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 Betreff des Beitrags: Räuberei verhindern
BeitragVerfasst: 15.07.2007, 11:18 
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Im Juli geht bei uns das Bienenjahr zuende und es wird nach der Lindenblüte das letzte Mal geschleudert. Die Bienen beginnen, sich auf den Winter vorzubereiten und verteidigen ihr Futter, sie sind jetzt nicht mehr so friedlich wie im Mai oder Juni. Durch das Abschleudern der Honigräume kommen die Völker um diese Jahreszeit in eine für sie bedrohliche Lage: sie müssen viele Winterbienen aufziehen, haben aber auf einmal kein Futter mehr. Der Inhalt der Futterkränze im Brutraum ist viel zu wenig. Also versuchen die Bienen, auf jede erdenkliche Art an Futter zu kommen - auch durch Ausrauben schwacher Völker.

Um dieses zu verhindern, mache ich folgendes:

Die Honigräume werden durch Einlegen von Bienenfluchten am Vorabend des Schleudertages nahezu bienenleer gemacht. Das Abnehmen der Honigzargen geht dann entsprechend schnell, sie werden umgehend weggebracht. Sofort nach Abnehmen des Honigraumes wird die Futterzarge aufgesetzt und mit 10 l Zuckerlösung befüllt. Die Bienen haben somit nicht das Gefühl, ohne Futter zu sein, sind beschäftigt und denken nicht ans Räubern. Die Arbeiten werden früh am Morgen vorgenommen. Nachdem das Futter von den Bienen aufgenommen worden ist, behandle ich die Völker das erste Mal mit Ameisensäure. Danach wird fertig aufgefüttert.


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BeitragVerfasst: 15.07.2007, 12:27 
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Meinen herzlichsten Dank für diesen ganz tollen Beitrag Maja, diesen Thread habe ich soeben mit dem Status "Wichtig" gekennzeichnet, denn auf die Gefahr einer Räuberei kann nicht oft genug hingewiesen werden.

Im Vorjahr wurde ich Zeuge als bei einem Wanderbienenstand nach der Sonnenblume Räuberei ausbrach. Hier wurden überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen seitens des Imkers unternommen, denn die Fluglöcher waren sperrangelweit offen und die Tracht war bereits total versiegt. Dies war geradezu eine Einladung für andere starke Bienenvölker.

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Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft, meint Drohne

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BeitragVerfasst: 20.07.2007, 20:07 
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Zitat:
Max Kuntzsch aus Nowawes bei Potsdam schrieb 1912 in seinen viel beachtetes Buch "Imkerfragen" folgendes zur Räuberei:


Die Biene aber würde dem Verächter antworten: Unsere Tugenden sind größer als bei euch Menschen. Ihr arbeitet nicht so einmütig an dem Wohle eures Volkes. Herrschsucht, Eigennutz, Genusssucht unterdrücken eure seelische Bildung, die Gleichheit. Nur angedrohte Strafen zwingen euch zu euren Pflichten oder halten euch vom Laster fern. Euer gerühmter Bildungsgrad, die hohe Kulturstufe entpuppt sich als Überhebung, eure Werke als Scheintuerei oder Gefühlsduselei.

Wenn ihr Menschen uns als Räuber beschuldigt, so habt ihr euch noch viel zu wenig in das göttliche Naturgetriebe hineingedacht. Der Raub ist eine weise Natureinrichtung. Durch ihn wird alles schwächliche, krankhafte, widernatürliche ausgerottet. Humanitätsduselei gibt es nur bei den unnatürlichen Menschen. Wir Bienen dagegen sind das Symbol der Einmütigkeit, der Gleichheit, des Fleißes, der Genügsamkeit, der Sorgsamkeit, der Dienstfolge (Disziplin) und des Opfermutes.

Beste Grüße

Dieter

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"Echte Imker sind reine Idealisten, Materielles ist ihnen ein Greuel"


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BeitragVerfasst: 20.07.2007, 20:46 
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@ Der Bienen-Much

Wenn ich nun zu meinen Bienen gehe um nach allfälliger Räuberei ausschau zu halten, werde ich -hoffentlich- sehr lange an das vorige Posting denken.

Es stimmt schon, nicht Bienen sind an solch einem Ereignis Schuld, sondern wir Bienenhalter haben diesen Zustand erst ermöglicht. Und wir sagen dann auch noch Räuber .... :shock:

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BeitragVerfasst: 21.07.2007, 07:54 
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Ich denke, es kann von Seiten der Imker vieles unternommen werden um die Räuberei weitgehend zu verhindern. Ganz ausschließen kann man sie allerdings nicht. Das wichtigste an der Bienenhaltung ist die richtige Standortwahl. Die Völker müssen immer genügend Pollen und dementsprechend reichlich Nektar finden. Das bienengerechte Kleinklima muss stimmen.

Leider messen noch immer viele Jungimker den Stellenwert eines Imkers anhand seiner Völkerzahl. Das ist Unsinn! Hier sollte der Grundsatz lauten: „Lieber 10 gesunde und starke Völker pflegen als 20 Schwächlinge sein eigen zu nennen“.

Hier ein paar Stichpunkte:

1. Grundsätzlich sollte man nur gesunde, starke und mit einer leistungsfähigen Königin besetzte Völker in den Winter nehmen.
2. Schwache Ableger sollten vereinigt werden.
3. Nichts ist wichtiger als die Nachtrachtpflege.
4. Die Völker müssen beschäftigt werden – dürfen niemals Hunger leiden.
5. Eine zeitige Auffütterung verbunden mit einer greifenden Varroabehandlung ist unabdingbar.
6. Die Fluglöcher sollten der Volksstärke entsprechend verkleinert werden.

Eine weitere nicht zu unterschätzende Gefahr, vor allem im Spätsommer, sind die Wespen. Ich habe es schon am eigenen Leib zu spüren bekommen – Wespen können einen ganzen Stand vernichten. Die Insekten fliegen bei Temperaturen und Tageszeit wo noch keine Biene unterwegs ist. Sind die Bienenvölker durch die Varroa oder sonstiges geschwächt, können Wespen ohne Frage alles vernichten. Regelmäßige Standbesuche lassen vieles schon im Vorfeld erkennen und schlimmeres verhindern. Werden die Völker im Spätsommer zu sehr bedrängt, kann man Absperrgitter vor den Fluglöchern anbringen.

Beste Grüße

Dieter

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