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chalida - 18.07.2007, 14:40
Anwalt packte Stier bei den Hörnern
An: 'leserbriefe@tt.com'
Betreff: Anwalt packte Stier bei den Hörnern
Sehr geehrte Redakteure!
In der heutigen Ausgabe vom 12. Juli 2007 geben Sie einem Bericht über das "Stiertreiben" durch Pamplona 2/3 Seite Raum. Ich ersuche Sie höflichst "Justitia" die Augenbinde abzunehmen und die Wahrheit über dieses "Spektakel" in äquadater Form zu veröffentlichen.
Kampfstiere werden in Spanien speziell zum Zwecke des Stierkampfes gezüchtet und für ihren Auftritt präpariert und vorbereitet, damit sie für die Matadore eigentlich keine Gefahr mehr darstellen.
1.) Tagelanger Transport der Stiere in Stehkisten und glühender Hitze, die Stiere verlieren bis zu 30 kg an Gewicht und sind geschwächt dass sie sogar zusammenbrechen.
2.) Die Hörner werden zugeschliffen und um mehrere Zentimeter gekürzt, diese Prodezur erstreckt sich über längerem Zeitraum, ist äußerst schmerzhaft, schwächt die Tiere, die Folge ist, daß die Tiere den Abstand zwischen sich und Ihrem Peiniger nicht mehr einschätzen können und daher nicht mehr effektiv zustoßen können, bzw. sich nicht mehr verteidigen können. Gleichzeitig werden die Hörner bis zum Nerv angebohrt und es werden Holzsplitter hineingesteckt, so dass der Stier Höllenqualen erleidet.
3.) Den Tieren werden Drogen und Abführmittel (Pfefferzäpfchen) verabreicht um Ihr Verhalten zu ändern und zu schwächen.
4.) In machen Arenen werden den Tieren die Stimmbänder durchtrennt, so dass sie nicht brüllen können.
5.) Bei sengender Hitze wird den Tieren kein Wasser mehr verabreicht.
5.) In der Nacht vor ihrem "Auftritt" werden die Tiere am hinlegen gehindert, indem man sie in Kisten auf den Rücken hinstellt, oder Nägel durch das Geschlechtsteil bohrt.
6.) Vorher wird mit Sandsäcken auf den Nacken eingeschlagen, damit die Tiere durch Schmerzen an einer unvorhersehbaren Bewegung des Kopfes gegen den Matador behindert sind.
7.) Die Augen werden dick mit Vaseline bestrichen um ihre Sicht zu behindern.
8.) Die Beine werden mit Terpentin eingerieben, damit die Tiere durch Brennen und Jucken unruhig sind und auf den Zuseher einen aggressiven Eindruck machen.
Insgesamt kann man eigentlich sagen, dass der Stierkampf nicht nur Tierquälerei ist sondern Sadismus der Sonderklasse.
Jeder der sich einen Stierkampf in der Arena ansieht, bzw.. am "Stierlaufen" teilnimmt trägt Mitverantwortung an diesem unsagbaren Tierleid.
Am Stierlaufen teilzunehmen ist keinesfalls eine Mutprobe und keinesfalls eine Heldentat. Wahres Heldentum ist die Kultivierung von "Innerem Frieden", Mitgefühl und allumfassende Güte und das Mitgestalten einer friedlichen Welt. Dieser Anspruch trieft auf Stierkämpfer und Teilnehmer am Stiertreiben nicht zu.
Die Durchführung von Stierkämpfen (mit allem Drumherum) ist in unserer heutigen aufgeklärten Zeit eine Schande Spaniens.
Die Schande von Europa ist, dass für die Zucht von Kampfstieren EU-Gelder fließen, was wir natürlich alle mitfinanzieren.
Leider spielt auch die katholische Kirche eine dubiose Rolle. Es gibt durchaus Priester und Bischöfe die in Spanien mit dem Stierkampf sympathisieren. (An dieser Stelle möchte ich an die Bilder erinnern auf denen eine Ziege vom Kirchturm zur Belustigung des Volkes geworfen wurde.) In Stierkampfarenen gibt es Kapellen (zum Gebet?) in die sich der Matador zurückziehen kann, auch sieht man im Fernsehen, dass Matadore das Jesusbild in Ihrer Mütze tragen und sich theatralisch bekreuzigen.
Auf schriftliche Anfrage war die Kirche bisher nicht zu einer Antwort bereit, bzw.. bereit sich zu distanzieren.
Ein Wort noch zu Ernest Hemingway, der nicht nur Fiesta geschrieben hat, sondern auch "Tod am Samstag Nachmittag" indem er den Stierkampf in für mich grauenhafter Art schildert. Glücklich geworden ist er durch seine "Ansichten" zu Stierkampf und Jagd nicht,wie sein Freitod beweist, folglich ist auch die Richtigkeit seiner Thesen die er in seinen Büchern vertritt ernsthaft zu hinterfragen.
Mit freundlichen Grüßen
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