirrt und waren auch ziemlich schnell auf Walter aufmerksam geworden, die ziemlich heruntergekommen in der demolierten Telefonzelle lag. „Wa holen lieba die Polizei, oder was meinst denn do dazu. Der Frau muss do geholfen werden.“, meinte die Alte zu ihrem Gatten. „Sorry Madame, aber die Bullen zu rufen wäre ziemlich schwachsinnig.“ „Und wieso glaubst du das Junge?“, kam nun der alte Mann zu Wort. „Na ja, schon mal auf die Uhr gesehen? Hier passiert doch um diese Uhrzeit ständig irgendwas. Denken Sie, die Bullen machen sich wegen DER DA extra auf den Weg? Die is doch völlig harmlos und werden Sie höchstens auslachen oder gar wegen Belästigung anschwärzen. Gehen Sie weiter, wir kümmern uns um die Frau.“ Er schnappte sich seinen Kumpel, drückte ihn kameradschaftlich. Dieser nickte nur schwach, mit immer wieder absinkenden Augen. „Joah, die wird schon wieda.“, gab dieser lallend zurück. Das Ehepaar tauschte kritische Blicke miteinander aus, doch dann zuckten beide gleichgültig die Schultern nach oben und gingen weiter. „Keenen Cent mehr für das assoziale Pack. Hast du jehört!?“ „Ja ja, beruhig dich. Lass uns nach Hause gehen. Damit haben wir nichts zutun. Bella ist auch schon ganz müde und muss ins Körbchen.“

„Hey Knädigste, wachen Sie auf.“ „Hmm!? Was isn los?“ wurde Walter aus ihrem Schlaf gerissen. „Sie erkälten sich noch. Gehen Sie nach Hause, legen Sie sich ins Bett! Wohl zu tief ins Glas gesehen, was!?“, scherzte der Jugendliche mit lockeren Sprüchen. „Oh ho...scheiße!“, stöhnte Walter und rappelte sich auf. „Na geht doch alles.“, meinte er interesselos und zog seinen Kumpel zu sich heran, um mit ihm das Weite zu suchen. Mit Peace-Zeichen hatte er Walter auch schon den Rücken zugewandt. „Hey Jungs, wartet mal.“, versuchte sie mit krächzender Stimme zu rufen. „Nach Hause finden musst du schon allein. Ich hab dir aufgeholfen, dass muss reichen.“ „Hey, ich will doch nur telefonieren. Habt ihr Handy dabei?“ „Klar! Machs gut!“
Jetzt nahm Walter all ihre Kräfte zusammen und bewegte sich auf die beiden zu. „Jetzt pass mal auf, ich bin hier nicht zum Spaß eingepennt, ich hatte einen ziemlich beschissenen Tag, klar!? Also rück das Teil raus und lass mich mal telefonieren.“ Da zog der durchgeknallte Typ ne Knarre aus seiner weiten Jackentasche und zielte direkt auf sie. „Mach ne Mücke! Ich und Luca stehen nicht auf Penner wie dich!“ „Hey...keep cool.“, war Walter erst erschrocken, doch dann erkannte sie die Attrappe sofort. Sie machte Schritt für Schritt auf ihn zu, ließ sich nicht abschrecken und nahm keine seiner Drohungen für voll. „Bleib stehen, ich knall dich ab, ich schwör´s!“ „Doch nicht etwa DAMIT!?“, lachte sie. Und schon hatte sie dem Jungen die Waffe entrissen und ließ einen lächerlichen Schuss auf ihn los.
„Hey, wer bist du? Und was willst du von mir?” „Das tut nichts zur Sache. Los, gib mir dein Handy... na wird’s bald!?“ Der Typ tat es – Endlich konnte sie telefonieren, es wurde auch allerhöchste Zeit.
Über die Auskunft wurde Walter schließlich direkt mit dem Übergangsheim verbunden. Sie schilderte ihre Situation, ganz leise, so dass es die Typen nicht mitbekommen konnten.
„Wo ich bin!? Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls ist es hier draußen ziemlich ungemütlich!“ „Du bist aufm Kuhdamm Mädel, in ner Seitenstraße.“, mischte sich der ungeduldige Besitzer von dem Handy in das Gespräch ein. „...Nein nein, das war nur ein junger Mann der so freundlich war, mir sein Handy auszuleihen.“, verdrehte sie die Augen und hätte ihn würgen können. „Ja okay, ich lauf bestimmt nicht weg.“, legte sie frustriert auf. „Verpisst euch, bevor ich mich vergesse!“ schrie sie die Jungs an und warf ihm sein Handy zurück. „Alte Schlampe! Wie kann man nur so behindert sein Alda!“, warf er ihr noch als letztes Andenken an den Kopf. Walter war auf 180. Wartend, hundemüde und frierend blieb sie allein an einer großen Leuchttafel mitten auf der Straße zurück.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 18.08.2007, 12:15

8.
In Sicherheit

„Bitte geben Sie uns bescheid, falls sich ihr Gesundheitszustand in den nächsten vierundzwanzig Stunden nicht bessert, wir kommen sofort.“ „Sicher, haben Sie vielen Dank.“, hatte Walter im Unterbewusstsein wahrgenommen und schlug langsam die Augen auf. Verschwommen sah sie die Umrisse dreier Sanitäter, die jetzt zur Tür heraus marschierten mit samt ihren Instrumenten unter dem Arm und noch eine vierte Person, die sich aber nun noch einmal auf sie zu bewegte, es war eine Frau.
„Christine!?“ hockte sich diese zu ihr herunter, sah sie besorgt an. Walter stöhnte nur – sie schloss erneut die Augen.
„Bei uns bist du in Sicherheit, wir kümmern uns um dich.“ und schlug ihr die Decke über den Körper.
Als Walter am nächsten Morgen erwachte, wartete Isabelle schon mit dem Frühstück auf sie, welches sie auf einem Tablett in beiden Händen hielt. „Guten Morgen. Ich hoffe du hast dich gut erholt.“ „Ähm, danke...kennen wir uns!?“ setzte sich Walter schnaufend aufrecht. Isabelle näherte sich ihr und setzte das Tablett nun auf ihren Schoß. „Lass es dir schmecken. Hier hast du deine Tablette, Schluck Wasser steht hier und der Kaffee ist in Arbeit.“ „Womit hab ich das denn verdient? Danke.“, lächelte Walter erstaunt, aber entzückt. „Wir haben gestern Nacht miteinander telefoniert.“ „Richtig, ich erinnere mich. Du warst das also.“ Isabelle nickte und ließ sich auf einen Stuhl nieder. „Du hast bestimmt ne Menge durchgemacht. Fabian hat dich gestern ins Auto getragen, du konntest nicht mal mehr eigenständig auf zwei Beinen stehen.“ „Echt? Oh man, dann muss ich mich ja noch bedanken.“ Isabelle schüttelte den Kopf. „Weißt du, wir haben derzeit ein Problem mit unserem Internetzugang. Normalerweise werden wir dann sofort mit der Anstalt verbunden und informiert, wenn neue Häftlinge entlassen werden und das bereits vier Wochen vorher. Du hättest dann von uns gehört Christine, es tut mir so leid.“ „Ich bin übrigens Walter.“, schmunzelte sie und schluckte schließlich die Tablette herunter. Dann nahm sie sich eines der Brote zur Hand und biss genussvoll davon ab.
„Okay, wie du willst...Walter. Ich bin Isabelle, aber die meisten nennen mich einfach Isa. Ich bin hier sozusagen Regines zweite Hand und kümmere mich um alles und jeden.“ „Arbeitest du schon lange hier?“ „Wieso?“ „Nur so...ich meine, du siehst noch verdammt jung aus.“ „Achso...ja, das sagen mir viele. Ich bin vierunddreißig.“, gab Isa lächelnd zurück. „Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Entschuldige.“ „Nicht dafür. Ist schon okay. Und wie alt bist du?“ „Ich wünschte ich wäre noch mal zwanzig und könnte die ganze Scheiße rückgängig machen die mal war.“ „Du hast immer noch genug Zeit dafür. Es ist nie zu spät sich zu ändern. Ich werde dir dabei helfen dich hier draußen zurecht zufinden. Wenn du möchtest, kannst du uns nachher begleiten. Wir wollen noch ein paar Sachen einkaufen gehen.“ „Ja, gerne.“, strahlte sie. Doch als Isabelle das Zimmer verlassen hatte, um den Kaffee für Walter zu holen, sank ihre ganze Mundpartie auf ein Minimum herab, als ihr einfiel, dass sie eigentlich noch nie richtig einkaufen war, jedenfalls nie legal – Sie hatte Angst.

„Ja, verstehe...tschüß.“, legte sie den Hörer frustriert auf die Gabel.
„Schlechte Nachrichten?“, betrat Isabelle das Gemeinschaftszimmer, in diesem sie Walter erlaubt hatte zu telefonieren. „Eine Freundin von mir, man lässt mich nicht zu ihr. Ich muss heute noch mal weg, nach Reutlitz.“ „Wenn du möchtest fahren wir dich später vorbei.“ „Ja, das wäre nett.“, gab Walter zurück und schnappte sich ihre Schuhe. „Oh, hallo Fabian.“, drehte sich Isabelle zur Tür – sie begrüßten sich mit Küsschen. „Hallo.“, band sich Walter gerade die Schuhe und sah kurz hoch. „Wie ich sehe geht es dir schon besser, das freut mich. Ich bin Fabian.“ „Walter.“, gab sie ihm die Hand. „Können wir los?“, fragte er lächelnd und schon machten sich die drei auf den Weg.

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 21.08.2007, 18:01

*mal nach oben schieb* :-P :-( :lol:

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 23.08.2007, 01:39

9.
Kein Kontakt zur besten Freundin

Als sie ausstiegen drückte Fabian Walter ein Eurostück in die Hand. Verdutzt sah sie ihn an. „Für den Wagen.“ Sie nickte unsicher und machte sich auf den Weg. „Hast du das Leergut?“, fragte Isabelle. „Ja, liegt im Kofferraum.“ gab er zurück und folgte jeden Walters Schritte.
„Nehmen Sie meinen.“, wurde Walter von einer älteren Dame angesprochen, die gerade ihren leeren Einkaufswagen in die Box schieben wollte. Walter nahm in dankend entgegen und drückte der Frau das Eurostück in die Hand. „Kinderspiel.“, sagte sie leise zu sich selbst. Dann schob sie ihn zum Auto. Gemeinsam luden sie das Leergut aus und machten sich auf den Weg in den Supermarkt. Walter lief eigentlich nur hinterher und schob lustlos den Einkaufswagen vor sich her. Isabelle und Fabian packten den Wagen voll, ließen Walter immer wieder daran teilhaben und erklärten ihr viele Sachen die sie nur von Erzählungen her kannte. Doch genau das ging Walter auf die Eier. Lange hatte sie es mitangehört, dann aber platzte ihr der Kragen. „Ich war vielleicht noch in keinem Supermarkt, deshalb bin aber nicht gleich bescheuert, okay!?“ „Natürlich, entschuldige Walter, war blöd von mir. Kannst auch das nächste mal alleine einkaufen gehen.“ „Klar, mach ich.“, gab sie so cool wie sie konnte von sich, ohne sich ihre Unsicherheit anmerken zu lassen. Isabelle grinste nur. „Okay, wenn du möchtest. Es gibt da noch einen kleinen Laden um die Ecke, den erreichst du auch zufuß.“ „Okay!“, gab sie scharf zurück. „Okay!“, sagte Isabelle nochmals und beide sahen sich innig in die Augen – Walters scharfsinniger Blick und Isabelle schmunzelnd und gespannt darauf. Sie neckten sich immer wieder mit fesselnden Blicken, die aber doch auch sehr fraglich waren, konnten sich damit nicht in Ruhe lassen und mussten den anderen immer wieder ansehen, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Doch dann stieg Walter aus und verabschiedete sich. „Wir holen dich in einer Stunde wieder ab.“ „Ja ja, tschüß.“, gab sie sauer zurück – sie fühlte sich gedemütigt, als wüsste sie nicht wie man an die Kasse geht und bezahlt. Sie warf die Wagentür zu und näherte sich der Schleuse. Und schwups, stand sie vor ganz anderen Problemen.
„Hallo Walter.“, kam es plötzlich aus dem Flur. Ganze zehn Minuten hatte sie auf Ilse im Besucherraum gewartet, doch stattdessen kam jetzt Sandy um die Ecke - Walter erhob sich fragend. „Sandy!? Aber ich...wo ist Ilse?“ „Liegt auf der Krankenstation. Ich weiß bescheid, es geht um Uschi. Setzen wir uns.“ Walter machte einen sehr gequälten Gesichtsausdruck, war nicht sonderlich begeistert. „Hat sie ihre Tage, oder was!?“ und pflanzte sich lässig zurück auf den Stuhl. „Ha ha, natürlich nicht. Lebensmittelvergiftung. Ilse konnte wirklich nicht kommen, ich soll mich für sie bei dir entschuldigen. Sie hat dich nicht vergessen, glaube mir.“ „Ja ja schon gut. Aber was weißt du schon von Uschi und mir. Was interessiert dich das überhaupt?“ „Ich kenne Uschi noch nicht lange, das ist richtig.“ Sandy sah sehr bedrückt aus, sah immer wieder nach unten und wusste sich nicht auszudrücken. „Was ist denn los?“ wollte Walter endlich wissen. „Walter...ich vermisse dich hier und eine Antwort.“ „Ilse ist gar nicht krank, stimmts!?“, rückte Walter mit dem Gesicht näher an sie heran und stützte die Hände auf. Sandy schüttelte panisch mit dem Kopf und sah erschrocken hoch. „Walter, bitte! Lass uns noch mal darüber reden, bitte geh nicht.“ „Ich wüsste nicht worüber. Da war nichts und wird auch in Zukunft nichts sein, ich kenne dich nicht und möchte dich vielleicht auch gar nicht näher kennen lernen. Ich möchte nur wissen wie es Uschi geht und wie ich sie erreichen kann.“ „Es war genau HIER, dort drüben an dem Automaten.“ Walter blieb stehen, drehte sich kurz nach hinten, erinnerte sich und lachte gequält. „Ja, alles nur Show.“ „Das war keine Show, nein, das war´s nicht.“ „Ach nein!? Warum ausgerechnet ich?“ „Weil...du hast ja recht, ich wusste nicht worauf ich mich da eingelassen hatte. Als ich dich dann aber sah, brachte ich es einfach nicht übers Herz, Mareens Plan war mir doch schon längst egal. Ich hatte dich gesehen und mich sofort verknallt irgendwie. Versteh doch, du löst Herzrasen in mir aus, ich habe Wochenlang nicht geschlafen. Ich habe dich verletzt...“ „Du hast mich nicht verletzt, ich habe niemals Gefühle für dich gehabt.“ Sandy stand ebenfalls auf. „Ich weiß, dass es nicht stimmt...und du weißt es auch.“, wollte sie berühren – Doch ein Beamter bat beide zurück auf ihre Plätze.
Walter war schon halb zur Tür geschritten, als Sandy rief: „Lass mich dir dann wenigstens helfen.“
Sie setzte sich entschuldigend der Beamten und schwerschnaufend Sandy gegenüber wieder auf ihren Platz zurück. „Okay, du hast recht, wir haben geflirtet miteinander. Aber ich habe jemanden neues kennen gelernt.“ Sandy hatte die Augen weit aufgerissen und war nicht in Stande noch einen Satz herauszubringen. „Das bedeutet...“ „Das bedeutet, dass ich noch mal darüber hinwegsehen kann was da gelaufen ist. Aber Sandy, versuch es gar nicht erst weiter, ich will nichts von dir. Ich habe jetzt echt andere Probleme und auch gar nicht den Kopf für so was.“ „Ich wusste nicht, dass du vergeben bist. Aber gut, ich werde dir trotzdem helfen. Uschi ist also in Preekow, in der Geschlossenen. Man kommt nicht an sie ran, dir nützt also auch keine Telefonnummer der Welt irgendwas. Da musst du schon jemanden kennen, der über Informationen verfügt, Kontakte.“ „Ich hatte gehofft, Uschi hätte sich gemeldet. Also hat Möhrchen nicht mit ihr gesprochen.“ „Vermutlich nicht, aber Frau Mohr trifft daran höchstwahrscheinlich die wenigste Schuld. Sie hat es sicher versucht Walter.“ „Ja toll, jetzt sitz ich hier und kann nichts für sie tun, dabei braucht sie mich jetzt.“ „Man müsste Uschi nur einmal erreichen, einen günstigen Moment abpassen.“ „Wie meinst du das?“ „Na ja, sie müsste dazu beim Arzt sein, irgendeine Untersuchung außerhalb der geschlossenen Mauern , um ihr einfach die Nachricht zu übermitteln, dass du auf sie wartest und es dir gut geht, du dir Sorgen um sie machst und für sie da sein wirst, sobald sie wieder draußen ist. Das gibt ihr bestimmt Mut und die Kraft Preekow durchzustehen. Das letzte was sie sagte war ;Walter...das könnt ihr nicht machen, ihr dürft mich nicht wegschicken. Was wird aus ihr, wenn sie herkommt? Wie geht es ihr? Oder ist sie schon tot? Nicht anfassen, lasst mich, will nicht, was soll das? Bin nicht verrückt!;“ „Woher...?“, war Walter sehr entsetzt darüber. „Sie war nicht zu überhören Walter, sie hat die ganze Station zusammen gebrüllt, sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, doch es brachte alles nichts. Wenn du möchtest höre ich mich mal um, vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit Uschi zu erreichen. Ich werde sie dann sofort von dir grüßen und sie in Kenntnis darüber setzen, dass du da draußen ein neues Leben anfangen durftest und sie sich keine Sorgen um dich zu machen brauch, okay!?“ „Ja, okay. Muss ich eben warten, trotzdem danke, dass du dich der Sache annimmst.“ „Klar, mach ich gerne...ich meine nicht nur weil du es bist, auch für Uschi, da sie mir schon ein wenig Leid tut.“

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

Katy/Walter-Fan - 05.09.2007, 00:55

Es tut mir wirklich sehr Leid, dass ich mich jetzt erst hier wieder melde... Ich habe es immer wieder aufgeschoben oder bin nicht dazu gekommen die Teile nachzulesen....sorry süße!!
Ich habe grade die ganzen letzten Teile nachgeholt und ich bin MAL WIEDER begeistert.....danke für die letzten Teile, mausi! Und bitte bitte schnell wieder neues von dir...ich werde auch nicht wieder so lange auf mich warten lassen.... ;-]

Re: [Forts. & Rückbl.] Das Tor ist zu - Walter in Freiheit

HG-Autorin - 05.09.2007, 01:42

Danke dir Süsse! Wird sicher bald wieder neuen Stoff geben, sobald ich mal wieder Zeit habe weiter zu schreiben. :D
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