Alle Beiträge und Antworten
shakira - 12.07.2007, 22:18
Haltungsformen für Pferd
Haltungsformen
Was hat es mit der artgerechten Haltung auf sich und wie ist sie zu verstehen
Das Wesen und die Psyche der Pferde
Das Wesen des Pferdes wird bestimmt von seinem Erbe, von seiner Umwelt und der Art, wie man mit ihm umgeht.
Das Körperliche und das Seelische sind eng verbunden. Die Verflechtung zwischen Haltung, Umgang und Ausbildung führt oft zu psychischen Störungen die, die ganze Ausbildung in Frage stellen.
Unausgeglichene Pferde können oft ihr ganzes Leben lang nie ihr veranlagtes Potential ausspielen oder zur Reifung bringen.
Hohe Leistungen setzen auch bei Pferden physisches und psychisches Wohlbefinden voraus.
Die Unterbringung hat darauf einen wesentlichen Einfluss, besonders dann, wenn die Pferde den größten Teil des Tages dort verbringen müssen. Leider sind die Haltungsbedingungen hauptsächlich bei Einzelpferden häufig unzureichend.
Es wird von den Pferdehaltern oft zu wenig berücksichtigt, dass sich dadurch auch die Empfindlichkeit ihrer Pferde gegenüber bestimmten Erkrankungen erhöht.
Auch die Ausgeglichenheit und das Wesen des Pferdes werden positiv oder negativ durch bestimmte Haltungsformen beeinflusst.
Das Pferd ist anatomisch, physiologisch und psychisch auf die ständige Bewegung geprägt.
Der Bewegungstrieb ist eines seiner wichtigsten Lebenselemente.
Wird dieser Bewegungstrieb unterdrückt, ist eine psychische Störung gewissermaßen vorprogrammiert.
Ein wesentlicher Teil des Bewegungstriebes des Pferdes ist das Spiel mit Artgenossen.
Pferde sind prädestinierte Tiere der Geselligkeit.
Man kann sich nur ausgeglichen entwickeln, wenn einem die soziale Gemeinschaft nicht entzogen wird.
Je spielfreudiger ein Pferd ist, desto mehr natürliches Potential bringt es in die Aufgaben als Hochleistungspferd mit ein.
Man nimmt dem Tier einen Teil seines Lebens, wenn man ihm seine Bewegungsmöglichkeiten einschränkt.
Die Stallhaltung
Der Mietstall ist für viele Leute die einzige Möglichkeit sich den Traum vom eigenen Pferd überhaupt verwirklichen zu können.
Aber man sollte nie übereilt einziehen, sondern sich die Räumlichkeiten vorher genau ansehen.
Sind die Boxen groß genug, die Ställe ordentlich eingestreut und gemistet (durch Mattenhaltung erhöht sich der Ammoniakgehalt und somit besteht die Gefahr für die Atemwege und auch für die sonst so gepflegten Hufe) die Weiden oder der Auslauf gepflegt und sauber, der Stall hell und gut belüftet und das Futter qualitativ einwandfrei.
Was die Bewegung angeht, di leider sehr minimiert ist in dieser Haltungsform, weil meist die Halle oder der Außenplatz am abend überfüllt sind, da gerne jeder Pferdebesitzer sein Pferd bewegen will,
wäre die Möglichkeit gegeben das Pferd in einer Paddockbox unterzubringen oder vom Stallpersonal für einige Stunden auf die Wiese oder den Auslauf bringen zu lassen.
Stallklima
Der Pferdestall muss hell, trocken und gut belüftet (aber zugfrei) sein und über ausreichend Wärmedämmung verfügen.
Die günstigste Stalltemperatur liegt zwischen 10 und 15 °C.
Die Temperatur sollte 7°C nicht unter- und 35°C nicht überschreiten. Zu hohe Stalltemperaturen verringern die allgemeine Widerstandskraft der Tiere. Pferde die in einem kalten Stall untergebracht sind, benötigen erheblich mehr Energie für die Wärmebildung.
Das kann sich negativ auf den Ernährungszustand auswirken.
Die Tiere bilden ein dichtes Winterfell und schwitzen deshalb bei anstrengender Arbeit leicht oder schwitzen nach, wodurch sich die Gefahr einer Erkältung erhöht.
Bei allmählicher Gewöhnung d.h. ohne abrupte Umstellung, ist selbst die Kalthaltung der Pferde möglich.
Auch von edleren Rassen (wenn sie daran gewöhnt werden) werden niedrige Stalltemperaturen gut vertragen, da sie eine gut funktionierende Regulation der Körperwärme entwickeln.
Voraussetzung für die Kalthaltung sind Vermeidung von Zugluft, reichlich trockene Einstreu und angepasste energiereiche Fütterung.
Die relative Luftfeuchte sollte zwischen 60 und 80% liegen.
Werte zwischen 40 und 60% sowie 80 und 85% sind noch vertretbar.
Die Höhe des Stalles sollte 2,80cm nicht unterschreiten.
In Ställen mit zu hoher Luftfeuchtigkeit und erhöhtem Ammoniakgehalt treten besondrs häufig Erkrankungen der Atmungsorgane auf.
Durch gute Belüftung wird sauerstoffreiche Frischluft zugeführt und verhindert, dass sisch Schadgase (Ammoniak, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff) im Stall anreichern.
Bei Einzelboxen sollte die annähernde quadratische Grundfläche bei Großpferden etwa 12 Quadratmeter und bei Kleinpferden 6 bis 9 Quadratmeter betragen.
Die Abstände der Gitter müssen kleiner als die Hufbreite sein, um Verletzungen zu vermeiden.
Eine natürliche Haltungsform mit besserer Bewegungsfreiheit und Sozialkontakt der Tiere ermöglichen Laufställe.
Sie sind besonders für Jungpferdeaufzucht und die Haltung von Mutterstuten mit Fohlen geeignet.
Dabei sollten nicht mehr als zehn Pferde als möglichst stabiler Bestand in einem Laufstall gehalten werden.
Um die Verletzungsgefahr zu verringern, empfiehlt es sich, die Tiere unbeschlagen zu lassen.
Die Außenboxenhaltung
Bei dieser Haltungsform stehen die Pferde zwar auch in einer Box, haben aber den ganzen Tag frische Luft und nehmen ausserdem auch mehr am Hofgeschehen teil und haben dadurch mehr Abwechslung als ihre Stallgenossen.
Die Boxen haben meist eine Größe von 3mal3 oder 3mal4 Metern, die Stallhöhe sollte 3,20cm betragen um ein Verletzungsrisiko zu verhindern, falls das Pferd in der Box steigt.
Ein vorgezogenes Dach bietet bei Regenwetter weiteren Schutz.
Die Öffnung der Box sollte niemals in Richtung der Wetterseite liegen, um zu verhindern das Regen, Schnee und Wind sich darin sammeln können.
Manche Aussenboxen sind mit einem kleinen Paddock versehen, wo das Pferd die Möglichkeit bekommt, sich die Füße zu vertreten und auch mal einen kleinen Buckler wagen kann.
Wenn Ihr Euer Pferd gern in einer Aussenbox unterbringen möchtet, gibt es aber zu bedenken, dass dies früh genug (Frühsommer) geschieht, damit sich das Pferd an die veränderte Temperatur gewöhnen kann und dementsprechend ein dichteres Fell bilden kann.
Auch sollte man Abstand davon nehmen, ein geschorenes Pferd in eine Aussenbox zu stellen, denn auch mit Decke wäre eine Erkältung vorprogrammiert, denn der empfindliche Kehlkopf würde onehin außerhalb der Decke liegen.
Nach dem Trainingsprogramm ist darauf zu achten, dass das Pferd auf gar keinen Fall nass oder feucht in die Box gestellt wird, es muß die Möglichkeit haben vorher zu trocknen, durch Abschwitzdecken oder Solarium.
Zugluft ist keine allgemeine Luftbewegung sondern eine begrenzte Luftströmung die nicht ausreicht, um partielle Kältereize auszulösen und somit die im Organismus vorhandenen schützenden Regulatoren auszulösen.
Das Schwitzen ist also keinesfalls gleichzusetzen mit Witterungsnässe.
Gegen Regen und Schnee schützt das gut entwickelte Fell.
Die Nässe dringt nicht durch die Unterwolle bis auf die Haut vor.
Würde das Pferd ohne vorher zu trocknen in die Box gebracht, wäre die Erkältung perfekt.
Für Pferde die an einer allergischen- oder chronischen Atemwegserkrankung leiden, ist diese Haltungsform sehr positiv zu bewerten, da sie dem Reizklima des Stalles nicht mehr ausgesetzt wären.
Bei dieser Haltungsform gilt wie bei allen anderen, tägliches Ausmisten, dick einstreuen und qualitativ einwandfreies Futter (energiereich ebenfalls wegen der Wärmebildung)
Kombinierte Freiland- und Boxenhaltung
Wer fast täglich mit seinem Pferd arbeiten möchte und größere Leistungen von ihm fordert, wird als Haltungsform die kombinierte Freiland- und Boxenhaltung vorziehen.
Wesentlich ist bei dieser Art der Haltung, dass der Mensch weitgehend den Aufenthalt des Pferdes regelt und nicht- wie bei der ganzjährigen Freilandhaltung oder der Offenstallhaltung- das Pferd selbst.
Auch die Fütterung wird stärker als bei den anderen Haltungsformen durch menschliches Zutun bestimmt.
Eine Reihe von Variationen sind bei dieser Haltung möglich.
Je nach der erforderlichen Kondition des Pferdes wird man es im Sommer tagsüber weiden lassen und nachts in eine Box stellen.
Läßt man es täglich weniger als 6 Stunden weiden, so ist Zufutter erforderlich. Denkbar ist auch,
dass man seine Pferde, nur im Winter aufstallt, sie im Sommer tagsüber oder nachts weiden lässt.
Steht ein Offenstall zur Verfügung, kann sich für die Sommerzeit auch die Offenstallhaltung anbieten.
Der Vorteil der kombinierten Freiland- und Boxenhaltung liegt in der damit möglichen besseren Konditionierung des Pferdes für erwünschte sportliche Leistungen.
Die Fütterungsfaktoren können bei dieser Haltungsform besser berücksichtigt werden.
Offenstallhaltung
Zunehmend gewinnt die naturnahe und artgemäße Haltung in Offenställen an Bedeutung, die den Pferden freie Bewegung in Licht und Luft ermöglicht. Bei dieser Haltungsform leben die Pferden ganzjährig im Freien, ihnen steht jedoch eine Unterkunft zur Verfügung, die sie nach belieben aufsuchen können.
Diese Haltungsform sollte in jedem Fall mit einem Sandauslauf und nach Möglichkeit mit einer angrenzenden Weide versehen sein.
In der Regel befinden sich in der nach Süden oder Südosten weisenden Längswand große Türen, die zu allen Jahreszeiten geöffnet bleiben.
Offenställe sind ausreichend stabil zu bauen.
Sie sollten nicht in Bodensenken liegen, da sich hier Kälte, nebel und Feuchtigkeit sammeln.
Wie der Warmstall muss auch der Offenstall trocken, sauber und dick eingestreut und zugfrei sein.
Während der Kraftfutteraufnahme und bei der Pflege werden die Pferde angebunden.
Auch im Winter muss Wasser immer zur Verfügung stehen.
Wenn Ihr eure Pferde vom Warnstall auf Offenstallhaltung umstellen wollt, muss berücksichtigt werden, dass dies am günstigsten im Frühsommer während der Weidezeit erfolgt, da die Pferde genügend Zeit haben, um dann im Herbst ein dichtes, warmes Winterfell zu bilden.
Auch von edlen Pferderassen werden niedrige Temperaturen gut vertragen, da sie eine gut funktionierende Regulation der Körperwärme entwickeln.
Es ist aber auch zu bedenken, das Pferde in dieser Haltungsform bedingt durch das dicke Fell leichter schwitzen, also für Erkältungskrankheiten anfällig werden und für Höchstleistungen nicht geeignet sind.
Pferde in dieser Haltungsform benötigen erheblich mehr Energie für die Wärmebildung.
Dies kann sich negativ auf den Ernährungszustand auswirken.
Die Leistung der Pferde ist bei dieser Haltungsform begrenzt, denn Gras- oder Heubauch noch dazu dichtes Winterfell, sind keine Leistungsmerkmale die eine Turnierreife signalisieren.
Eine vernünftige, der Kondition angepasste Reitbelastung ist jedoch ohne Probleme möglich.
ABC für Artgerechte Pferdehaltung im Offenstall
Der Stall
Da es sich beim Offenstall um einen Kaltstall handelt,....REST FOLGT
froschi05 - 21.11.2008, 19:05
das sollte sich so manch einer mal durchlesen und darüber nachdenken ob sein pferd es gut hat
Blondi - 21.11.2008, 20:44
Find das auch sehr interessant.
ninoundnicole - 21.11.2008, 21:36
@froschi da muss ich dir recht geben
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken